11.10.2020 23:15 Uhr

„Das Sommerhaus der Stars“: Wohin mit dem Hass?

Ehekrise, Machtspiele, Verrat - "Das Sommerhaus der Stars" ist nach dem Rauswurf von Andrej und Jennifer zerrütteter denn je. Doch wie sollte es auch anders sein, so ganz ohne Anführer?

TVNOW

Eines haben wir durch die vergangene Folge „Sommerhaus der Stars“ gelernt: Hass verbindet, in dem Fall Andrej Mangolds (33) Hass auf seine „Bachelor“-Exflamme Eva Benetatou (28). Mehr Missgunst, Mobbing und Niedertracht gab es noch in keinem TV-Format. Doch ohne ihren Chefstrategen müssen sich die Bewohner nun selbst entscheiden, wie sie leben wollen, wen sie hassen wollen, wie das Dasein im Haus weitergehen soll.

Die Karten werden neu gemischt

Im Falle von Andreas Robens (53) werden die Karten tatsächlich neu gemischt. Nachdem er laut Stimmungsbarometer von den eigenen Verbündeten verraten worden ist, wechselt er das Lager. Und verbringt provozierend einen lustigen Abend mit seinen ehemaligen Erzfeinden. „Lieber ein ehrlicher Feind als ein falscher Freund“, so seine Einstellung, vor der auch seine Frau Caro (41) nicht verschont bleibt.

An seiner Ehe demonstriert er das weitverbreitetste Beziehungsproblem der Welt: fehlende Kommunikation. Er ist sauer, Caro fragt warum, er hat „keinen Bock das zu erklären.“ Bevor Andreas die Scheidungspapiere anfordern kann, müssen die Robens aber erst noch das Sommerhaus überleben. Und das nächste Spiel: In bestem Klischeedenken sollen die Männer ihre blinden Frauen im Rückwärtsgang in einen Parkplatz navigieren.

Während das Spiel bei den Robens überraschenderweise wieder für neuen Teamgeist sorgt, nehmen die Aggressionen bei Kreuzberg-Lisha (33) wenig überraschend zu, sobald sie in ein Auto steigt. Ihr Hass-Tourette nimmt so Überhand, dass der eigentlich extrem abgehärtete Lou (31) das Spiel schließlich abbricht: „Du weißt bei einem Menschen nie, wann das Maß voll ist.“

Lisha kocht

Dann auch noch das: Lou begeht bei seinen Spitzel-Versuchen Hochverrat, setzt im Gespräch mit Evas Freund Chris die beiden Feindinnen gleich. „Du hast mich mit Eva verglichen?“, so die zutiefst erschütterte Lisha im Kameraraum. Zu schockiert, um überhaupt noch Schimpfworte einzubauen in diesen sich anbietenden Satz. „Warum seid ihr Frauen immer so anstrengend, warum?“, verzweifelt Lou ein weiteres Mal an seiner dominanten Freundin.

In der Folge hat Lisha vor allem damit zu kämpfen, nicht vor Hass zu explodieren. „Wenn es nach meinem Herz ginge würde ich 24 Stunden in der Mitte des Gartens stehen und nur Beleidigungen aussprechen. Von morgens bis abends.“ Beim deprimierten Sonnenbad im Garten resümiert sie schließlich: „Wäre Andrej noch hier, wäre die Gruppe nie so auseinander gefallen.“ Stimmt, was war das schön, als es noch ein gemeinsames Feindbild und damit klare Verhältnisse gab. Die neue Situation allerdings ist kaum auszuhalten – zumindest nicht für die, die im Lästerrudel zuvor sicher waren. Jetzt sitzen sie angespannt und vereinzelt herum und sehen überall Messer, die in Rücken gerammt werden.

Freund oder Feind?

Und ganz unangebracht ist dieses neue Misstrauen auch nicht, wie das nächste Spiel zeigt. Für drei Paare gibt es noch einmal die Chance, sich vor dem Rauswurf zu schützen. Beim erschwerten Eierlauf kommt es schließlich zu einer besonders unschönen Szene, die sich die Regie nicht besser hätte wünschen können. Während der Druck auf die Paare immer weiter steigt, ist Lisha auf eine Information von ihrer besten Sommerhaus-Freundin Annemarie Eilfeld (30) angewiesen – die diese allerdings zurückhält. Taktik? Kalkül? Luftknappheit?

Skeptisch macht auch, dass Annemarie zurück im Haus als erstes extra laut betont, wie fair das Spiel abgelaufen wäre. Für Lisha ist die Situation klar: „Das war nicht, weil sie durcheinander war, sie hat es einfach komplett ignoriert. Das fand ich schon krass.“ Und so schnell dreht sich der Wind und die Freundin wird zur Feindin. Und die Nominierung am Abend zur möglichen Revanche. Absprache am Gartenzaun, Lisha versucht ihre Gedanken zu ordnen: „Man weiß nicht ob das Freundschaften sind, die echt sind, oder ob die Mittel zum Zweck sind…“

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Liefert Lisha Annemarie ans Messer?

Dann geht’s in die Schlacht aka Nominierung. Es sieht nicht gut aus für Annemarie und Tim Sandt (29). Doch Lisha liefert ihre (ehemalige) Freundin nicht ans Messer. „Das wäre ein Bitch-Move gewesen“, so Real-Talk-Lisha. Den Bitch-Move überlässt sie Team Pharo – das schließlich für den Abgang von Annemarie und Tim sorgt. Die beweisen mit ihren letzten Sprüchen noch einmal, warum sie für viele Zuschauer das unsympathischste Paar seit Andrej und Jenny Lange waren. Natürlich in der festen Überzeugung, dass sie „zu gut und zu nett“ für das Spiel gewesen wären.

Vor allem aber verlieren sie trotz ihres eigenen Abschieds das Wichtigste nicht aus dem Blick: Nicht ihre Niederlage, sondern Evas Sieg ist das wirklich Tragische! „Ich find’s einfach nur eklig, dass Eva wieder einen Grund hat sich heute Abend zu freuen, wenn sie einschläft“, so Annemarie in ihrer Abschlussrede. Aber keine Sorge, Lisha hat einen Plan: „Denkst du, ich lass‘ das einfach so stehen? Never ever. Ich werde euch die lustigste Show liefern die ihr jemals gesehen habt.“ Lustig? Wir wagen es zu bezweifeln.

(mia/spot)

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