15.03.2020 08:54 Uhr

DSDS: Das sagte Bohlen zum Rauswurf von Naidoo. Und das nicht!

Dieter Bohlens unvollständiges Statement. Foto: TVNOW / Stefan Gregorowius

Oberjuror Dieter Bohlen ließ nach am Samstagabend Zeit, bevor er sich in der ersten Liveshow von DSDS zum Rauswurf von Xavier Naidoo äußerte.

Der 48-Jährige hatte mit einem in dieser Woche aufgetauchten Video aus dem Jahr 2018 für Empörung gesorgt. RTL genügte ein Statement des Mannheimer Musikers nicht, der Sender schmiss Naidoo aus der DSDS-Jury.

DSDS: Das sagte Bohlen zum Rauswurf von Naidoo. Und das nicht!

Dieter Bohlen & Alexander Klaws vor leeren Rängen. Foto: TVNOW / Stefan Gregorowius

Der frischgebackene Moderator Alexander Klaws, Sieger der ersten Staffel 2003, hakte mehrfach nach: „Dieter, möchtest du darüber irgendwas sagen?“ Nee, er wollte nicht. Noch nicht.

Empörung im Netz

Das Ganze wirkte vom Sender arg orchestriert. Auf Twitter machte sich deshalb Empörung breit. Man vermutete eine bewusste Verzögerungstaktik der Redaktion, um die TV-Zuschauer möglichst lange am Programm zu halten. Bohlens halbgarer Kommentar: „Ich bin noch nicht ganz fertig mit meiner Meinungsbildung. Gib mir noch eine halbe Stunde Zeit, dann sag ich dir was dazu.“

Dementsprechend die Reaktionen im Netz: „Wenn Du eine halbe Stunde Bedenkzeit brauchst, um zu überlegen, ob du Rassismus geil findest“, so ein Malte Jordan bei Twitter.

Unterhaltung hat doch auch was mit Haltung zu tun, oder nicht?

Kurz vor der Finalentscheidung, erklärte Bohlen dann: „Ich wollte mir erstmal die letzten sieben Kandidaten anhören. Das ist die Wahrheit.Es geht hier in erster Linie um die Sänger und nicht um die Jury. Das haben hier einige in der letzten Woche ein bisschen durcheinander gekriegt. Wir suchen hier nicht den Super-Juroren oder wer weiß was.“ Aha. „Wir machen hier eine Unterhaltungssendung, und da geht es um Unterhaltung, nicht um Hass oder irgendwelche Hetze. Deshalb steht die ganze Jury und das ganze Team hinter der Entscheidung von RTL und von der UFA.“

Pikant: Inhaltlich äußerte sich der 66-Jährige überhaupt nicht.

DSDS: Das sagte Bohlen zum Rauswurf von Naidoo. Und das nicht!

Foto: TVNOW / Stefan Gregorowius

Jury wird erweitert

Dann kündigte Bohlen an: „Nächste Woche sitzen wir hier wieder zu viert!“ Wer zu den Juroren Oana Nechiti, Pietro Lombardi und ihm gesellen werde, wollte Bohlen nicht sagen. „Wir werden einen neuen Juroren präsentieren, vielleicht mehrere, vielleicht in jeder Show einen Neuen.“

Auf Instagram hatte Dieter Bohlen zuvor geschrieben: „Glaubt mir, ich habe die beiden letzten Tage viele, viele Telefonate und viele Gespräche geführt. Ich habe hunderte von Seiten und Meinungen gelesen. Ich werde mich morgen in der Sendung, wenn ich alles weiß, bestimmt dazu äußern können. Das hoffe ich. Aber ich werde nicht in das Blöken derer einstimmen, die die Hintergründe nicht kennen.“

Wegen der Corona-Krise durften nur Freunde und Familie der DSDS Top 7 in der Show dabei sein. Für Kandidat Ricardo (21) kam am Samstagabend zu wenig Anrufe beim Zuschauer-Voting. Insgesamt sahen 3,5 Millionen die erste Liveshow am Samstagabend.

Der Branchendienst DWDL urteilt: „Das ist Realsatire, serviert von einem Mann, der offenbar mit der ihm zugetragenen Rolle überfordert ist und auch nach drei Tagen kein noch so einfaches oder klares Statement abgeben kann. Lieber Dieter Bohlen, nein, es ging in der Empörung der vergangenen Woche nie um die Jury Ihrer Castingshow. Es ging um rassistische und höchst irritierende Aussagen von Xavier Naidoo. Es sind nicht die anderen, die da etwas durcheinander bekommen haben. Und was sagt Alexander Klaws dazu? ‚Also besser kann man das gar nicht formulieren als das, was Dieter gerade gesagt hat.‘ Na dann gute Nacht.“

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