Oliver Pocher zum Aus von Dieter Bohlen und seine eigene Zukunft bei RTL

Oliver Pocher zum Aus von Dieter Bohlen und seine eigene Zukunft bei RTL
Oliver Pocher zum Aus von Dieter Bohlen und seine eigene Zukunft bei RTL

© IMAGO / Future Image

21.03.2021 21:50 Uhr

Oliver Pocher zählt zu den alten Hasen im Fernsehgeschäft. Er weiß wie es da läuft und er kennt die wohl verlogenste alle Branchen aus dem Effeff. Wenn du Erfolg hast, kannst du dich vor Freunden kaum retten und wirst du ins Aus geschossen wird's einsamer.

Bei RTL wird aufgeräumt. Es soll Schluss sein mit dem „Demütigungsfernsehen“, wie es „Der Spiegel“ treffend umreißt. Unter dem Titel „RTL United“ sollen nicht nur sämtliche Marken des Kölner TV-Imperiums neu gebündelt, auch ein neuer Markenkern soll geformt werden, bei der Menschenfreundlichkeit, Inspiration, Energie und Haltung künftig die Schlagzahl bestimmen. Da muß sich also auch Oliver Pocher Gedanken machen, ob und wie es mit ihm bei RTL weitergeht.

„Bildschirmkontrolle“ außer Kontrolle?

Seine Opfer sind ja neuerdings Influencer. Im Netz mit seiner Instsgram-„Bildschirmkontrolle“ und bei RTL mit seiner Late-Night-Show „Pocher – gefährlich ehrlich“. „Sein seltsames Verständnis von Humor braucht stets ein Opfer“, so „Der Spiegel“ in einer Expertise. „Seine Bully-Aktion richten im Netz noch größeren Schaden an als Bohlens analoge Old-School-Gossengags“. Es folgt ein vernichtendes Urteil:

„Wer Bohlen abwrackt,
darf Pocher nicht aufbauen.“

Kann sein, dass Pocher ahnt, dass er unter dem neuen RTL-Boss Henning Tewes ebenso zur Disposition steht wie Bohlen.

„Ich kann mich bei Instagram hinstellen“

„Wenn jetzt irgendeiner bei RTL kommen würde und sagt, okay, Dankeschön Oli, war schön, wir machen jetzt irgendwas anderes, dann würde ich jetzt natürlich nicht in die Hände klatschen und sagen geil“, erzählte er im Podcast mit seiner Gattin Amira. „Aber na gut, dann geht es weiter und die Entertainment-Möglichkeiten sind heute so groß und so vielfältig. Du hast Youtube, die ganzen Streamer, Netflix, Amazon Prime, du hast Apple TV. Ich kann mich bei Instagram hinstellen.“

„Du bist immer so gut
wie deine letzte Quote.
Das ist immer so der Fall.“
(Oliver Pocher)

Pocher weiter: „In der Medienbranche ist es auch Willkür – beziehungsweise auch der persönliche Geschmack von Entscheidern ist ausschlaggebend. Das habe ich auch schon mehrfach erlebt. Es gab Leute, die standen auf dich, dann bist du da verpflichtet worden, hast für den Sender gearbeitet. Dann kamen andere, die sagten ‚weiß nicht, finde ich nicht mehr so gut‘. Dann warst du nicht mehr angesagt.“

Ihm mache Fernsehen immer noch Spaß, und er fühle sich bei RTL auch wohl, so der Entertainer weiter. Und es gäbe ja noch einige Projekte, die man gemeinsam plane. „Ich würde das gerne alles bei RTL machen. Aber gut, wenn es nicht RTL sein sollte, dann muss man sehen und die Situation annehmen, wie sie ist. Aber ich lebe nicht von Angst getrieben“.

„Um Bohlen muss man sich keine Sorgen machen“

Um Dieter Bohlen mache sich der 43-Jährige nach dessen Aus bei DSDS keine Sorgen.

„Dieter Bohlen muss sich erstmal um sein Leben keine Sorgen machen. Wir reden von jemandem, der in dem Bereich einer Viertelmilliarde ist, die er in seinem Leben verdient. Um Geld geht es schon lange nicht mehr. Es geht darum, stattzufinden. Er hat seine Möglichkeit, hat sich Social Media aufgebaut. Das, was er sagt, wird immer Gewicht haben. Aber ich meine, der ist jetzt auch 67, irgendwann sagt man auch mal, mein Gott, dann mache ich nicht mehr ganz so viel. Und der wird auch Anfragen oder ein Angebot von jemand anderes bekommen.“ (PV)

Oliver Pocher: 10 ausgewählte TV-Meilensteine

1999–2002: Interaktiv (VIVA)
2003–2006: Rent a Pocher (ProSieben)
2004–2011: Schillerstraße
2007–2009: Schmidt & Pocher (Das Erste)
2009 – 2017 (und wieder ab 2019) 5 gegen Jauch (RTL)
2009–2011: Die Oliver Pocher Show (Sat.1)
2011–2013: Samstag LIVE! (Sky)
2013: Alle auf den Kleinen (RTL)
2019: Let’s Dance (RTL)
2020: Pocher – gefährlich ehrlich! (RTL)