Fernsehen„RTL aktuell“ startet neu: Hier der erste Blick in das neue Studio

RTL aktuell mit neuem Studio
RTL aktuell mit neuem Studio

Foto: RTL / Frank Hempel

Paul VerhobenPaul Verhoben | 29.08.2022, 18:15 Uhr

RTL Deutschland geht den nächsten Schritt auf dem Weg in die Zukunft mit LED-Wänden auch in Nachrichtenstudios und investiert mit seinem neuen, realen 360-Grad-Studio weiter in unabhängigen Journalismus.

Am 11. September 2010 wurde das bekannte Green-Screen-HD-Nachrichtenstudio in Betrieb genommen. Nun der nächste Schritt.

Am Sonntag, den 4. September will RTL nun nach einer coronabedingt immer wieder verlängerten Testphase sein neues multifunktionales Nachrichtenstudio in Betrieb nehmen. Dann dominieren LED-Wände den Look wie bei „Tagesschau“ und „Tagesthemen“.

Die Green Screens, wie es sie noch bei den „Heute“-Nachrichten im ZDF gibt, sind dann Geschichte. Wir stellen den Laden mal vor.

RTL aktuell mit neuem Studio

Foto: RTL / Stefan Gregorowius

„RTL aktuell“ macht den Anfang

Dann sendet ein Großteil der News- und Magazinsendungen von RTL aus dem gemeinsamen 445qm großen und multifunktionalen Studio in Köln-Deutz. Der umfangreiche Relaunch erfolgt in zwei Stufen: Los geht es am 4. September mit „RTL Aktuell“. Moderiert wird die Studio-Premiere von RTL-Anchorman Peter Gert Johannes Kloeppel, der seit 1992 dabei ist.

Das „RTL Nachtjournal“ folgt dann im neuen Look am 5. September. Die RTL-Magazine „Punkt 6/7/8“ und „Punkt 12“ starten am Montag, den 19. September. Dann dürfte sich auch alles reibungslos eingespielt haben.

RTL aktuell mit neuem Studio

Foto: RTL / Stefan Gregorowius

Das neue Studio bietet dem Moderatorenteam in Zukunft mehr Möglichkeiten, Zusammenhänge noch besser zu erklären und übersichtlich für die Zuschauer aufzubereiten und einzuordnen – ob Studien, Umfragen, Interviews oder Schalten vor Ort. Bilder haben in der digitalen Welt ja immer stärker an Bedeutung gewonnen.

Das neue reale Studio mit den großen LED-Leinwänden ermöglicht es, diese Bilder in jeder Phase der Sendungen in den Fokus zu rücken und wirken zu lassen. Es kann in 360 Grad bespielt werden.



Die bekannte News-Mischung bleibt erhalten

Durch das begehbare Realset wird „die Nachrichtenpräsentation nahbarer und ist so für die Zuschauer noch besser nachzuvollziehen“, so der Sender in einer Mitteilung. Mit der extrem flexiblen Studiostruktur kann zudem auf aktuelle Entwicklungen noch schneller und angemessen reagiert werden. Die moderne Licht- und LED-Technik erzeugt darüber hinaus für jede Sendung eine, gerade auch für Magazine extrem wichtige, optimale Stimmung. Die Mischung aus Nachrichten, bunten Geschichten, Service und Gästen, die die RTL-Punkt-Sendungen seit drei Jahrzehnten auszeichnet, wird durch die neuen technischen, räumlichen und optischen Möglichkeiten besonders betont und somit greifbar für die Zuschauer.

Das neue Studio ist so geplant und ausgerüstet, dass auch neue Nachrichten- und Magazinformate für RTL+ und die digitalen Kanäle in der Optik und im Rhythmus für ganz junge Zielgruppen produziert werden können.

RTL aktuell mit neuem Studio

Foto: RTL / Stefan Gregorowius

Schnelle Umbauten in Minuten

Der Unterschied zum LED-Look von „Tagesschau“ und „Tagesthemen“: Die Anordnungen der vier großen, an Schienen hängenden LED-Screens sind variabel verschiebbar. Sie kommen somit – fugenlos aneinandergereiht – auf eine Länge von 12 Metern.

Das Studio ist mit exakt 143,91 m² LED-Flächen und einer Gesamtauflösung von 34.169.088 Pixeln ausgestattet und hat, unter Volllast aller elektronischen Komponenten von Licht, LED-Wänden bis hin zu Monitoren und Kameras, einen deutlich geringeren Stromverbrauch als das Green-Screen-Studio zuvor.

Angepasst an die jeweiligen Magazin- und Nachrichtensendungen finden mehrfach täglich die schnellen Umbauten statt. Innerhalb von Minuten lassen sich maßgeschneiderte Settings passend zur jeweiligen Nachrichtensituation herstellen. Somit sendet jedes Format aus einer spezifischen Standardkonfiguration und behält somit seinen unverwechselbaren Look.

RTL aktuell mit neuem Studio

Foto: RTL / Frank Hempel

RTL-Anchorman Peter Kloeppel sagte zu dem neuen Meilenstein: „Der große, offene Raum gibt uns Moderatorinnen und Moderatoren mehr Möglichkeiten, die teils sehr komplexen Informationen in den Nachrichten noch anschaulicher zu vermitteln als bisher. Vor allem freue ich mich darauf, dass das Studio bei der Präsentation mehr Bewegungsfreiheit erlaubt. Damit bieten wir den Zuschauerinnen und Zuschauern ein neues, attraktives und abwechslungsreiches News-Erlebnis – und haben als Fundament unsere jahrzehntelange Nachrichten-Erfahrung.“

Und auch „Punkt 12“-Moderatorin Katja Burkard ist begeiotert: „Ich freue mich vor allem, dass wir mit der Abkehr vom Green Screen ein sogenanntes ‚Real-Set‘ bekommen. Wir bemühen uns jeden Tag um Wahrhaftigkeit und dazu passt eben auch, dass unser Studio nahbar und realistisch ist. Mich begeistert auch, dass unsere Set-Elemente beweglich sind. Wir senden damit aus einem Raum, der so dynamisch ist wie unsere Themen. Mit anderen Worten: Unser Studio passt in die Zeit!“

Studio 1 im Sendezentrum von RTL Deutschland in Köln

Foto: RTL / Frank Hempel

Penible Koordination für unterschiedliche Gewerke

Warum es mit dem Bau so lange gedauert hat, erklärt Paul Hering, Leiter Studio- und Außenproduktion. „Der eigentliche Einbau von Deko, LED- und Bühnentechnik dauerte nur wenige Monate. Eine große Herausforderung war aber die zeitliche Koordination der Einbauphasen, da nicht alle Gewerke gleichzeitig arbeiten konnten. Außerdem durften bereits eingebaute LED-Wände oder fertiggestellte Deko durch Arbeiten in der Decke nicht gefährdet werden.“

Hering weiter: „Zusätzlich zum technischen Umbau war viel Zeit für die Planung, Vorbereitung und Inbetriebnahme der technischen Infrastruktur notwendig. Den Löwenanteil der Projektzeit benötigen aber Proben und Schulungen, denn diese Festinstallation muss täglich verlässlich laufen. Durch aufwendige, genaue Simulationen von Kameraeinstellungen und LED-Bespielung aller Sendungen während der Planungsphase konnte die Zeit zwischen Einbau und konkreter Proben deutlich verkürzt werden.“

Kurze Historie von „RTL aktuell“

Seit dem Sendestart am 2. Januar 1984 war „RTL aktuell“ der Name der Kurznachrichten-Formats. Die RTL-Hauptnachrichten hießen zunächst „7 vor 7 – Die Bilder des Tages“. Mit dem zunehmendem Kabel- und Satellitenempfang von RTL und dem Umzug des Senders nach Köln wurden der Name und die Sendezeit auf 18:45 Uhr angepasst.

Die „Tagesschau“ bleibt zwar mit durchschnittlich 6,016 Millionen Zuschauer Deutschlands meistgesehenes Nachrichten-Format (Quelle NDR 2020). Doch auf Platz 3 folgt
„RTL aktuell“ mit durchschnittlich 3,266 Millionen täglichen Zuschauern.