16.06.2020 22:13 Uhr

ProSieben-Offensive: Weniger US-Filmkram, mehr eigene Shows

Lange Jahre war ProSieben für Hollywood-Blockbuster und Sitcoms in Endlosschleife bekannt. Inzwischen machen Eigenproduktionen wie "The Masked Singer" Furore - diesen Kurs will der Privatsender fortsetzen.

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Na endlich! ProSieben will in Zukunft weniger amerikanische Serien und Spielfilme zeigen und setzt zur besten Sendezeit stattdessen auf mehr Liveshows in Eigenproduktion. Das teilte der Privatsender aus Unterföhring bei München heute mit.

„Wir haben in den vergangenen Monaten den Anteil an Eigenproduktionen erhöht“, sagte Senderchef Daniel Rosemann. Man habe neue Marken geschaffen. „Ich nenne nur ‚Queen of Drags‚ und ‚The Masked Singer‚. Beide Shows haben sich schon mit Staffel 1 fest bei unseren Zuschauern etabliert. Wir werden unsere Investitionen in die Primetime weiter erhöhen.“

Vertraute Marken

Rosemann betonte: „Hollywood bleibt weiter ein fester ProSieben-Programmbestandteil. Aber Hollywood schenkt uns immer weniger Identifikation. Deshalb setzen wir stärker auf unsere Stars.“ Das Spektrum reiche von Heidi Klum über Matthias Opdenhövel und Lena Gercke bis zu Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf.

Ruth Moschner – zuletzt eher bei der Konkurrenz beschäftigt – moderiert im Herbst die neue Show-Quiz-Show „Wer sieht das denn?!“. Steven Gätjen moderiert im Sommer die neue Show „Die! Herz! Schlag! Show!“. Carolin Kebekus, Luke Mockridge und Teddy Teclebrhan werden im Herbst „FameMaker„. Daniel Rosemann: „ProSieben hat für die nächsten Monate eine gute Balance aus neuen und vertrauten Marken. Das macht es den Zuschauern einfacher, sich zu orientieren und sich wohl zu fühlen.“ Nach den Worten von Rosemann füllt sein Kanal heute 60 Prozent mehr Sendezeit mit Eigenproduktionen in der Primetime als noch vor zwei Jahren.

Ein neues plattformunabhängiges Unterhaltungsunternehmen

Unter anderem soll im Sommer das Format „Die! Herz! Schlag! Show!“ mit Steven Gätjen an den Start gehen. Zudem wechselt RTL-Gesicht Jenke von Wilmsdorff zu ProSieben, der für seine Reportagen mit Extrem-Erfahrungen bekannt ist.

„Wir werden mehr ProSieben Spezials zeigen“, kündigt Daniel Rosemann außerdem an. „Wir haben mit den Redaktionen von ‚taff“, ‚red‘ und ‚Galileo‘ drei Redaktionen mit unterschiedlichen inhaltlichen Kernkompetenzen. Was sie eint, ist eine hohe handwerkliche Qualität und die Lust auf aktuelle Infoprogramme.

Bei den Schwestersendern ist derweil Reality Trumpf. Sat.1 will mit der siebten Staffel von „Hochzeit auf den ersten Blick“ die Dokusoap erstmals in die Primetime heben. Dann soll es zur besten Sendezeit eine Live-Hochzeit von Menschen geben, die sich völlig fremd sind. Und Kabel eins schickt erneut Problem-Jugendliche „Ab ins Kloster!“. Das Promi-Boxen kehrt zurück und auch „Promi Big Brother“ wartet mit einer Überraschung auf: Mehr dazu hier!

Auch der Mutterkonzern ProSiebenSat.1 will verstärkt eigenproduzierte Unterhaltungsformate anbieten und diese über viele Kanäle verbreiten. Man sei „auf einem guten Weg, ein plattformunabhängiges Unterhaltungsunternehmen zu bauen“, sagte Vorstandsmitglied und CEO SevenOne Entertainment, Wolfgang Link, der Deutschen Presse-Agentur. „Zum Beispiel mit der konsequenten Förderung neuer digitaler Unterhaltungsangebote wie unsere Audio-Plattform FYEO oder unsere Streamingplattform Joyn.“

Unlängst hatte der Medienkonzern angekündigt, sich künftig stärker wieder auf den Bereich Entertainment und Infotainment konzentrieren zu wollen.

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