Marcus Prinz von Anhalt: Vom Metzger zur „Königlichen Rohheit“

Marcus Prinz von Anhalt: Vom Metzger zur "Königlichen Rohheit"
Marcus Prinz von Anhalt: Vom Metzger zur "Königlichen Rohheit"

© SAT.1

12.04.2021 17:00 Uhr

Marcus Prinz von Anhalt hält bei „Promis unter Palmen“ Hof. „Mir geht’s nicht um die Kohle, sondern darum, dabei Spaß zu haben“, begründet der Protz-Prinz und Millionär, der in Dubai lebt, seine Teilnahme.

Marcus Prinz von Anhalt ist einer der schillernden Gäste in der SAT.1-Brüllhölle von „Promis unter Palmen„. Und er zeigt gleich in der erste Folge der Trash-Show, wer hinter der immerfort freundlich grinsenden Maske steckt: Ein gelegentlich schwieriger Zeitgenosse – wenn er was getrunken hat.

Sein Job: Geld machen und seinen Reichtum zur Schau stellen.

Marcus Prinz von Anhalt: Vom Metzger zur "Königlichen Rohheit"

© SAT.1

Auf seiner Homepage „PrinceGermany.com“ umreißt von Anhalt sein Credo: „Wer etwas erreicht hat, hat alles richtig gemacht. Als Vorbild sollte er gelten und nicht als Hassobjekt. Eine Errungenschaft sollte gefeiert, geliebt und respektiert, aber nicht gehasst werden. Leider ist Neid bei uns die ehrlichste Form der Anerkennung — und dagegen kämpfe ich!! Wir leben im Kapitalismus, also gebt Gas, erreicht was und seid stolz !!!!! Lasst es krachen wie ich, wenn Ihr soweit seid!!!!!! Erst hart arbeiten, erfolgreich sein, und dann das Leben genießen und Gutes tun.“

Marcus Prinz von Anhalt: Vom Metzger zur "Königlichen Rohheit"

© IMAGO / Future Image

Marcus Prinz von Anhalt, der Polarisierer

Über den adoptierten Prinzen mit dem hochroten Kopf wurde viel Zeugs geschrieben, von dem man nicht weiß, was wahr ist. Seit es Social Media gibt können die Leute ihre Biografie selber schönen und überwiegend geht es bei den meisten der sogenannten Influencer darum, ihren Alltag aufzupimpen. Wenig Fakten, viel Fake. Sie lassen sich in Apartments fotografieren, die nicht ihnen gehören und präsentieren einen Luxus, den sie selber wohl gerne hätten. Davon nährt sich auch die Sparte Scripted Reality-TV. Hauptsache protzen, provozieren, polarisieren.

Marcus Prinz von Anhalt: Vom Metzger zur "Königlichen Rohheit"


© SAT.1

Einer von der Sorte der Polarisierer ist Prinz Marcus Eberhard Edward von Anhalt, Herzog zu Sachsen und Westfalen, Graf von Askanien. Allerdings ist der gute Mann nicht einer von jenen megapeinlichen Blendern, die sich mit geliehenen Markenklamotten vor fremder Leute Luxuskarossen oder Pools präsentieren.

„Dont forget: Wer glaubt etwas zu sein,
hat aufgehört etwas zu werden.“
(Prinz Marcus von Anhalt)

Die Eltern waren Juweliere

Marcus Eberhardt wurde als Sohn wohlhabender Eltern, eines Juwelier-Ehepaares, geboren. Als Klein-Marcus 12 war, gingen die Eltern pleite, was den Heranwachsenden nicht daran hindern sollte, schon als Schüler mit ehrlicher Arbeit das Taschengeld ordentlich aufzubessern. Irgendwann lernte er Metzger und Koch, eröffnete mit 19 ein Bistro und später seine eigene Baufirma. Auf’m Bau ließ sich schon immer mehr Geld machen.

Die Gastronomie ließ ihn jedoch nie los, er eröffnete Tabledance- und FKK-Clubs, kaufte Bordelle auf und machte aus ihnen sprudelnde Einnahmequellen.

Marcus Prinz von Anhalt: Vom Metzger zur "Königlichen Rohheit"


© SAT.1

So wurde Marcus Eberhardt adoptiert

Doch wie kam der Grinse-Prinz zu seinem Blaublut-Titel? 2005 wurde Marcus Eberhardt dann von Prinz Frederic von Anhalt adoptiert. Beide hatten sich in Eberhards „Strip-Läden in Frankfurt“ kennengelernt. Der in die USA ausgewanderte, krawallige Geschäftsmann wurde selbst von Marie Auguste Prinzessin von Anhalt adoptiert. Die 1983 verblichene Adelige war die Tochter des im Jahr 1918 regierenden Herzogs Eduard von Anhalt. In erster Ehe war die einstige NSDAP-Anhängerin mit einem der Söhne von Kaiser Wilhelms II., verheiratet.

Jedenfalls adoptierte von Anhalt Anfang 1980 gegen die Zusage einer monatlichen Rente von 2000 D-Mark Hans-Robert Lichtenberg, der nicht nur als Prinz Frederic von Anhalt fortan Schlagzeile, sondern auch durch seine Ehe mit der ungarisch-amerikanischen Filmlegende Zsa Zsa Gabor.

„Der schönste Prinz der Welt“

Die Adoption durch Prinz Frédéric soll den guten Marcus angeblich (mehrere) Millionen Euro gekostet haben. Fortan galt er als Sohn von Zsa Zsa Gabor und Frédéric von Anhalt. Was für eine Aufwertung mittels Scheckbuch! „Heute bin ich der schönste Prinz der Welt“, fasst er sein gelebtes Leben zusammen bei „Promis unter Palmen“. Und dann machte er noch eine klare Ansage in Richtung seiner Mitstreiter:

„Ich bin der Einzige, der das Geld nicht braucht.
Ihr habt’s alle nötig!“

Richtig bekannt wurde er 2009 durch den Auftritt der einstigen Busenikone Pamela Anderson bei der Eröffnung seines Frankfurter Nachtclubs. Die Medien sind seitdem hinten ihm her.

Marcus Prinz von Anhalt: Vom Metzger zur "Königlichen Rohheit"


© SAT.1

Das Vermögen des Protz-Prinzen

Gerätselt wird über das Vermögen des 54-jährigen Protz-Prinzen. Kolportiert werden gerne mehr als 100 Millionen Euro. Die Webseite „Vermoegencheck“ will was von einem Vermögen von rund 300 Mio. Euro wissen, er selbst beziffert laut Wikipedia seinen Besitz sogar auf ca. 450 Mio. Euro.

Hinzu kommen ein großzügiger Fuhrpark, Apartments und Anwesen in Pforzheim, Frankfurt, Monaco, auf Ibiza. „1000 Quadratmeter Wohnfläche in Los Angeles, 1000 in Pforzheim, 300 in Fort Lauderdale und 180 in Dubai, am Yachthafen“, weiß der „Spiegel“ 2008 zu berichten.

Seinen Hauptwohnsitz soll er inzwischen längst nach Dubai verlegt haben. „Ich hab mir das wegen der Freihandelszone gekauft, Steuerparadies, aber es ist mir alles zu künstlich“, erzählte er dem Hamburger Magazin damals noch. Frankreich ist alt, da gibt’s Napoleon und so weiter, aber das da unten ist ja schlimmer als Las Vegas“, sagte der Prinz. „Außerdem kann ich die Araber nicht ab.“ Da hat sich die Einstellung inzwischen wohl gewandelt.

AfD, Steuerhinterziehung, Reality-TV

Selten haben aber solche Biografien immer nur positive Seiten. Vor allem, wenn man sein Glück aus der käuflichen Liebe zusammenzimmert. Dem bekennende AfD-Anhänger hängen Vokabeln wie Steuerhinterziehung, Gefängnis wegen versuchter räuberischer Erpressung, gefährlicher Körperverletzung, Zuhälterei und Menschenhandel an.

Und dann ist da noch das Fernsehen, wo er allerdings nie so richtig punkten konnte.

„Grip extrem – Die extremsten Autosammler“, „Das perfekte Promi-Dinner“, „Promi Big Brother“, „Applaus und Raus“, „Yes, we can dance“, „Puls 180: Arm trifft Reich“ oder „Die Festspiele der Reality Stars – Wer ist die hellste Kerze?“. Nichts davon scheint beim Zuschauer hängengeblieben. Alles längst vergessen. Nun also „Promis unter Palmen – Für Geld mache ich alles!“, was ja im völligen Gegensatz zu seinem Besitz steht. Soviel sei verraten, mit dieser Show tut sich die „Kamerahure“ (so der Titel seiner Autobiografie) keinen Gefallen.

Marcus Prinz von Anhalt: Vom Metzger zur "Königlichen Rohheit"

© IMAGO / kolbert-press

Marcus Prinz von Anhalt bei „Promis unter Palmen“

„Ich habe ’ne Trading-Company, ich mach viel in Krypto natürlich“, stellte er sich bei „Promis unter Palmen“ dem Publikum vor. „Das macht viel Spaß und ist sehr spannend. Gestern habe ich 210.000 Dollar verdient.“ Natürlich macht der Protz-Prinz ab Minute eins auf dicke Hose, aber ansonsten war die Welt da noch in Ordnung.

„Schwulsein ist nicht normal.
Wenn ich sage Schwulsein ist scheiße,
dann ist das so.“

Doch schon in der ersten Stunde der Folge kommt’s zum Mega-Eklat und „Seine königliche Rohheit“ (SAT.1.) verliert im Suff die Contenance,  redet sich um Kopf und Kragen und begibt sich mit seinen brüllaffigen Parolen ins politisch völlig inakzeptable Lager. Ob wirklich nur der Alkohol Schuld hat an derartigen Ausfällen?

UPDATE SAT.1 äußerte sich jedenfalls via Twitter noch während der Show: „Wir möchten klarstellen, dass wir die homophoben Aussagen von Prinz Marcus von Anhalt nicht teilen. Für uns gilt: Alle Menschen sind gleich.“

Marcus Prinz von Anhalt: Vom Metzger zur "Königlichen Rohheit"

© IMAGO / Agentur Baganz

Übrigens: Paris Hilton, die Mutter aller It-Girls, ist seine Adoptivnichte. Zsa Zsa Gabor war mal mit dem Opa der blonden Hotel-Erbin verheiratet!

Mit Freundin Gia hat der immerfort grinsende Prinz Marcus die inzwischen elfjährige Shanaya, die 2010 geboren wurde. Der schenkte er zu Weihnachten 2020 einen Affen. Was folgte, war ein Shitstorm. Doch der König der Fettnäpfchen beschwerte sich über was ganz anderes: Hatte er doch statt eines Kapuzineräffchens einen Pavian als Haustier geliefert bekommen…

Sendetermine

„Promis unter Palmen“, die zweite Staffel, acht Folgen, ab 12. April 2021, um 20:15 Uhr in SAT.1 und auf Joyn.

Immer im Anschluss: „Promis unter Palmen – Die Late Night Show”, am 12. April 2021 in SAT.1 und auf Joyn, und ab 19. April 2021 auf sixx und auf Joyn.