27.12.2019 16:43 Uhr

Jonas Nay über den großen Zweiteiler „Der Club der singenden Metzger“

imago images / Future Image

Es war einmal in Amerika: „Der Club der singenden Metzger“ ist ein historisches Auswandererepos und erzählt eine bewegende und komplexe Geschichte über Aufbruch, Hoffnung und Heimweh. In den Hauptrollen sind Jonas Nay als schwäbischer Metzgermeister Fidelios Waldvogel und Leonie Benesch als seine Frau sowie Aylin Tezel als Hamburger Zirkusartistin zu sehen, die sich im amerikanischen Westen ein besseres Leben aufbauen möchten.

Starregisseur Uli Edel, der erstmals mit der vielfach ausgezeichneten Filmemacherin Doris Dörrie zusammenarbeitet, verfilmte den gleichnamigen Bestseller der US-amerikanischen Autorin Louise Erdrich.

Jonas Nay über den großen Zweiteiler „Der Club der singenden Metzger“

© ARD Degeto/SWR/Moovie//Constantin Film/Walter Wehner

Was bedeutet eigentlich Heimat für den 29-jährigen Hauptdarsteller? „Mir geht es da ähnlich wie Fidelis. Ich bin sehr heimatbezogen, das bezieht sich vor allem auf meine Familie und auf mein gesamtes soziales Umfeld, das ich mir über zwei Jahrzehnte in Lübeck und Hamburg aufgebaut habe“, erzählte er im Interview mit der ARD. „Dazu gehören meine Band Pudeldame, mein Handballverein, die Musikhochschule in Lübeck und noch einiges mehr. Heimweh habe ich aber auch nach vertrauten Straßenzügen, Klängen, Gerüchen. Wenn ich anderswo in Deutschland oder im Ausland drehe, nehme ich mir immer mein halbes Musikstudio mit. Ich sitze abends da und schreibe Songs für meine Band, komponiere Filmmusik oder tüdel‘ einfach nur vor mich hin, wie meine Oma sagen würde.“

Nay weiter: „Musik ist also auch für mich die beste Medizin gegen Heimweh.“

In dem Zweiteiler geht Nay nahezu perfekt mit dem Metzgerwerkzeug umzugehen. In einen Travemünder Familienbetrieb habe er das Rüstzeug dafür gelernt. „Dem habe ich in der Vorbereitung so einige Schweinehälften zerlegt. Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal von ganzem Herzen bei Euch bedanken, ich hab’ unheimlich viel lernen dürfen!“

Darum geht’s

Der berührend erzählte Fernsehfilm zeichnet das vielschichtige Panorama einer deutschen Auswanderergeneration, die der Armut entfliehen möchte. Nach dem Ersten Weltkrieg kehrt der junge Metzger Fidelis Waldvogel (Jonas Nay) ausgezehrt und traumatisiert, aber körperlich unversehrt in seine schwäbische Heimat zurück.

Jonas Nay über den großen Zweiteiler „Der Club der singenden Metzger“

© ARD Degeto/SWR/Moovie//Constantin Film/Walter Wehner

Dort erfüllt er den letzten Wunsch eines gefallenen Kameraden und heiratet dessen hochschwangere Verlobte Eva (Leonie Benesch). Für Fidelis gibt es in der Metzgerei seiner Eltern keine Zukunft. Um der Not zu entkommen beschließt er auszuwandern und seine junge Familie später nachzuholen. Eine Kiste mit Würsten, die Messer seines Vaters und das geheime Wurstrezept der Familie dienen als Startkapital in der Neuen Welt…

„Der Club der singenden Metzger“ heute Abend ab 20.15 Uhr im Ersten.