Die „Sesamstraße“ wird diverser – und bekommt diesen koreanischen Zuwachs!

Sebastian GrünbergerSebastian Grünberger | 15.11.2021, 19:08 Uhr

(c) Sesame Workshop

Die Sesamstraße wird „diverser“ – und stellt eine neue koreanisch-amerikanische Puppe vor, die auf aktuelle Geschehnisse reagieren soll.

Die „Sesamstraße“ setzt ein kulturelles Zeichen: Die Macher der beliebten US-amerikanischen Kinderserie führen mit Ji-Young eine neue Puppe in die bunte Riege der Figuren ein — und die ist alles andere als zufällig gewählt.

© Sesame Workshop

Historische neue Puppe

Ji-Young ist die erste asiatisch-amerikanische Figur in der Geschichte der Sendung. Genauer gesagt hat sie koreanische Wurzeln, ist sieben Jahre alt — und liebt Skateboarding und E-Gitarre spielen. Wie die Website „The Hollywood Reporter“ berichtet, ist die Puppe „der Höhepunkt vieler Diskussionen nach den Ereignissen des Jahres 2020 – George Floyds Tod und anti-asiatische Hassvorfälle“. Die Verantwortlichen der Serie haben darüber nachgedacht, wie die Sendung auf die aktuellen Ereignisse reagieren und „dem Moment gerecht werden“ könne, zitiert das Magazin Kay Wilson Stallings, einen der Verantwortlichen der Show.

Was der Name Ji-Young bedeutet

Den Namen erklären die Macher der Serie gegenüber „AP“ wie folgt: „Im Koreanischen bedeuten die beiden Silben traditionell etwas anderes, und Ji bedeutet so viel wie klug oder weise. Und Young bedeutet so viel wie tapfer oder mutig und stark. Aber wir haben es nachgeschlagen, und weißt du was? Ji bedeutet auch Sesam“.

Große Verantwortung

Damit soll die US-amerikanische Realität der Diversität in der beliebten Kindersendung besser abgebildet werden. Die Puppenspieler hinter Ji-Young —  Kathleen Kim, selbst koreanisch-amerikanisch, sieht in ihrer Arbeit mit der neuen Figur eine große Verantwortung. „Ich habe das Gefühl, dass ich mir selbst eine Menge Last aufbürde, um diese Lektionen zu lehren und zu repräsentieren, die ich als Kind nicht hatte“. Für sie sei es wichtig gewesen, die Figur nicht generisch pan-asiatisch zu gestalten und damit Klischees zu bedienen: „Denn das ist etwas, das alle asiatischen Amerikaner erlebt haben. Sie wollen uns in einen Topf werfen mit diesem monolithischen ‚Asiaten‘. Es war also sehr wichtig, dass sie eine spezifisch koreanische Amerikanerin war — nicht nur allgemein koreanisch, sondern hier geboren“.