TV-TippNeue Serie „Meiberger“: Schlafwandlerin unter Mordverdacht

dpadpa | 13.07.2022, 15:40 Uhr
Fritz Karl spielt den Gerichtspsychologen Thomas Meiberger.
Fritz Karl spielt den Gerichtspsychologen Thomas Meiberger.

Henning Kaiser/dpa

TV-Kommissare stoßen gelegentlich an ihre Grenzen - da kann ein Psychologe hilfreich sein. Jetzt tritt einer aus Österreich auf den Plan.

Eine junge Frau wacht in ihrem Bett auf und erlebt den Schrecken ihres Lebens. In ihrer linken Hand liegt ein blutiges Messer, auf dem Teppich im Wohnzimmer liegt ihr schwerverletzter Mann.

Nun wird sie verdächtigt, im Schlaf auf ihn eingestochen zu haben. Gerichtspsychologe Thomas Meiberger, gespielt von Fritz Karl, entdeckt bald: Die Tatverdächtige leidet schon seit ihrer Jugend unter einer bestimmten Form von Schlaflosigkeit (Somnambulismus).

„Meiberger – Im Kopf des Täters“ heißt die Serie, die bereits bei Servus TV zu sehen war und deren erste Staffel mit acht Episoden nun ab Mittwoch (20.15 Uhr) auf Vox anläuft, jeweils im Doppelpack.

Der Psychologe bekommt von Staatsanwältin Barbara Simma (Ulrike C. Tscharre) den Auftrag, ein Gutachten über die Frau zu erstellen – sehr zum Missfallen des Polizeikommissars Nepo Wallner (Cornelius Obonya). Er hält nämlich gar nichts von den ganzen Sperenzien, die der Forensiker stets verursacht.

Überraschungen im Privatleben

Unliebsame Überraschungen gibt es im Privatleben von Herrn Meiberger, denn seine Ex-Frau Karo (Jaschka Lämmert) plant, wieder zu heiraten. Er muss erfahren, dass es sich bei dem Neuen ausgerechnet um den Kommissar handelt. Sein Sohn Patrick (Lino Gaier) wohnt allerdings weiterhin bei ihm, und der Herr Papa bringt ihm allerhand Zaubertricks für einen gemeinsamen Auftritt bei.

Für Meiberger gehen Magie und Psychologie nämlich Hand in Hand, was ihm gerade in seinem Beruf enorm zugute kommt – gelegentlich wird er vom pensionierten Gerichtspräsidenten Giovanni Hutterer (Otto Schenk) unterstützt.

Fritz Karl (54, „Sugarlove“, „Das Tal der Mörder“) spielt hier einen erstklassigen Gerichtspsychologen, dem es anhand von kleinen Indizien gelingt, Lügen aufzudecken, Tathergänge zu rekonstruieren und in die Kopfwelten seiner Mitmenschen zu schauen. Das kann Fluch und Segen zugleich sein: Beruflich macht er das mit einer guten Mischung aus Professionalität und feiner Ironie, wobei auch deutlich wird, dass er privat ein ziemlich einsamer Mensch ist. Kleine Frotzeleien mit der zu schnell fahrenden Staatsanwältin oder dem hemdsärmeligen Kommissar gehören da zur Tagesordnung.

Raffinierte Geschichten und feiner Humor

Neben den raffinierten, teils perfiden Geschichten setzt das Autorenteam (darunter Maja und Wolfgang Brandstetter) mit ziemlich gescheiten Dialogen auf feinen Humor. Auch in den weiteren Fällen geht es um rätselhafte Taten sowie vermeintliche Opfer und unschuldige Täter. Hinzu kommen idyllische Bilder von Salzburg und dem nahe gelegenen St. Gilgen am Wolfgangsee, sämtliche Protagonisten wohnen in schönen Häusern.

Alles in allem ist diese unterhaltsame Krimiserie also recht sehenswert. Da bleibt zu hoffen, dass Vox auch die beiden weiteren Staffeln der Serie und den Spielfilm „Meiberger – Mörderisches Klassentreffen“ ins Programm nimmt.