Cathy Hummels und ihre Hater: Jetzt dreht sie den Spieß um!

Cathy Hummels: Shitstorm
Cathy Hummels: Shitstorm

IMAGO / Revierfoto

05.10.2021 21:00 Uhr

Wenn Cathy Hummels eines gewohnt ist, dann ist das Shitstorm und Hate. An der 33-jährigen wird wirklich kein gutes Haar gelassen.

Viele Menschen lassen ihrem Frust gerne auf sozialen Plattformen freien Lauf. Versteckt hinter anonymen Instagram-Profilen fühlen sich die sogenannten Hater sicher. Doch nun konnte Cathy Hummels gemeinsam mit RTL einige ihrer Hater ausfindig gemacht und stellt diese zur Rede – vor der Kamera!

Täglich hunderte Hassnachrichten

Im Rahmen der Sendung „RTL Spezial: Häme, Hetze, Hass – Der tägliche Angriff aus dem Internet“ am Montagabend schaute die Influencerin persönlich bei den Menschen vorbei, die sie im Netz immer wieder beschimpfen.

Hummels berichtet von täglich hunderten (!) Hass-Nachrichten, die in ihrem Postfach landen! Laut der Instagram-User macht sie alles falsch: Erziehung ihres Kindes, ihre Ehe, ihr Aussehen oder ihr Lebensstil – alles wird kritisiert und das unterstützt von Worten, die wirklich unter die Gürtellinie gehen.

Gemeinsam mit Investigativ-Reporterin Pia Osterhaus will Cathy Hummels die Beweggründe solcher Nachrichten herausfinden.

Cathy Hummels macht Hater ausfindig und stellt sie zur Rede

Zusammen mit dem RTL-Verifizierungsteam galt es, möglichst viele Informationen über die Verbreiter von Hassbotschaften herauszufinden. Anhand ihrer Social-Media-Profile, geliketen Seiten, aber auch den vernetzten Freunden gelang es dem Team, den Wohnort mehrerer Täter und Täterinnen ausfindig zu machen. Anschließend wurden diese an ihrer Wohnadresse besucht und von Hummels persönlich angesprochen.

Unter anderem besuchte die Ehefrau von Fußballstar Mats Hummels mit dem Team eine junge Mutter. Diese hatte Hummels schon mehrfach online aufs übelste beleidigt. Ein Beispiel wurde in der Doku vorgelesen: „Du bist psychisch krank. Leg dein Handy weg und lass dich einweisen.“

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Eine junge Mutter voller Hass

Hummels, die selbst junge Mutter ist, zeigte sich von solchen Nachrichten geschockt: „Ich kann diesen Hate nicht nachvollziehen.“ Sie habe sich das Profil der Frau in der Vergangenheit einmal genauer angeschaut und festgestellt, dass diese ihr nicht einmal auf Instagram folge. Das bedeutet, sie ruft das Profil immer wieder erneut auf, um ihren Hass zu entladen. Unglaublich!

Als Cathy und Pia Osterhaus dann aber vor der Haustür der besagten Haterin stehen, ist sie gar nicht mehr so forsch. Auf die Frage „Was an mir reizt dich denn so?“ kann die Frau keine vernünftige Antwort geben und will das Gespräch schnell abwimmeln. Eine Entschuldigung gab es nicht. Trotzdem glaubt Cathy, dass der Besuch Eindruck hinterlassen hat: „Sie war komplett schockiert!“

Cathy Hummels stellt Hater zur Rede!

IMAGO / ActionPictures

„Das dürfen meine Eltern nicht herausfinden“!

In einem zweiten Fall war der junge Mann, der in einer wohlhabenden Siedlung in Hessen lebt, eher peinlich berührt und schockiert. Er weigerte sich zunächst die Tür aufzumachen und war nur zögerlich bereit, über das Telefon mit Cathy zu sprechen.

„Entschuldigung, dass ich das jetzt so sage, aber da dürfen meine Eltern auf keinen Fall was davon mitbekommen“, erklärte der junger Mann am Telefon.

Eine wirkliche Begründung für seine Tat hatte jedoch auch er nicht: „Das kam so aus der Laune heraus“, erzählte er.

Was für eine Art Mensch steckt hinter Hass-Nachrichten? 

In der Sendung werden eingegangene Hasskommentare gemeinsam mit der Cyberpsychologin Dr. Catarina Katzer analysiert. Darüber hinaus gibt Dr. Laura Braam, Juristin bei der Landesanstalt für Medien NRW, konkrete Praxistipps zum rechtlichen Umgang mit den Anfeindungen: Wie lösche ich Hasskommentare, wie kann ich mit dem Hass umgehen? Wie schützen wir uns und unsere Kinder vor dem Hass?

Zuschauerinnen und Zuschauer, die selbst von Hatespeech betroffen sind, haben die Möglichkeit, während der Sendung ein im Studio eingerichtetes Callcenter zu erreichen, um mit Expertinnen und Experten aus Polizei, Psychologie und der Landesanstalt für Medien NRW zu sprechen. Darunter auch Dr. Sebastian Fischer, Bruder von Cathy Hummels, der sich als Psychiater auch um Opfer von Hass im Netz kümmert.