„Marie Brand“ ermittelt auf und unter der Radrennbahn

dpadpa | 09.11.2021, 14:37 Uhr
Marie Brand (Mariele Millowitsch, l.) und Jürgen Simmel (Hinnerk Schönemann ,2.v.l.).
Marie Brand (Mariele Millowitsch, l.) und Jürgen Simmel (Hinnerk Schönemann ,2.v.l.).

Guido Engels/ZDF/dpa

Geldgier, Liebe und Eifersucht oder Konkurrenzkampf? Das Team um „Marie Brand“ kriegt es dieses Mal mit einem ganzen Haufen an möglichen Tätern samt unterschiedlichster Motive zu tun.

Dieses Mal muss Kommissar Jürgen Simmel seiner Kollegin Marie Brand sein Sakko nicht in die Hand drücken, um einen Flüchtigen zu verfolgen.

Stattdessen steigt er aufs Rennrad und nimmt es mit einer Damenmannschaft auf der Bahn auf. Zwei Runden, von denen er noch an den Folgetagen beim Treppensteigen etwas spürt. Dabei hatte er vorher gelästert, die Sportler führen doch immer nur im Kreis.

Dass das Duo in dem ZDF-Krimi „Marie Brand und der Tote im Trikot“ (am Mittwoch um 20.15 Uhr) an der Radrennbahn ermittelt, liegt am Skelett im Erdreich unter der Anlage. Die Knochen sind durch Bissspuren von Tieren gezeichnet, ein Ring ist am Finger geblieben. Auch wenn das Opfer erst vor zwei Jahren gestorben ist, ist von den sterblichen Überresten nicht mehr viel übrig. Ein anonymer Hinweis hatte die Polizei auf das unkonventionelle Grab aufmerksam gemacht.

Der Tote ist der ehemals erfolgreiche Radsportler Stefan Lührs, dem eine große Karriere bevorstand – von der viele profitieren wollten. Sein Stiefvater und sein Zwillingsbruder hatten mit dem Namen ein Radsportgeschäft ankurbeln wollen. Sie wähnten den Verschollenen angeblich auf einer Weltreise und zeigen sich doch wenig überrascht von den Neuigkeiten. „Vielleicht ist die Todesnachricht ja gar nicht so ein Schock“, spekuliert Ermittlerin Brand.

Auch eine Ärztin ist involviert sowie eine junge Frau, die Lührs einst anhimmelte und eine Fanseite im Internet erstellte. Doch die Ermittler müssen auch überprüfen, was es mit Dopinggerüchten auf sich hat. Welche Rolle spielt der einstige Konkurrent, der nach einem schweren Unfall sein Leben lang kein Rad mehr besteigen kann? Und welches Geheimnis verbirgt der Trainer? Dieser verrät den beiden Kommissaren zunächst: „Stefan wollte vor allem weg von seinem Alten.“

Durch dieses Dickicht an möglichen Verdächtigen muss sich auch das Publikum wühlen. Wenn sich auch viele Alibis schnell als wasserdicht erweisen. Inszeniert sind die Ermittlungen im kalten, windigen Herbst von Köln. Viele Szenen sind in mattem Blau-Grau gehalten. Selbst ins Kommissariat dringt dank der Jalousien nur sporadisch Licht.

In der ebenfalls düsteren Rechtsmedizin klaut dann noch jemand Vermummtes den Ring. „Ein Ring weniger, eine Spur mehr“, kommentiert Brand. „Das klingt poetisch“, entgegnet Simmel. 

Seit 2008 schickt das ZDF die hochbegabte, logisch arbeitende Ermittlerin Brand (Mariele Millowitsch) und ihren deutlich impulsiveren, manchmal auch etwas unbedarften Kollegen Simmel (Hinnerk Schönemann) in unregelmäßigen Abständen zum Einsatz. Die Erstausstrahlungen der Krimireihe laufen seit 2014 mittwochs oder samstags zur besten Sendezeit. Für den Mainzer Sender ist sie bei mehreren Millionen Zuschauern und Zuschauerinnen je Folge und Marktanteilen von teils mehr als einem Fünftel ein Quotengarant.

Im neuen Fall dröselt sich die Gemengelage Stück für Stück auf. So bleibt Zeit für Zwischenmenschliches und auch kleine Scharmützel: Simmel zeigt leichte Eifersüchteleien wegen des Rechtsmediziners. Brand wiederum erschnüffelt eine Veränderung bei ihrem Kollegen: „Neues Deo?“, fragt sie. „Ja, ich probiere was aus“, antwortet der. Sie kontert trocken: „Da ist noch Luft nach oben.“