„Dr. Sindsen“ Eric Sindermann: „Ich war immer mit einem halben Bein im Knast“

„Dr. Sindsen“ Eric Sindermann: "Ich war immer mit einem halben Bein im Knast"
„Dr. Sindsen“ Eric Sindermann: "Ich war immer mit einem halben Bein im Knast"

Foto: Imago-Future image

05.08.2021 23:46 Uhr

Die ersten acht Kandidaten für die diesjährige "Promi Big Brother"-Ausgabe stehen fest - darunter ist auch Ex-Profihandballer Eric Sindermann.

Eric Sindermann ist inzwischen nicht mehr nur bekannt für seine erfolgreiche Profihandball-Karriere, sondern eher für die Teilnahme an diversen Trash-TV-Formaten. Das neueste: „Promi Big Brother„. Und dafür hat sich der 33-Jährige auch schon einen ganz genauen Image-Plan zurechtgelegt, er will der Modekönig von Deutschland werden.

Was dahinter steckt? Eric Sindermann hat 2017 das Modelabel „Dr Sindsen“ gegründet und sich damit tatsächlich einen Namen in der Modewelt gemacht. Vom Handballer zum Designer? Ja, das geht wie das Beispiel Sindermann zeigt.

„Dr. Sindsen“ Eric Sindermann: "Ich war immer mit einem halben Bein im Knast"

© SAT.1/Willi Weber

Aktiver Handballspieler

Der Lebenslauf des Reality-TV-Teilnehmers glänzt hauptsächlich mit sportlichen Erfolgen- auch international. 2011 vermittelte ihn ein Berater zum katarischen Handballclub al-Arabi. Hier lernte Sindermann allerdings die Schattenseiten des Sports kennen – Verträge wurden angeblich nicht eingehalten, Geld nur sporadisch gezahlt. Innerhalb Arabiens spielte er in diversen Vereinen, bis er schließlich zum Al Sadaka Handballclub im Libanon kam. Dort spielte er in der Asia Champions League.

Im Dezember 2011 ging Sindermann für sechs Monate nach Rumänien zu CS Minaur Baia Mare. Im Sommer 2012 wechselte er zum norwegischen Verein Nøtterøy Håndball. Er spielte für eine Saison zusammen mit Johnny Jensen in einem Team. Danach kehrte er wieder nach Deutschland zurück.

„Dr. Sindsen“ Eric Sindermann: "Ich war immer mit einem halben Bein im Knast"

Foto: SAT.1 Marc Rehbeck

Handball-Karriere inzwischen beendet

Durch einige Zwischenfälle (unter anderem wurde er 2012 beim SV Hermsdorf für acht Spiele gesperrt, weil er einen Ball ins Publikum schoss und dieser einen Zuschauer am Kopf traf) und schlechter körperlicher Verfassung beendete er schließlich 2016 seine Handball-Karriere. Schließlich entschied sich der Sportler, der übrigens in Ost-Berlin geboren ist,  sich dafür eine Ausbildung zum Groß-und Einzelhandelskaufmann zu machen. Später wechselte er  in die Modebranche und legte damit einen echten Turbostart hin. „Ich habe mich gefragt, wie mein Leben weitergehen soll“, so Sindermann im Interview mit SAT.1.

„Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich mich selbst reflektiert, bin zurück nach Berlin gezogen, habe eine Ausbildung gemacht, war in der Berliner Berghain-Techno-Szene unterwegs. In der Zeit haben sich total viele, neue Türen geöffnet: Ich bin zur Besinnung gekommen, vielleicht auch, weil der Leistungsdruck vom Handball weggefallen ist. In der Zeit habe ich auch mein Modelabel gegründet“.

Seit 2017  besitzt er sein eigenes Streetwear-Label namens „Dr. Sindsen“ und hat schon mit Branchengrößen wie Harald Glööckler zusammengearbeitet. Auch Promis wie Claudia Effenberg feilen an seinen exklusiven Kollektionen mit. Doch jetzt muss die Designer-Karriere erst mal ein wenig ruhen.

„Dr. Sindsen“ Eric Sindermann: "Ich war immer mit einem halben Bein im Knast"

snapshot photography N Hochstein

Sindermann war nicht kritikfähig

Eric Sindermann hat in seiner Zeit als Handballer allerdings auch jede Menge negativer Schlagzeilen zu verzeichnen – und schrammte nach eigenen Aussagen meistens haarscharf an der Kriminalität vorbei. Da spielt wahrscheinlich auch seine schwierige Vergangenheit mit hinein.

„Früher konnte ich gar nicht gut mit Konflikten umgehen. Ich glaube, der Schlüssel dafür liegt in der siebten Klasse, da wurde ich extrem gemobbt“ erzählte er gegenüber SAT.1.  „Davor war ich ein zurückhaltender Typ, der Angst hatte aufzufallen, aber in diesem Jahr hat sich viel in meinem Kopf geändert. Ich dachte: ‚Eric, nie wieder macht dich jemand dumm an.‘ Da habe ich mich das erste Mal gewehrt. Trotzdem hatte ich mit mir selbst ein Problem: Ich konnte nicht damit umgehen, wenn mich jemand kritisiert hat oder nicht von mir überzeugt war.

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„Immer mit einem halben Bein im Knast“

Inzwischen habe er sich aber verändert und dazugelernt. Er könne nun besser mit seinen Emotionen umgehen. Und wie könnte man das besser unter Beweis stellen als auf engstem Raum, eingeschlossen mit anderen Personen…

„Ich werde mich zeigen wie ich bin. Als jemand, der seine Schwächen zugibt und sich selbst eingestehen kann, dass er in seinem früheren Leben viele Fehler gemacht hat. Ich habe viel Scheiße gebaut und war immer mit einem halben Bein im Knast“. Er fügte hinzu: „Ich habe natürlich immer noch Temperament, aber ich weiß auch: Bis hierhin und nicht weiter! Ich habe mich als Mensch verbessert und will bei ‚Promi Big Brother‘ zeigen, dass ich gut mit Konfliktsituationen umgehen kann und nicht überdrehe“.

Ohne diese Dinge kann er nicht

Die Bewohner verlieren jegliche Ansprüche auf ihre alltäglichen Gebrauchsgegenstände oder Luxus-Artikel. Das könnte vielleicht ein Problem werden für Eric, denn der Designer hat ein paar ganz besondere Lieblingsgegenstände, damit er sich so richtig wohl fühlt. „Das hört sich vielleicht alles andere als bodenständig an, aber ich brauche meine Goldkette und meine Goldohrringe, um mich wohlzufühlen“. Könnte überheblich rüberkommen – tut es aber nicht, denn der ehemalige Handballer hat dafür eine ganz gute Erkärung: „Auf diese Sachen bin ich stolz: Die habe ich mir geleistet, weil ich sie verdient habe und die haben einen gewissen Wert für mich.

Außerdem brauche ich das rosa ‚Hello Kitty‘-Kissen meiner Tochter. An und für sich bin ich ein Mensch, der nicht viel braucht, um glücklich zu sein. Zu meiner Zeit in Marokko und Tunesien habe ich jahrelang sehr dreckigen, kleinen Wohnungen hausen müssen und hatte auch sonst nichts. Daher habe ich kein Problem ohne Luxus“.