Dienstag, 29. Mai 2018 23:02 Uhr

Filmkritik „Tully“: Charlize Theron auf Schlafentzug

Charlize Theron, einer der wunderschönsten Schauspielerinnen der Welt, hat angeblich 20 Kilo an Körpergewicht für „Tully“ zugelegt, aber leider macht das noch keinen guten Film. Ab 31. Mai startet der Film in den Kinos. Wir haben ihn schon gesehen.

Filmkritik "Tully": Charlize Theron auf Schlafentzug

Foto: DCM

Schade um die ganze Quälerei: Da futtert sich Charlize Theron angeblich 20 Kilo für eine Rolle auf die Rippen und dann das: der Film „Tully“ ist öde und langweilig. Außer der brandaktuellen Erkenntnis, dass Babys ihre Mütter und Väter schlaflos machen, gibt es nur einen windelweichen Plott.

Worum geht’s? Marlo (Oscar-Preisträgerin Charlize Theron) ist eine Vollzeitmama. Sie lebt in einem Vorort und ist verheiratet mit Drew (Ron Livingston, „Band of Brothers“), der eigentlich auch noch als zu versorgendes Kind durchgehen könnte. Die beiden haben schon zwei Kinder: einen schwer zugänglichen Sohn und eine Tochter.

Filmkritik "Tully": Charlize Theron auf Schlafentzug

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Baby Nr. 3 ist fast da – Marlo sieht kugelrund aus, aber sie managt alles mit einer buddha-gleichen Ruhe und Gelassenheit. Bis das Baby da ist. Ab diesem Zeitpunkt dreht Marlo langsam aber sicher ab.

Wegen anhaltendem Schlafentzug leidet sie so sehr, dass sie bald Realität und Einbildung nicht mehr voreinander unterscheiden kann. Bis endlich die Idee von Marlos Bruder Craig (Mark Duplass) umgesetzt wird und die titelgebende Nachtschwester Tully (Mackenzie Davis) engagiert wird: von da an wird es besser.

Schön langweilig

Ach was, besser: es wird phänomenal, denn die nächtliche Babysitterin, die Night Nanny, vollbringt Wunder. Tully kann alles, hat für alles Verständnis und ihr ist nichts peinlich. Tully übernimmt jede Nacht die Betreuung für das Baby, krempelt den Lotter-Haushalt auf wohnlich, sauber und gemütlich, hat ein Gemüt wie Schaukelpferd und eine Lebenserfahrung einer Riesenschildkröte. Die Überforderung der Mutter hat von Stund an ein Ende und sie hat wieder Kraft für den „Rest“ der Familie.

Der Ehemann, der betreuungsintensive Sohn, Tochter, Baby, Haushalt – wie eine Zirkusakrobatin jongliert Marlo wieder ihr Leben und hat auch noch Zeit und Energie für sich. Schön, nicht wahr? Schön langweilig. Selbstverständlich hat die Sache einen Haken, aber auch der ist wie der Elefant im Raum gut sichtbar.

Filmkritik "Tully": Charlize Theron auf Schlafentzug

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Babies kosten Nerven und den Schlaf ihrer Mütter. Jupp, dass ist bekannt und macht es auch nicht erträglicher, wenn man dazu auch noch einen ganzen Spielfilm serviert kriegt. Das Thema Schlafentzug und die Folgen als Möchtergern-Drama mit einer propperen Charlize Theron ist – Entschuldigung – schnarchlangweilig.

Fazit: Eine Mutter dreht ab, weil sie unter extremen Schlafentzug leidet – verursacht von einem Neugeborenen. Böses böses Baby, nicht wahr? Charlize Theron, die den Film auch produziert hat, hat sich leider für die falsche Rolle verausgabt. (Katrin Wessel)

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