Montag, 27. Mai 2019 20:15 Uhr

Schnatterinchen ist tot (naja, nicht ganz)

Sie war Schnatterinchens Stimme und im Osten ein Megastar: Jetzt ist die in der DDR beliebte Puppenspielerin und Sprecherin Friedgard Kurze gestorben.

Schnatterinchen ist tot

Die Puppenspieler Heinz Schröder und Friedgard Kurze 1991 in Berlin. Foto: Hubert Link

Als Stimme der kleinen Fernseh-Ente Schnatterinchen begleitete sie Generationen von DDR-Fernsehzuschauern: Die Schauspielerin und Sprecherin Friedgard Kurze ist tot. Wie ihr Enkelsohn Tom Lachmann am Montag mitteilte, starb sie bereits am 19. Mai, wenige Tage vor ihrem 91. Geburtstag in Berlin.

Im Ost-Kinderfernsehen hat Kurze der Quasselstrippe Schnatterinchen beim „Abendgruß“ des „Sandmännchens“ ihre Stimme verliehen. Sie hat bereits Ende der 50-er Jahre diese Puppe geführt und für sie gesprochen, später kam der Kobold Pittiplatsch dazu.

Mit Pittiplatsch auf Tour

Die Schnatterente war von Heinz Schröder und Kurze geschaffen worden und trat war zum erstem Mal 1959 in der Sendung „Meister Nadelöhr“ auf, „Pittiplatsch“ folgte dann 1962. Nach der Wiedervereinigung wurde 1991 der Deutsche Fernsehfunk (DFF), also das einstige DDR-Fernsehen, abgewickelt. Das war auch erst mal das Ende für neue Fernsehgeschichten rund um Pittiplatsch. Danach tourten Schröder und ein kleines „Pittiplatsch-Ensemble“, mit einem Bühnenprogramm durch das Land, Kurze war aber nicht mehr von der Partie. Sie trat hingegen immer wieder als Sprecherin für Kindergeschichten und Hörspiele auf.

Das „Sandmännchen“ ist eine von ganz wenigen DDR-Sendungen, die es noch gibt – im KiKa, im RBB und im MDR. Dort sind die in der DDR „geborenen“ Puppen noch immer zu sehen: Die alten Episoden werden wiederholt. Neue Folgen sollen erstmals seit 1991 nun wieder entstehen, wie der RBB kürzlich ankündigte. 13 neue Geschichten mit Pitti, Schnatterinchen und Moppi seien geplant.

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