RTL+-Serie bei VOX„Faking Hitler“ endlich im Free-TV: Darum geht es in der hochkarätigen Serie

Moritz Bleibtreu als Fälscher Kujau (jom/spot)
Moritz Bleibtreu als Fälscher Kujau (jom/spot)

RTL / Tom Trambow

SpotOn NewsSpotOn News | 14.09.2022, 12:50 Uhr

Die Serie "Faking Hitler" feiert ihre Free-TV-Premiere. Lars Eidinger und Moritz Bleibtreu spielen darin zwei Figuren, die in einen der größten Medienskandale Deutschlands verwickelt waren.

„Faking Hitler“ thematisiert den größten deutschen Medienskandal der Nachkriegszeit. Jetzt feiert die RTL+-Serie ihre Free TV-Premiere bei VOX. Der Sender zeigt jeweils drei Folgen am 14. und 21. September 2022 (20:15 Uhr). Worum es in der mehrmals für den Deutschen Fernsehpreis nominierten Serie geht und wer zum hochkarätigen Cast zählt.

In den frühen 1980er Jahren erschütterte ein Skandal den „Stern“. Das Nachrichtenmagazin verkündete 1983, dass sich die Tagebücher von Adolf Hitler in seinem Besitz befänden. Noch bevor die Ergebnisse einer Echtheitsuntersuchung des Bundeskriminalamtes (BKA) vorlagen, wurden erste Auszüge daraus veröffentlicht – ein großer Fehler. Denn wenig später gab das BKA bekannt: Die Bücher sind gefälscht. Dahinter steckte Konrad Kujau (1938-2000), Maler und Kunstfälscher aus der schwäbischen Provinz, der den „Stern“-Reporter Gerd Heidemann (90) um den Finger wickelte.

Moritz Bleibtreu: „Viele Menschen wollten an Echtheit glauben“

In der fiktionalisierten Drama-Serie „Faking Hitler“ (seit dem 30. November bei RTL+) wird die skurrile Geschichte rum um die Veröffentlichung erzählt. Während Lars Eidinger (46) in den sechs Teilen die Rolle des Journalisten Heidemann spielt, verkörpert Moritz Bleibtreu (51) den Fälscher Kujau.

Der gebürtige Münchner kann sich noch gut an den damaligen Skandal erinnern. „Ich war damals ungefähr zwölf Jahre alt und alle waren in heller Aufregung“, erklärte der 51-Jährige im vergangenen November im Gespräch mit spot on news. Im Rahmen der Dreharbeiten hatte der Schauspieler auch die Möglichkeit, die „echten“ gefälschten Tagebücher in den Händen zu halten. „Man bekommt sofort den Eindruck, dass sehr viele Menschen an die Echtheit glauben wollten“, sagte Bleibtreu. „Von den falschen Initialen auf dem Cover bis zu der Verarbeitung – da fragt man sich schon, wie das keinem auffallen konnte.“

Serie immer noch hochaktuell

Für den Schauspieler sei die Rolle eine „tolle Vorlage“ gewesen. „Diese Art von Verbrecher spielen in der kriminellen Welt in der Champions League. Denn es ist in gewisser Weise eine Art Gentleman-Vergehen. Gleichzeitig ist Kujau ein sehr lustiger Kerl gewesen. Er hatte den Schalk im Nacken und war mit einer gesunden Portion Lebensmut und Lebensfreude ausgestattet.“ Für die Rolle musste sich Bleibtreu einen besonderen Dialekt aneignen: „Eigentlich stammt Kujau aus Sachsen. Wenn man genau hinhört, zumindest habe ich mir das eingebildet, ist eine leichte Mischung aus Schwäbisch und Sächsisch zu hören. Ich habe immer gesagt, es sei gefälschtes Schwäbisch.“

Der Inhalt der Serie ist für Bleibtreu noch immer hochaktuell. „Rechtsradikalismus und Faschismus werden in Deutschland immer eine Bedeutung haben“, erklärt er. „Das Land ist extrem verwurzelt mit den Gräueltaten von damals. Ich glaube nicht, dass uns das jemals wieder loslassen wird. Das ist ein Teil unserer Geschichte und der wird auch immer wieder aufgearbeitet werden – nicht nur in der Kunst. Auch in der politischen und sozialen Welt wird die Vergangenheit immer eine Rolle spielen.“

Neben Eidinger und Bleibtreu spielen in der Serie unter anderem Sinje Irslinger (26), die die „Stern“-Jungredakteurin Elisabeth Stöckel mimt. In weiteren Rollen sind Hans-Jochen Wagner (53) als „Stern“-Journalist, Daniel Donskoy (32) als Investigativ-Journalist Leo Gold, Ulrich Tukur (65) als Universitätsprofessor Hans Stöckel und Jeanette Hain (53) als Edda Göring zu sehen.