14.09.2020 20:53 Uhr

„I Know This Much Is True“ auf Sky: Eine der besten Serien des Jahres

Sky bringt eine der besten Streamingserien des Jahres an den Start. Die Familiensaga "I Know This Much Is True" ist rau, brutal und manchmal poetisch. Mark Ruffalo hat dafür seinem Körper Extremes abgefordert.

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Mitten in einer öffentlichen Bibliothek, vor den Augen entsetzt schreiender Frauen und Kinder, schneidet sich Thomas Birdsey mit einem scharfen Messer seine rechte Hand ab. Im Krankenhaus fleht er seinen Zwillingsbruder Dominick an, die Hand nicht wieder an den blutigen Stumpf annähen zu lassen.

Start ab heute bei Sky

„Es ist ein Opfer“, schreit er immer wieder im Wahn. Thomas glaubt fest und innig, den Golfkrieg mit seiner Tat stoppen zu können. Der bizarre Vorfall im Hinterland der USA des Jahres 1990 ist Auftakt zu einer der besten Streamingserien dieses Jahres.

„I Know This Much Is True“ aus der Produktion des US-Senders HBO läuft ab dem heutigen Montag beim Pay-TV-Anbieter Sky in deutscher Sprache an.

"I Know This Much Is True" auf Sky: Eine der besten Serien des Jahres

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Mark Ruffalo noch als Hulk

Viele haben Mark Ruffalo noch als Hulk aus „Marvel’s The Avengers“ in Erinnerung. Hier ist er in einer faszinierenden Doppelrolle zu sehen. Er spielt Dominick: Melancholisch, hilfsbereit, in sich gekehrt, mal jovial, mal jähzornig, Kette rauchend. Und er spielt Thomas: Von Medikamenten aufgedunsen, ängstlich, ichbezogen, von Jahrzehnten der psychischen Krankheit innerlich und äußerlich gezeichnet. Geschickte Tricktechnik ermöglicht es, dass Mark Ruffalo mit Mark Ruffalo streitet, kämpft, mit ihm ringt und sich versöhnt. Völlig glaubhaft.

Das ist auch dem unglaublichen Körpereinsatz Ruffalos zu verdanken. Er nahm 10 Kilo ab, um Dominick zu spielen. Als nach rund vier Monaten diese Szenen fertig waren, aß der 52-Jährige sechs Wochen lang so lange Fast Food, Donuts und Kartoffelpüree, bis er 15 Kilo zugenommen hatte, um die Rolle des Thomas buchstäblich auszufüllen.

Galerie

Familiengeschichte in Rückblenden

In Rückblenden erfährt der Zuschauer mehr und mehr über die Birdsey-Zwillinge und die seltsame Geschichte ihrer Familie, angefangen mit ihrem Großvater, der vor dem Ersten Weltkrieg aus Italien einwanderte und mysteriöse Memoiren in einem sizilianischen Dialekt hinterließ. Die Mutter der Zwillinge hielt den Vater der Kinder geheim, als sie mit nur sechs Minuten Abstand, aber in zwei Jahrzehnten geboren wurden: Dominick am Silvestertag 1949 um 23.57 Uhr, Thomas am 1. Januar 1950 um 0.03 Uhr. Es folgt eine Kindheit unter einem brutalen Stiefvater. Thomas verbringt schließlich einen Großteil der Zeit in Einrichtungen für psychisch kranke Menschen.

"I Know This Much Is True" auf Sky: Eine der besten Serien des Jahres

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Ein epischer Sechsteiler

Doch auch Dominick, der auf den ersten Blick allzu patent und geerdet wirkt, hat vieles zu verarbeiten. Jetzt muss er auch noch darum kämpfen, seinen Bruder aus der Gefängnispsychiatrie zu holen.

„I Know This Much Is True“ nach einem Roman von Bestseller-Autor Wally Lamb aus dem Jahr 1998 ist keine Feelgood-Serie. Doch sie ist sehr sehenswert. Der epische Sechsteiler zeigt das Leben in Bildern, die mal radikal ehrlich, mal brutal und mal bezaubernd schön sind. Die Doppelrolle brachte Mark Ruffalo eine Emmy-Nominierung ein. (Christof Bock, dpa)

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