02.07.2020 20:49 Uhr

„Beach Rats“: Tags heterosexueller Macho, nachts schwuler Sex

Filme jenseits der Hetero-Norm: Bis zum 6. August zeigt der RBB Filme mit gleichgeschlechtlicher Liebe. Allerdings zu später Stunde.

Edition Salzgeber

Schon den dritten Sommer in Folge zeigt das Dritte Programm von Berlin und Brandenburg unter dem Titel „rbb QUEER“ großes Kino mit gleichgeschlechtlicher Liebe und Dramen voller Zärtlichkeit.

Noch bis 6. August sind donnerstags am späten Abend queere Filme zu sehen. An diesem Donnerstag (2. Juli, 23.25 Uhr) läuft als deutsche Erstausstrahlung der Film „Beach Rats“ von Eliza Hittman. Darin geht es um den 19-jährigen Frankie auf Coney Island in New York, der tagsüber den heterosexuellen Macho gibt und nachts auf der Suche nach schwulem Sex ist.

"Beach Rats": Tags heterosexueller Macho, nachts schwuler Sex

Edition Salzgeber

Regisseurin Eliza Hittman über das Thema ihres Films: „Ich wuchs in einer Familie auf, in der das Sprechen über Sexualität Tabu war. Ich habe erlebt, wie Menschen an ihrer Sexualität verrohen können. Und ich machte selbst Erfahrungen mit Homophobie. Das hat mich zu der Geschichte über einen jungen Mann inspiriert, der mit seiner sexuellen Identität kämpft. Ich suchte dafür ganz bewusst ein besonders maskulines Milieu. Darin wollte ich den enormen Druck untersuchen, der auf jungen Männern lastet, die traditionell maskulinen Lebensbildern folgen sollen und denen keine Alternativen, keine anderen Rollenmodelle angeboten werden.“

Das sind die weiteren Filme

In den kommenden Wochen folgen noch „La belle saison – Eine Sommerliebe“ von Catherine Corsini (9. Juli, 23.30 Uhr), „Heute gehe ich allein nach Hause“ von Daniel Ribeiro (16. Juli, 23.30 Uhr, OmU, deutsche Erstausstrahlung), „Viva“ von Paddy Breathnach (23. Juli, 23.30 Uhr, OmU, deutsche Erstausstrahlung) sowie „Lichtes Meer“ von Stefan Butzmühlen (30. Juli, 23.30 Uhr, deutsche Erstausstrahlung).

Am 6. August (23.45 Uhr) zeigt das rbb-Fernsehen dann den Lesbenfilm „Rafiki“, der 2018 in Cannes Premiere hatte und im Herkunftsland Kenia eine Debatte auslöste. Der Film wurde sogar verboten, weil er versuche, „Homosexualität zu legitimieren“. In Kenia wird wie in vielen afrikanischen Ländern Homosexualität strafrechtlich verfolgt.

Als Auftakt hatte der rbb schon den Coming-of-Age-Film „Siebzehn“ der Österreicherin Monja Art – bester Film beim Filmfestival Max Ophüls Preis 2017 – im Programm sowie die französische Aidsaktivisten-Hommage „120 BPM“ von Robin Campillo, die 2017 in Cannes lief und dort unter anderem den Großen Preis der Jury gewann.

© dpa-infocom, dpa:200630-99-612057/2

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