GNTM: Unfairer Rauswurf – wieso muss Lieselotte nicht gehen?

Leni HübnerLeni Hübner | 25.03.2022, 20:59 Uhr
Heidi KLum im schwarz-weißen Volant-Oberteil ruft und winkt Fans etwas zu
Heidi KLum im schwarz-weißen Volant-Oberteil ruft und winkt Fans etwas zu

Foto: IMAGO/ MediaPunch

Gestern sollten gleich zwei Kandidatinnen bei GNTM die Koffer packen, doch Lieselotte darf bleiben, trotz Fremdschäm-Aktionen und miserablen Leistungen. Das ist ein Skandal, den Heidi Klum nicht weglächeln kann.

Klar, es kann nur eine „Germany’s Next Topmodel“ werden und der Wettkampf um den Titel wird immer härter. Jede Woche muss Heidi Klum (48) eine Kandidatin nach Hause schicken. In dieser Woche traf es gleich zwei Teilnehmerinnen: Jessica (21) und Paulina (32) sind raus. Das war vor allen Dingen bei Paulina ein Schock, denn die Berlinerin galt bei einigen schon als heimliche Favoritin und mit ihrer Model-Erfahrung absolvierte sie die wenigen Staffel-Shootings sehr souverän.

Sonderbehandlung für Lieselotte

Diese Woche lief es bei Paulina und Jessica tatsächlich nicht so gut. Beim Videodreh mit merkwürdigen Gadgets wie einem Grinsetrainer und einem Kissen-To-Go, die sie als Influencerinnen anpreisen sollten, scheiterten beide. Und auch der Walk auf unebenem Sandboden in der windigen Wüste, den Paulina sogar zunächst noch auf hohen Absätzen bewältigen musste, war nicht sauber. Zu schnell, zu überladen, zu viele Posen. Fazit: Heidi Klum beendet hier die GNTM-Reise für die zwei Berlinerinnen.

Trotz heftiger Proteste von Fans – vor allem auf Paulinas Instagram-Seite – könnte man das als „normal“ abhaken, immerhin müssen Kandidatinnen gehen, damit am Ende nur eine Siegerin übrigbleibt… wäre da nicht Lieselotte. Die 66-Jährige hat sich in beiden Challenges so dermaßen ins Aus geschossen, dass Heidis Milde unangebracht erscheint. Gemeinsam mit ihrem Mit-Juror und Regisseur Mario Schmolka (47) begeisterte sich die GNTM-Mama für Lieselottes unsäglichen Influencer-Auftritt.

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Heidi Klum gibt Seniorin Nachhilfe

Während Heidi Klum lobte, dass „vom Text her sehr vieles Schönes“ dabei gewesen sei, fragte sich die GNTM-Fan-Base, ob sie einen anderen Film zu sehen bekamen. Die einhellige Meinung auf Twitter in der Kurzfassung: Lieselotte gehört da einfach nicht hin. Doch Heidi nahm sich der Seniorin mal wieder an und gab Nachhilfe in Sachen Länge, auf den Punkt kommen und die Grenzen des guten Geschmacks einhalten.

So verzichtete Lieselotte darauf, die Mundwinkel unserer Ex-Kanzlerin aus Pointenvorlage zu nutzen, und es gelang ihr, das unfassbare Gebrabbel im Shoppingkanal-Stil auf 45 Sekunden zu reduzieren. „Das war super, I love it“, ruft Heidi, bevor Mario Schmolka nach Worten ringen kann. Der lässt sich dann umstimmen und fällt in den Lobgesang mit ein. Aber egal, wie laut Heidi Klum ihrer Begeisterung kundtut, man kann es ihr angesichts dieser Leistungen von Lieselotte nicht mehr abkaufen.

Vom Alien zum Clown

Doch die Ü60-Kandidatin legt noch einen drauf. Bei dem High-Fashion-Walk mit Designs von The Blondes benimmt sie sich so grenzenlos daneben, dass man nicht versteht, warum Heidi Klum die Peinlichkeiten nicht abbricht. Lieselotte missversteht den Alien-Walk als Clown-Nummer und sucht in der Ferne nach Ufos, zwinkert, kichert und weiß nicht im Geringsten, worum es hier geht.

Die Gastjuroren Phillipe und David Blond, eigentlich Phillipe Rolano und David Trujillo, die das Motto „Blondes have more fun“ in die Welt der Haute-Couture übertragen, konnten nicht fassen, was Lieselotte da abzogen hat. „Ich bin ein bisschen verwirrt“, meinte dann auch Phillipe Blonde und suchte nach der versteckten Kamera, die den schlechten Scherz erklären könnte. „Das will man nicht sehen auf dem Laufsteg“, musste auch Heidi Klum zugeben. „Das ist ein bisschen albern.“




Immer neue Chancen für Lieselotte

Trotzdem bekam Lieselotte diese Woche nur eine weitere Ermahnung. Dass das nichts hilft, sollte Heidi Klum nach acht Folgen selbst wissen. Lieselottes Merkwürdigkeiten ziehen sich durch die gesamte Staffel. Manchmal passen sie zufällig, meistens aber nicht. Sie wirkt wie ein Alien auf dem falschen Mode-Planeten. Auch wenn sie dank ihres tollen Körpers und dem coolen Look schon auf der Fashion-Week laufen durfte, wird sie im Bereich High-Fashion nie zu Hause sein.

„Sie war selbstbewusst und sie sah großartig aus“, meinte David Blond dann, nachdem er sich vom Schock erholt hat und Heidi Klum ihm vielleicht hinter den Kulissen erklärt hat, dass man Lieselotte gerade wegen ihres Trash-Potentials noch in der Sendung lassen will. Lieselotte nutzt die Zeit bei GNTM jedenfalls, um sich als Marke unter ihrem vollständigen Namen Lieselotte Reznicek zu etablieren. Nach der Show wird sie sicher in der bunten TV-Welt unterkommen. Nur als was?

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Unglaubwürdiger Wettkampf

Die anderen Mädchen bekommen ja nicht mit, wer wirklich welche Leistung abliefert. Den Walk und das Video von Lieselotte werden sie selbst erst bei der Ausstrahlung gesehen haben. Vor allen Dingen Paulina und Jessica hätten nun jeden Grund, sich zu empören. Sie tun es als Teil der „Germany’s Next Topmodel“-Maschinerie nicht. Das übernehmen die Fans. Lautstark, aber zu spät. Heidi Klum ist mit ihren „Meeedchen“ ja längst ein paar Folgen voraus. Aber dieser Skandal nimmt GNTM wieder einmal die Glaubwürdigkeit. Schade und überflüssig.