Freitag, 25. Oktober 2019 22:06 Uhr

Conchita Wurst verteidigt Drag-Show mit Heidi Klum

Foto: Martin Ehleben/ProSieben

Nachdem im Frühjahr bekannt wurde, dass Heidi Klum, Bill Kaulitz und Conchita Wurst als Juroren für die neue Show „Queen of Drags“, eine Adaption der in Amerika sehr erfolgreichen Show „RuPaul’s Drag Race“, fungieren werden, gab es einen riesigen Aufstand innerhalb der LGBTQ-Szene.

Die Kritik richtete sich hauptsächlich gegen Modelmama Heidi Klum. Die LGBTQ-Community bemängelte, dass das Model ja nun überhaupt nichts mit der Thematik Draq-Queens und Szene am Hut habe. Trotz einer gestarteten Petition und über 27.000 gesammelten Stimmen wird die Show „Queen of Drags“ am 14. November 2019 auf ProSieben starten.

Ein paar Worte zum Thema Integration

Tom Neuwirth, besser bekannt als Conchita Wurst, kann die Kritik der Community nicht ganz nachvollziehen. Im Interview zeigt er sich verwirrt über die fehlende Toleranz, der sonst auf Gleichberechtigung erpichten Szene. „Ich kann verstehen, dass es auf den ersten Blick irritiert. Ich war aber auch sehr überrascht, weil das für unsere Community entlarvend war, die selbst doch immer so auf Integration pocht“, sagte der Sänger gegenüber NTV. „Ich fand das schade und musste mir das Problem selbst erstmal erklären lassen. Ich finde, Heidi hat absolut die Berechtigung, in einer Jury zu sein, die Entertainment beurteilt. Das kann sie. Sie ist lange genug in diesem Business.“

Conchita Wurst verteidigt Drag-Show mit Heidi Klum

(v.l.n.r.) Olivia Jones; Heidi Klum; Bill Kaulitz; Conchita Wurst Martin Ehleben/ProSieben

„Heidi ist ein Multiplikator“

Wurst hoffe, dass mit Heidi Klums neuer Show auch außerhalb der Drag- und LGBTQ-Szene Aufmerksamkeit gewonnen werden könne: „Natürlich, weil Heidi ist ein Multiplikator für ein Format, das es so im deutschsprachigen Raum noch nicht gab. Ich möchte eine tolle Show haben, tolle Performances sehen, aber ich meine auch, dass diese Show das Potenzial hat, Menschen zu zeigen, die liebenswert sind, und damit Herzen öffnet. Das wäre mir das Wichtigste.“

Quelle: instagram.com

Und weiter: „Mir geht es gar nicht darum, dass irgendjemand etwas versteht oder plötzlich toll findet, sondern dass er sieht, dass wir alle nur Menschen sind. Wir haben alle die gleichen Probleme, die gleichen Unsicherheiten. Hören wir doch endlich auf, uns auseinanderzudividieren.“

Bei „Queen of Drags“ sucht die Jury, wie beim amerikanischen Original, den nächsten Star der Drag-Szene, also vereinfacht gesagt: Männer als Frauspielerinnen.  Ähnlich wie bei Heidis Modelshow GNTM müssen sich die Kandidaten Woche für Woche Challenges stellen. Zehn Drag Queens aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ziehen in eine Luxus-Villa in Los Angeles und inszenieren Woche für Woche eine Varieté-Theater, in der sie sich mit all ihren Facetten präsentieren: mal ladylike, mal etwas frech, mal berührend. Und am Ende kann nur eine „Queen of Drags“ werden. Natürlich.

„Queen of Drags“ – ab 14. November 2019, donnerstags um 20:15 Uhr auf ProSieben.

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