Montag, 19. November 2018 15:39 Uhr

Lindenstraße: „Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen“

Christian Kahrmann, unter „Lindenstraße“-Fans besser bekannt als Benny Beimer, spricht über das plötzliche Serien-Ende. Für ihn absolut unverständlich und er hofft auf eine Kehrtwende der Verantwortlichen.

Lindenstraße: „Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen“

Foto: Ralf Succo/WENN.com

Kahrmann spielte von 1985 bis 1993 die Rolle des Benny Beimer, damals war er 13 Jahre alt, er hält immer noch viel von der „Lindenstraße“ und sagt gegenüber „Bild“: „Sie ist mehr oder weniger ein Teil unser aller Leben geworden. Und das zu Recht: Die „Lindenstraße“ ist die einzige Serie im deutschen Fernsehen, die politisch und tagesaktuell ist. Kein anderes Format leistet das mit einer ähnlich großen Relevanz und Ernsthaftigkeit. Welche andere Serie hat das über eine Strecke von bislang 33 Jahren konstant geschafft?“

Als Gründe für das Serien-Ende nannte ARD-Programmdirektor Volker Herres: Rückläufiges Zuschauerinteresse und zu hohe Produktionskosten.

Lindenstraße: „Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen“

Lindenstraße 1985: Folge 1: v. l. Tochter Marion (Ina Bleiweiß), Mutter Helga (Marie-Luise Marjan), Vater Hans (Joachim Hermann Luger), Klausi (Moritz A. Sachs, vorn Mitte), sein älterer Bruder Benny (Christian Kahrmann, r). Foto: WDR/Hornung

„Lachhaft“, nennt Kahrmann diese Begründung und fügt hinzu: „Wir Bürger bezahlen das Programm von unseren Geldern. Wir bezahlen für Vielfalt. Aber die Öffentlich-Rechtlichen haben einen Kultur- und Bildungsauftrag. Der „Weltspiegel“ wird ja auch nicht einfach abgesetzt.“

Beißen die Streamingdienste an?

Die Produktionskosten für eine Folge von 30 Minuten liegen angeblich bei rund 150.000 Euro. Für die Zukunft hat Christian Kahrmann deshalb einen Lösungsvorschlag und sagt: „Wenn Netflix und Amazon klug sind, retten sie die „Lindenstraße“. Es wäre für die großen Streamingdienste ein Griff in die Portokasse. Und aus einer Serie wie der „Lindenstraße“ lässt sich auch im Jahr 2020 noch viel machen.“

Am Ende kündigte der heutige Café-Besitzer: „Das letzte ist Wort noch nicht gesprochen. Irgendjemand muss den Kult retten, wenn das verknöterte öffentlich-rechtliche Fernsehen es nicht selbst hinbekommt. Und wenn es einen Relaunch geben sollte, dann komme ich als Benny Beimer zurück – unter der Dusche!“

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