28.12.2020 19:45 Uhr

Das ist Paula Beer: Überirdisch gut in „Werk ohne Autor“

Florian Henckel zu Donnersmarcks dreistündiges Werk „Werk ohne Autor“ zeigt deutsche Geschichte über drei Generation hinweg. In eine der Hauptrollen: Paula Beer.

© imago images / Future Image

Nazizeit, Sozialismus, Ausreise aus der DDR in die BRD – das sind die drei großen Kapitel in der deutschen Geschichte, um die es Oscar-Preisträger Florian Henkel zu Donnersmarck in „Werk ohne Autor“ geht. Das Epos ist nicht wirklich ein Bio-Pic, hat aber ein echte Biografie als Vorlage.

Der weltberühmte Maler Gerhard Richter (geb. 1932 in Dresden) ist ein Star in der modernen Kunst, seine Werke sind die teuersten der Welt.

Das ist Paula Beer: Überirdisch gut in "Werk ohne Autor"

© ARD Degeto/Wiedemann & Berg/Nadja Klier

Von Donnersmarck hat sich verhoben

Der preisgekrönte Regisseur für „Das Leben der Anderen“ ist offensichtlich ein Fan von Gerhard Richter. Die beiden hatten anfangs nja och miteinander gesprochen, aber Richter hat dann schnell den Kontakt abgebrochen und sich von dem Film distanziert. Von Donnersmarck konnte trotzdem ein wunderbares Ensemble für sein über 3-Stunden-Epos verpflichten. Aber obacht: Filme mit Überlänge sind nicht automatisch überirdisch gut.

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Tom Schilling und Paula Beer als Paar

Die männliche Hauptrolle in „Werk ohne Autor“, der Maler Kurt Barnert spielt Tom Schilling (38, 1,70m) und die Liebe seines Lebens, Elisabeth „Ellie“ Seeband“ wird von der 1,67 m kleinen Paula Beer gespielt. Der Part der 25-Jährigen als Muse und Tochter aus gutem Hause hat es in sich. Ihr Vater Prof. Carl Seeband (Sebastian Koch, 58, „Das Leben der Anderen“, „Stauffenberg“) ist ein Nazi-Arzt und aktiv am Euthanasie-Programm beteiligt. Ellie ist also die Tochter eines Monsters im weißen Kittel und sie ist auch Akademie-Absolventin und somit immer zwischen Baum und Borke.

Diese Zerrissenheit ihrer Rolle meistert sie mit Bravour.

„Eine unglaubliche Stärke“

Im Pressematerial erzählt sie über Rolle als Ellie: „Ja, sie hat eine unglaubliche Stärke. Nach außen mag sie unterwürfig wirken, weil sie gegenüber ihrem Vater nicht den Mund aufmacht und sich auch Kurt gegenüber nicht immer ganz öffnet. Ich halte es aber für eine innere Stärke, weil sie andere Menschen nicht zu sehr mit ihrem Kram belasten möchte: Sie will das auf ihre Weise klären.“

Auf die Frage wie die Zusammenarbeit mit Tom Schilling war, mit dem sie übrigens diverse Nacktszenen hat, antwortete sie: „Für mich war es das erste Mal, einen Teil eines Liebespaares zu spielen. Tom ist ein sehr guter und vor allem professioneller Kollege, mit dem die Arbeit sehr viel Spaß gemacht hat.“

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Galerie

Mysteriös, unergründlich und atemberaubend

Paula Beer hat 2020 so richtig abgesahnt: Sie hat den Silbernen Bären und den Europäischen Filmpreis für „Undine“ (Regie Christian Petzold) gewonnen. Paula spielt die titelgebende Undine, ein mythisches Wesen aus dem Wasser, das an Land in heutiger die große Liebe findet. Ein seltsamer Film mit einer furiosen Paula Beer.

Zwei weitere Filme mit ihr lohnen sich anzusehen: einmal spielt sie eine blutjunge Witwe in der die deutsch-französischen Co-Produktion „Frantz“ (2016). „Frantz“ ist ein Schwarz-Weiß-Drama, das im 1.Weltkrieg spielt.

Und dann gibt es noch „Vier Könige“ – ein Ensemble-Film von 2015, der zum Niederknien ist. Vier Teenager in der Psychiatrie über Weihnachten. Paula spielt Alex, die sich selbst aus dem fahrenden Auto hat fallen lassen. Sofort heißt es für das stille Kind ab in die Klapper. Sie ist dort in Gesellschaft von anderen Hochkarätern in der Schauspielgarde: Jella Haase, Moritz Leu und Jannis Niewöhner. Auch in „Vier Könige“ ist Paula Beer schlichtweg beängstigend gut. (KW)

„Werk ohne Autor“ 28. Dezember 2020, 20.15 Uhr im Ersten und in der ARD-Mediathek.