Donnerstag, 6. Februar 2020 22:16 Uhr

Bambi-Gala: Nach über 25 Jahren ist Schluss

imago images / Marja

Nach annähernd einem Vierteljahrhundert beendet die ARD die Live-Übertragungen der Bambi-Galas. Der ARD-Koordinator für Unterhaltung, Thomas Schreiber, sagte auf dpa-Anfrage: „Der Vertrag ist 2019 ausgelaufen; in der ARD gab es ein Votum, keinen neuen Vertrag zu schließen.“

Zuerst hatte das Portal „dwdl.de“ berichtet. Der Bambi von Hubert Burda Media ist einer der wichtigsten Medienpreise in Deutschland. Die Auszeichnung gibt es seit 1948. Seit Mitte der 1990er Jahre übertrug die ARD die Verleihung live im Fernsehen.

Burda-Vorstandsmitglied Philipp Welte sagte: „Bambi wird es immer geben. Es ist eine multimediale journalistische Plattform geworden, die würdigt, was den Menschen wichtig ist.“ Er fügte wie zur Entschuldigung hinzu: „Die Verleihung 2019 hat über 7 Milliarden Medienkontakte erzielt, von denen die ARD 3,46 Millionen Fernsehzuschauer beigesteuert hat.“

Jetzt geht’s halt ohne die ARD weiter

Weiter sagte er: „Unabhängig von der Entscheidung der ARD funktioniert Bambi als größter europäischer Medienpreis und als populäre Marke kanalunabhängig mit oder ohne TV. Die Zusammenarbeit mit der ARD und besonders dem Mitteldeutschen Rundfunk war über 20 Jahre erfolgreich und immer innovativ. Jetzt gehen wir diesen Weg ohne die ARD weiter.“

Den „Bambi“ gibt es seit 1948. Seit Mitte der 1990er Jahre übertrug die ARD die Verleihung im Fernsehen. Zuletzt war 2019 mit der „Goldenen Kamera“ ein weiterer Fernsehpreis aus dem Programm der öffentlich-rechtlichen Sender gestrichen worden. In diesem Jahr soll er zum letzten Mal im TV gezeigt werden. Die 55. Verleihung wird am 21. März live im ZDF übertragen.

Die Leute vor den Bildschirmen haben in der Mehrzahl womöglich einfach keine Lust auf die stundenlange Selbsbeweihräucherung einer Branche, die immer eine elitäre war. Die ‚Hannoversche Allgemeine Zeitung‘ plädierte bereits im November 2011 dafür, die Preisverleihung abzuschaffen. In der Begründung hieß es: „Immer gleiche Preisträger, unnötige ‚Skandale‘, willkürliche Kategorien, gesunkene Relevanz.“ (dpa/KT)

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