Kommissar van der Valk ist wieder da – Jagd durch Amsterdam

dpadpa | 04.06.2022, 10:59 Uhr
Kommissar Van der Valk (Marc Warren) ermittelt in Amsterdam.
Kommissar Van der Valk (Marc Warren) ermittelt in Amsterdam.

ARD Degeto/Company Pictures/NL Films/All3Media international/dpa

Der frische „Tatort“ kommt erst am Pfingstmontag. Wer neue Krimiware am Sonntag schätzt, muss länger aufbleiben. Der Lohn ist ein Thriller mit Blut, Spaß und Spannung. In Holland weiß man eben, wie das geht.

Inmitten eines öden Windparks in der Nähe von Amsterdam ist eine attraktive Anwältin grausig ermordet worden. Jemand hat auf der riesigen Wiesenfläche ein großes Kreuz aufgestellt und sie daran festgebunden. Rattengift hat die Frau getötet.

Mit einem Messer hat man ihr ein großes X auf den Bauch geritzt. Offenbar hat tagelang keiner den Tod der Anwältin bemerkt. Klienten riefen in Scharen auf dem Handy an – ihr Mann nicht ein Mal.

Recht trist und finster muten die ersten Augenblicke des neuen Thrillers der ARD-Reihe „Kommissar van der Valk“ an. Und auch später wird mit Brutalität nicht gespart. Dennoch ziehen sich auch Witz und Spannung durch den 90-Minüter, und man kann viel über niederländische Geschichte lernen. Für Sonntagskrimi-Fans ist der Film am 5. Juni um 21.45 Uhr die einzige Neuware an dem Abend. Schuld ist Pfingsten. Der Münchner „Tatort“ um 20.15 Uhr ist eine Wiederholung von 2019, die nächste Erstausstrahlung ist der Dresdner „Tatort“ am Pfingstmontag.

Zurück zu „Kommissar van der Valk“. Die Krimireihe ist in Deutschland wenig bekannt, hat aber eine lange Tradition. Schon von 1972 bis 1977 und Anfang der 1990er durfte die Figur im britischen Fernsehen Fälle lösen. Auch die Neuauflage wird zwar in den Niederlanden gedreht, ist aber eine britische Produktion und hat durchweg englische Darsteller.

Marc Warren alias Piet Van der Valk kennen britische Zuschauer eher als zwielichtigen Typen, der in TV-Formaten der Insel lauter Schurken vom Grafen Dracula bis zum Gegenspieler des Highlanders spielte. Entsprechend undurchsichtig und spröde mimt Warren den Titelhelden.

Pest, Flut, Feuer

Van der Valk, der vor ziemlich genau zwei Jahren das erste Mal auch im deutschen Fernsehen ermittelt hat, erlebt nun sein viertes Abenteuer „Gejagt in Amsterdam“. Er stolpert dabei erst in einen One-Night-Stand und dann in einen verzwickten Serienmörder-Fall.

Schnell steht fest: Der Killer oder die Killerin hat einen Faible für klassische Bildung und Amsterdamer Legenden. Die drei Plagen Pest, Flut und Feuer spielen bei den Verbrechen eine zentrale Rolle. Doch was hat die Künstlerkolonie mit dem Fall zu tun, die vom ersten Opfer verklagt worden ist und auf ein gesundheitsgefährdendes Grundstück umziehen sollte? Und spielt die undurchsichtige Frau, die der tapsige Polizei-Casanova Brad de Vries (Luke Allen-Gale) datet, eine Rolle?

Wie alle neuen Folgen der „Kommissar Van der Valk“-Reihe fußt die Episode auf Motiven der Original-Serie in den 1970ern. Der nächste, fünfte Fall heißt „Blut in Amsterdam“ und läuft schon am Montag.