10.04.2020 18:52 Uhr

Vladimir Burlakov, der neue Tatort-Kommissar

© SR/Manuela Meyer

Der aus Russland stammende Schauspieler und neue „Tatort„-Kommissar Vladimir Burlakov (33) hat nach eigenen Worten Eigenschaften, die oft als typisch deutsch bezeichnet werden.

„Ich bin immer wahnsinnig pünktlich, das ist mir sehr wichtig. Ich bin auch sehr ordentlich, fast schon pedantisch, wobei ich jetzt nicht weiß, ob das was Deutsches ist oder ich einfach nur einen an der Waffel habe“, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Er lege auch Wert auf Manieren, „zum Beispiel darauf, dass man sich im Restaurant leise unterhält und nicht zu laut wird, auch wenn man zu viert oder zu fünft ist“.

Vladimir Burlakov, der neue Tatort-Kommissar

© SR/Manuela Meyer

Burlakov wuchs bis zu seinem neunten Lebensjahr in Moskau auf, ehe er mit seiner Familie nach Deutschland kam. Er nannte sich einen „Deutschen mit russischer Seele“. Am Ostermontag ist Burlakov zum ersten Mal zusammen mit Daniel Sträßer als neues „Tatort“-Team in Saarbrücken im Krimi „Das fleißige Lieschen“ zu sehen.

Dreharbeiten ausgesetzt

Ab 16. April hätte er für seinen zweiten Saarbrücker „Tatort“ vor der Kamera stehen sollen, doch die Dreharbeiten wurden wegen der Corona-Pandemie abgesagt. Burlakov hat dafür Verständnis: „Wir arbeiten nun mal in einer Branche, in der es sich so gar nicht vermeiden lässt, dass man sich näher kommt, sei’s beim Verkabeln, bei der Kostümprobe oder in der Maske.“ Der Verzicht sei „zwar eine superharte Maßnahme, aber absolut richtig und nachvollziehbar“.

Die freie Zeit vertreibe er sich in seiner Berliner Wohnung mit sozialen Netzwerken, Kontakten zu Familie und Freunden, Fitness-Training, Filmen und Talkshows.

„Das fleißige Lieschen“

„Das fleißige Lieschen“, der erste Fall der neuen Saarbrücker Kommissare Adam Schürk (Daniel Sträßer) und Leo Hölzer (Vladimir Burlokov), hat es in sich. Die beiden kennen sich aus Kindertagen und haben sich seit über 15 Jahren nicht mehr gesehen. Zudem verbindet sie ein dunkles Geheimnis, das ihr Wiedersehen überschattet. Auch die Art, wie sie zusammenkommen, ist nicht unkompliziert: Leo hatte bislang einen Partner im Team, der sich nun weigert, mit ihm weiter zusammenzuarbeiten. Denn Leo hat ein Ermittlungsverfahren am Hals: Er hatte sich geweigert, an entscheidender Stelle von der Schusswaffe Gebrauch zu machen und sich damit nach Ansicht des Disziplinarbeamten wegen unterlassener Amtshilfe schuldig gemacht.

Vladimir Burlakov, der neue Tatort-Kommissar

© SR/Manuela Meyer, Peter Liwowski

Adam übernimmt die Rolle des Teampartners an Leos Seite. Ihr erster gemeinsamer Fall führt die beiden mitten in das Geflecht einer völlig verfeindeten Industriellenfamilie, in der jeder jeden hasst. Ermordet wurde der jüngere zweier Brüder, der das Familienunternehmen übernehmen sollte. Schnell wird klar, dass die Hintergründe, die zum Mord führten, weit in die Vergangenheit zurückreichen. Bereits der Vater der beiden Brüder ist unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen. Während des Zweiten Weltkrieges beschäftigte die Firma – wie so viele damals – Zwangsarbeiter. Liegen hier die Ursachen für die aktuellen Ereignisse?

Schnell kämpfen die Kommissare an zwei Fronten: Zum einen, der ihrer eigenen Vergangenheit und zum anderen der der einflussreichen Saarbrücker Familie. Beide haben konträre Ansichten darüber, wie man sich dem Fall nähern sollte. Liegt die Schuld bei dem herrischen Familienpatriarchen, der die Ansichten über das Recht des Stärkeren immer noch offen postuliert? Ist es der Neid zwischen den Brüdern, der den Konflikt befeuert hat? Kann der Mord mit den Spielschulden des Opfers zu tun haben oder steht hier eine Rache aus der Vergangenheit an?

So sehr die unterschiedlichen Temperamente und Ansichten der beiden Kommissare auch aufeinanderprallen, so sehr wird ihnen im Laufe dieses Falls auch klar, dass sie sich schmerzlich vermisst haben.

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