„Sing meinen Song“: Wer ist eigentlich Rapperin Nura?

"Sing meinen Song": Wer ist eigentlich Rapperin Nura?
"Sing meinen Song": Wer ist eigentlich Rapperin Nura?

Foto: TVNOW / Markus Hertrich

04.05.2021 12:11 Uhr

Mit der neuen Staffel der Vox-Erfolgsshow „Sing meinen Song - das Tauschkonzert“ geht auch wieder ein spannender Cast an den Start. Mit dabei ist auch Nura. Die 32-Jährige gilt als eine der erfolgreichsten Rapperinnen des Landes.

Vom Asylbewerberheim in die Charts – Nuras Geschichte ist eine von Freiheit, Frieden und Fame. Nura Habib Omer ist drei Jahre alt, als ihre Familie von Kuwait vor dem Krieg nach Wuppertal flüchtet. Mit 13 haut sie ins Heim ab.

Die Sache mit dem „Asozialisierungsprogramm“

Mit 18 zieht sie nach Berlin und versucht sich dort über die Jahre mit verschiedenen musikalischen Projekten. So wird sie Mitglied der Pop-Punk-/Electroclash-Band The toten Crackhuren im Kofferraum und feiert mit ihnen erste Erfolge. 2014 gründet sie mit Rapperin Juju das Rap-Duo SXTN, das gleich zu Beginn für viel Aufsehen sorgt.

Anfangs wurden SXTN von vielen in der Rapszene noch belächelt, doch mit ihrer frechen Art und den harten Lines beweisen die „Von Party zu Party“-Rapperinnen, dass sie locker mit ihren Kollegen im Männer-dominierten Rap-Biz mithalten können. Auf ihren Touren gelingt es ihnen, ganze Hallen auszuverkaufen.

"Sing meinen Song": Wer ist eigentlich Rapperin Nura?

imago images / Future Image

Ein neuer Feminismus

Damals polarisieren Juju und Nura mit ihren provokanten Texte wie „Fotzen im Club“, „Hassfrau“ oder auch „Ich bin schwarz“ und heizen damit eine Debatte an, ob die Inhalte auf ihrer „Asozialisierungsprogramm“-EP modern und feministisch oder einfach nur problematisch sind.

So spielt das Duo in seinen Texten gerne mit männlichen Klischees, überspitzt sie und zieht sie so ins Lächerliche wie beispielsweise im Song „Deine Mutter“: „Ich ficke deine Mutter ohne Schwanz.“ Nach fünf Jahren ist plötzlich Schluss. Juju und Nura geben überraschend die Trennung von SXTN bekannt. Die beiden Rapperinnen hätten sich auseinandergelebt und privat keinen Kontakt mehr, heißt es in einem Interview.

„Würde nicht ins TV gehen, um da nichts zu sagen“

Im selben Jahr veröffentlicht Nura ihr erstes Solo-Album „Habibi“, um sich schon im darauffolgenden Jahr in ihrer Autobiografie „Weißt du, was ich meine? Vom Asylheim in die Charts“ ihren Fans noch weiter zu öffnen. In ihrer Musik vereint die hübsche Rapperin aktuellen Zeitgeist mit gesellschaftskritischen Themen. So thematisiert sie beispielsweise in ihrer neuste Single „Niemals Stress mit Bullen“ die in der deutschen Gesellschaft verwurzelten Rassismen.

Dafür nimmt sie gleichermaßen Bezug auf rassistische Polizeigewalt, rechte Aufmärsche und vom Egoismus erblindete Mitmenschen, wie auf ihre eigene Geschichte und die sich durch ihr ganzes Leben ziehende Auseinandersetzung mit alltäglichem Rassismus.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an Ein Beitrag geteilt von ? ? nunu (@nura)

Das Schwarzsein in Deutschland

Als ein Sprachrohr der deutschen Black Community liefert die Rapperin damit einen wichtigen musikalischen Beitrag zu allgegenwärtigen gesellschaftlichen Debatten. Nura war es eine wichtige Herzensangelegenheit, diese große TV-Plattform für wichtige Themen zu nutzen, verriet sie erst kürzlich im Klatsch-tratsch.de-Interview:

„Ich würde nicht ins Fernsehen gehen, um da nichts zu sagen. Mir war immer klar, dass ich nur Songs nehmen werde, die krasse Aussagen haben. Ich habe in der Sendung auch selbst einen Song performt, in dem ich das Schwarzsein in Deutschland thematisiere.“

Nura ist ab dem 20. April in der neuen Staffel von „Sing meinen Song – das Tauschkonzert“ zu sehen. Immer Dienstags um 20:15 Uhr bei Vox und zum Streamen rund um die Uhr bei TV NOW.