03.11.2020 11:37 Uhr

Kinder und andere Baustellen

Kinder sind meist lustig und eine Bereicherung für viele Familien. Schwierig wird es nur dann, wenn plötzlich die Kita ausfällt - und das ganz ohne Corona. Stoff für eine Komödie im ZDF.

Hendrik Heiden/ZDF/dpa

Die kleine Kiki hat ihren ersten Tag in der Kita. Doch die ist leider zu – und zwar für länger. Asbestsanierung. Wie ihre Eltern – und die von weiteren betroffenen Kindern – damit umgehen, zeigt die Komödie „Kinder und andere Baustellen“ an diesem Donnerstag um 20.15 Uhr im ZDF.

Marlene (Julia Maria Köhler) und ihr Mann Thorsten (Sebastian Ströbel) sind einigermaßen ratlos, zumal Marlene nach mehreren Umzügen und der Babypause mit Sohn Benny endlich wieder in ihren Job als Physiotherapeutin einsteigen möchte. Dafür will Thorsten beruflich etwas zurückstecken, ein Studium aufnehmen und sich um Kiki kümmern. Doch dann entschwindet er von Dachau nach Hamburg, wo er für seine bisherige Firma ein dringendes Problem zu lösen hat – erst für zwei Tage, dann gleich für mehrere Wochen.

Marlene freundet sich derweil mit Renate (Valerie Niehaus), Rosi (Marlene Morreis) und Tülin (Yasemin Cetinkaya) sowie deren Kindern an, und sie findet zufällig eine kleine Bude, die sie alle zusammen nun zu einer Kita umbauen wollen, um sie dann in Selbstverwaltung zu betreiben. Der arbeitslose und alleinerziehende Koch Karl (Stephan Grossmann) steigt ebenfalls mit ein, doch alsbald stoßen sie auf starke bauliche Mängel und haben obendrein mit stetig steigenden Kosten zu kämpfen. Hinzu kommen allerlei Abenteuer im Baumarkt, wo Renate gleich ein Auge auf eine Angestellte wirft. Etwas kompliziert wird es dann, als sich Karl in Marlene verliebt.

Valerie Niehaus (46, „Die Spezialisten – Im Namen der Opfer“) sagt im Interview der Nachrichtenagentur dpa zu der Frage, ob denn Kinder manchmal auch eine Baustelle sein können: „Wenn man eine Baustelle als etwas Anmutiges betrachtet, das sich in der Welt entfaltet und diese verschönert, kann man ja eigentlich das ganze Leben eines Menschen als Baustelle betrachten. Aber wenn man in Berlin lebt, möchte man sich lieber nicht in diesem Bild wiederfinden – weder jung, noch alt! Unsere Baustellen scheinen nicht wirklich irgendwohin zu führen.“

Immerhin das ist in dem Film eindeutig anders, denn mit der Betriebserlaubnis für die neue Kita klappt es am Ende doch. Autor Jens Urban (41, „Überleben an der Scheidungsfront“) und Regisseurin Christina Schiewe (40, „Aus Haut und Knochen“) haben diese zumeist unterhaltsame, aber auch völlig harmlose Komödie locker und leicht inszeniert. Es geht überwiegend um den Aufbau der neuen Kita, bei der sich die vier Frauen ziemlich gut schlagen, und eher am Rande um Zwischenmenschliches wie Frau und Karriere – und den Umstand, dass Männer hier schon fast als störend betrachtet werden.

Das macht aber fast gar nichts, denn die Frauen sind allesamt grundsympathisch – und die Kinder im Film einfach herzallerliebst. Zu bemängeln gibt es neben der nervigen Klimpermusik allerdings, dass sich viele Probleme – etwa eine Ehekrise – nahezu in Luft auflösen. Allzu viel Tiefgang darf hier also nicht erwartet werden.

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