Freitag, 24. Mai 2019 08:04 Uhr

Drama-Queen Simone Kowalski gewinnt: So war das GNTM-Finale 2019

Foto: © ProSieben/Willi Weber

Viel Kitsch, eine Hochzeit und ein bisschen Frauenpower – Heidi Klum wollte diesmal irgendwie alles im Finale von „Germany’s next Topmodel“ unterbringen. Um den Model-Wettstreit ging es eher am Rande. Die Show wurde vor allem von grauenhaft pupertärem Gekreische dominiert.

Drama-Queen Simone Kowalski gewinnt: So war das GNTM-Finale 2019

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Dass ein neues Topmodel gekürt werden soll, droht fast zur Nebensache zu werden. Dabei „kann nur eine Germany’s Next Topmodel werden“, wiederholt Heidi zu Beginn der Casting-Show ihr Mantra.

Nach drei Stunden trägt dann die ohnehin als Favoritin gehandelte Simone Kowalski (21) aus Stade bei Hamburg den Modelvertrag und 100.000 Euro nach Hause.

Wochenlanger Zickenkrieg

Tränen hinter der Bühne, strahlendes Lächeln auf dem Laufsteg – Simone Kowalski wird ihrem Ruf als perfektionistische „Drama-Queen“ der 14. Staffel auch im Finale gerecht. Wochenlang durften die Zuschauer Simones Tränen im Zickenkrieg mit ihren Rivalinnen erleben. Die Mädels haben gelernt was man braucht für den Titel.

Drama-Queen Simone Kowalski gewinnt: So war das GNTM-Finale 2019

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„Ich habe so hart auf diesen Tag hingearbeitet“, sagt die Siegerin nun mit stockender Stimme. Mit dem Topmodel-Titel sei ihr zweiter Traum wahr geworden, nachdem der von einer Olympia-Teilnahme als Leichtathletin wegen gesundheitlicher Probleme geplatzt war.

Auch im Finale kämpft Simone dann mit kleinen Unfällen und knickt gleich zu Beginn der Show um. „Wenn man hinfällt, habe ich gelernt, immer wieder aufzustehen“, so ihr Kommentar.

Heidi hat sich diesmal in schwarze Spitze gekleidet und trägt eine überdimensionale schwarze Schleife unter dem überaus freizügigen Dekolleté. Bevor der Wettkampf der drei Konkurrentinnen Simone, Sayana und Cäcilia losgeht, wird erst einmal viel Werbung gemacht.

Weltstar Taylor Swift, Überraschungsgast des Abends, wirbt für ihren neuen Song „Me!“ – aber nicht etwa live, sondern als Einspieler. Noch ein paar Tipps für die drei Nachwuchsmodels („Jeder von uns macht Fehler, das ist normal“). Das war es dann auch schon mit dem Superstar.

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„Frauen können die welt verändern“

Model Tyra Banks, Erfinderin des „Topmodel“-Formats und wie alle Gäste der Show Heidis „gute Freundin“, verrät, dass es inzwischen 40 internationale Versionen der Casting-Show gibt. Hunderte „Topmodels“ wurden also schon weltweit gekürt. Die wenigsten dürften wirklich berühmt geworden sein. Und während minutenlange Werbepausen die Fernsehzuschauer in die Langeweile treiben, stelzen auf dem Laufsteg im Düsseldorfer ISS Dome Kinder über den glitzernden Laufsteg – Topmodel-Nachwuchs für morgen.

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Alle Models sind beim Finale diesmal Mutmacher und geben den Teenie-Mädchen in der Halle und vor dem Fernseher Lebensweisheiten mit auf den Weg. Cäcilia ruft: „Wenn wir ein Ziel vor Augen haben, müssen wir alles dafür geben. Frauen können die Welt verändern, wenn sie es nur wollen.“ Helfen tut ihr das nicht. Sie fliegt als erste raus. Sayana wird pädagogisch: „Lasst Euch gar nichts einreden“ und „Schule und gute Abschlüsse sind enorm wichtig! Strengt Euch bitte an!“.

Den „Personality Award“ der Zuschauer heimst Transgender-Model Tatjana ein – ihr Appell: „Zieht Euer Ding durch, egal, was die anderen denken.“ Was für eine Botschaft!

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Heirat auf der Bühne

Dann aber dreht sich die Show, Emanzipation hin oder her. Es geht ums Heiraten. Heidi hatte die Spekulationen ja schon vorher angeheizt. „Vielleicht heiratet ja heute noch jemand hier“, sagt sie. „Da fällt mir Tokio Hotel ein. Auf die freue ich mich am allermeisten.“ Klum (45) und Tokio-Hotel-Gitarrist Tom Kaulitz (29) hatten im Dezember ihre Verlobung bekanntgegeben. Seitdem wird spekuliert, wann und wo sie sich trauen werden.

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Doch dann geben sich mit viel Brimborium, Tränen und Tüll vor laufender Kamera die schon früher ausgeschiedene „GNTM“-Teilnehmerin Theresia und ihr Freund Thomas das Jawort. Und Heidi ist die Zeremonienmeisterin. Vom Heiratsantrag bis zum Aufsetzen der Ringe zieht das Paar die Sache durch. Heidi gibt ihnen noch zehn Tage Flitterwochen in Mexiko als Geschenk mit auf den Weg. Ein beschämender und peinlicher Auftritt.

Ihre eigenen Pläne hält die Model-Mama dagegen weiter geheim, auch als ihr der 16 Jahre jüngere Tom triefend nass vom künstlichen Bühnenregen nach seinem Auftritt dicke Schmatzer verpasst. Selbst Drag Queen Olivia Jones kann Heidi nicht mehr als ein „Bald, bald, bald“ herauslocken – und dass ihr Braut-Outfit „sehr groß“ sein werde.

Drama-Queen Simone Kowalski gewinnt: So war das GNTM-Finale 2019

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Thomas Gottschalk (69), ebenfalls Heidis Gast im Finale, kommentiert das „GNTM“-Spektakel mit den Worten: „Für mich ist das alles großer Kinderfasching hier.“ Hahaha! Dazu beigetragen haben auch die Jonas Brothers, Tokio Hotel und Hollywoodstar Channing Tatum, der die Werbetrommel rührte für seine Strippershow in Berlin.

Bescheiden, herzlich, selbstkritisch

Die ehrgeizige Simone war die „Drama-Queen“ der 14. Staffel und stand im Zentrum eines tränenreichen ständigen Zickenkriegs. Tränen hinter der Bühne, strahlendes Lächeln auf dem Laufsteg – die ehemalige Leistungssportlerin beeindruckte auch Heidi mit ihrer eisernen Disziplin. „Ich versuche immer, sehr professionell zu sein und, egal was kommt, mich nicht unterkriegen zu lassen“, sagt Simone der Deutschen Presse-Agentur. „Ich habe nichts gespielt, es entspricht alles der Realität. Es gab kein Drehbuch.“ Cäcilia sieht das etwas anders: „Es ist klar, dass manche Sachen einfach dramatischer dargestellt werden.“

Drama-Queen Simone Kowalski gewinnt: So war das GNTM-Finale 2019

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Bei GNTM bekam Simone fünf Jobs und ist damit die Spitzenreiterin. Simone beherrscht drei Fremdsprachen und studiert internationales Grundschullehramt. Sie beschreibt sich als bescheiden, offen, emotional, herzlich und selbstkritisch.

Die 21-Jährige sagte vor dem Finale gegenüber ProSieben: „Bei GNTM habe ich jeden Tag immer 1000% gegeben und versucht, mich selber zu übertreffen. Es ist wichtig, an sich zu glauben und alles für seine Träume zu geben. Ich möchte eine Inspiration für Mädchen und Jungs sein. Ich habe von meinem Leistungssport gelernt, dass es wichtig ist, sich den Aufgaben mit viel Fleiß, Ausdauer und Disziplin zu stellen. One Love – egal was für ein Gender, welche Religion, welcher Background: Akzeptiert jeden, wie er ist und lasst die Menschen ihre Träume leben.“

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Heidi Klum lobte die spätere Siegerin auch schon vor der Finalshow: „Simone ist der Erfolg nicht in den Schoß gefallen. Sie musste sehr viel kämpfen: Gegen ihre vielen, vielen, vielen Ängste und gegen ihre nicht immer netten Konkurrentinnen. Simone hat eine gewisse Frische und Natürlichkeit die ich sehr mag.

Übrigens: Auf Instagram hat Simone mit über 300 Followern mehr als alle anderen Finalistinnen. (KT/dpa)

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