22.12.2019 20:45 Uhr

„1917“: Hinter den Kulissen des größten Kriegsfilms der letzten Jahrzehnte

Foto: Universal Pictures and Storyteller Distribution Co., LLC.

„1917“ ist der schlichte Titel des opulenten Kriegsfilm von Oscar-Preisträger Sam Mendes. Alles andere als schlicht war auch das Bootcamp für die jungen Hauptdarsteller George MacKay und Dean-Charles Chapman. Mit dabei auch gestandene Stars u.a. Colin Firth, Marc Strong und Richard Madden. Der Film startet am 16. Januar in den deutschen Kinos.

"1917": Hinter den Kulissen des größten Kriegsfilms der letzten Jahrzehnte

George MacKay, Dean-Charles Chapman. Foto: Universal Pictures / O.Walterscheid

Für die detailgenaue Umsetzung des Kriegsfilms „1917“ hat Regisseur Sam Mendes jeden Tag das gesamte Material gesichtet immer auf der Spur nach Fehlern. Fehler wie ein falscher Helm, eine falsche Uniform, denn 1917 war das Jahr, in dem beides sich änderte, aber der Austausch noch nicht komplett war.

Das Dokumentationsmaterial aus dem 1. Weltkrieg war für alle Abteilungen die allerwichtigste Basis.

Auf die Details kam es an

„Als ich mir das Filmmaterial jeden Tag ansah, versuchte ich, irgendeinen Ausrutscher zu finden, den ich hätte finden können, z. B. einen offenen Munitionsbeutel“, sagte Paul Biddiss, ein ehemaliger Fallschirmjäger, der das sechsmonatige Trainingslager leitete, das vor den Dreharbeiten von Mendes für diese Leute eingerichtet worden war ausgewählt, um Truppen zu spielen. Dem ‚Guardian‘ erklärte er weiter: „Im ersten Weltkrieg wurde den Soldaten beigebracht, ihre Munition zu kontrollieren, bevor sie loszogen, denn oft waren die Taschen aufgegangen und die Patronen herausgefallen“.

"1917": Hinter den Kulissen des größten Kriegsfilms der letzten Jahrzehnte

Foto: Universal Pictures and Storyteller Distribution Co., LLC.

Das Filmteam castete im großen Stil junge Männer im Alter von 16 bis 35 Jahren, um Teil der Truppe zu werden. Und dann begann Biddiss mit dem Trainingslager. MacKay, der neben Dean-Charles Chapman in dem Film die Hauptrolle spielt, hat diese Trainingsperiode als „einen unglaublichen Prozess“ bezeichnet. „Wir mussten sicherstellen, dass sie alle geistig und körperlich fit waren“, sagte Biddiss.

„Wir haben insgesamt ungefähr 800 Männer eingesetzt plus die Hauptdarsteller. Ich wollte, dass sie alle die Etikette der Gräben verstehen.“

"1917": Hinter den Kulissen des größten Kriegsfilms der letzten Jahrzehnte

Sam Mendes und George MacKay. Foto: Universal Pictures and Storyteller Distribution Co., LLC.

Angst und Wut sollten gezeigt werden

„Ich habe ihnen auch beigebracht, nicht mit den Fingern auf den Abzug ihrer Waffen zu drücken. Soldaten werden dazu nur ausgebildet, wenn sie im Begriff sind zu schießen“, erklärte er. „Ich habe die Angst und Wut betont“, sagte Ausbilder Biddiss dem britischen „Guardian“. „Darauf kann ich mich beziehen, weil ich mich erinnere, wie ich im Dunkeln aus einem Chinook gesprungen bin, nachdem ich erfahren hatte, dass es da draußen Leute gab, die mich töten wollten.“

"1917": Hinter den Kulissen des größten Kriegsfilms der letzten Jahrzehnte

Foto: Universal Pictures and Storyteller Distribution Co., LLC.

„In der Angst atmet und schmeckt man die Luft anders, weil man weiß, dass man sterben kann. Und die Wut war wichtig, denn so fühlen sich Soldaten, wenn sie erkennen, dass sie sich in einer gefährlichen Situation befinden.“

Abschließend sagte so der militärische Berater der Szenen: „Es war für uns alle wichtig, es richtig zu machen, nicht nur für Sam, weil wir alle Verwandte haben, die gekämpft haben.“

"1917": Hinter den Kulissen des größten Kriegsfilms der letzten Jahrzehnte

George MacKay. Foto: Universal Pictures and Storyteller Distribution Co., LLC.