Dienstag, 24. Dezember 2019 13:10 Uhr

3 Weihnachtsfilme, die fast vergessen sind

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Weihnachtsfeiertage heißt Märchensaison. Für viele ist es auch die Zeit, um sich mal bei einem Filmklassiker zu entspannen. Wer aber keine Lust auf die hundertste Wiederholung von „Kevin allein zu Haus“ und „Aschenbrödel“ hat, sollte sich unsere Tipps zu Gemüte ziehen.

Der Nussknackerprinz (1990)

Der Trickfilm „Der Nussknackerprinz“ hat eine literarische Vorlage und der Soundtrack bedient sich auch bei einem weltberühmten Ballett. Dichter E.T.A. Hoffmann (1776-1822) lieferte für diesen herzerwärmenden Trickfilm die Story. Sein Märchen „Nussknacker und Mäusekönig“ wiederum inspirierte Peter Tschaikowski zu seinem bis heute ungeheuer erfolgreichen Ballett „Der Nussknacker“.

Der Nussknackerprinz

Der Nussknackerprinz. Foto: imago images / United Archives

Darum geht’s: Eine Mäuseschar hat dem König seinen wunderbaren Käsekuchen weggefuttert. Dabei hatte der König sich nichts sehnlicher als einen echten Käsekuchen gewünscht. Seine Wut über die Mäuse ist enorm, er wünscht sich von seinem „Angestellten“ Drosselmeyer, dass alle Mäuse deshalb sterben müssen. Zwei Mäuse überleben – die Mäusekönigin und deren Sohn. Die Mäusekönigin lässt sich das nicht gefallen. Niemand hat damit gerechnet, dass sie über schwarze Magie verfügt. Wie so häufig muss auch im „Nussknackerprinz“ jemand leiden, der unschuldig ist. Die Rache der Mäusekönigin trifft aber nicht den König, sondern seine Tochter. Prinzessin Pirliphat wird in eine alte, hässliche Hexe verwandelt. Und hier kommt erneut Drosselmeyer ins Spiel. Er weiß Rat: der ebenfalls verzauberte Nussknackerprinz wird helfen müssen.

„Der Nussknackerprinz“ ist eine der meist erzählten Geschichten zur Weihnachtszeit und hat in der Trickfilmversion mit 75 Minuten genau die richtige Länge, um wirklich alle Familienmitglieder aufs Neue zu begeistern. Trailer auf Englisch:

Tokyo Godfathers (2003)

In „Tokyo Godfathers“ kommen Weihnachtsfans und Freunde des Animes beide voll auf ihre Kosten. Fernab aller Sehgewohnheiten, welche die Disneystudios so ungemein erfolgreich etabliert haben, ist mit „Tokyo Godfathers“ einst ein Meilenstein in der Filmgeschichte gesetzt worden.

Drei sehr unterschiedliche Tokioter hausen zusammen in der Millionenstadt. Alle drei sind wohnungslos, geächtet, gescheitert sowieso. Einer heißt Hana. Er ist sehr exaltiert – und versucht eine Existenz als Drag-Queen. Nummer 2 – sein Name ist „Gin“ und der ist Programm – ist Hardcore-Alkoholiker und die dritte Randexzistenz ist ein junges Mädchen, das von zu Hause ausgerissen ist. Sie heißt Miyuki und ist das Küken in dem Losertrio.

Es ist der Heilige Abend in der Millionenmetropole und was wunderbares wird wohl kaum passieren, wenn man so weit unten angekommen ist. Mit leckerem Essen ist es für die Wahlfamilie jedenfalls Essig. Sie suchen auf einer Müllkippe nach Brauchbarem und entdecken stattdessen etwas, was sie garantiert nicht gebrauchen können: ein ausgesetztes Baby. Der Winzling im Dreck ist ein Mädchen und die „Tokyo Godfathers“ nehmen sich vor, ihre Eltern zu finden.

„Tokyo Godfathers“ ist rührend, großherzig und magisch. Genau passend für die Weihnachtszeit.

Die Muppets Weihnachtsgeschichte (1993)

Die Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens (1812-1870) ist einer der Dauerbrenner an Geschichten, die man zu Weihnachten einfach sehen muss. Wir haben uns für die Verfilmung mit dem großartigen Michael Caine und den Muppets entschieden, weil diese neben der moralischen Erbauung auch viele komische Momente hat – die Muppets eben!

Und darum geht’s: Ebenizer Scrooge (Michael Caine) ist ein sehr hartherziger Mensch und sein Lieblingswort ist `Humbug´. Er lebt in London, aber Leben kann man das eigentlich nicht nennen. Er gönnt sich selbst nichts, hat keine Freunde und für seine Angestellten ist er das Grauen. Einer davon ist Bob Cratchit (Kermit, der Frosch), ein Familienvater. Seine Frau (Miss Piggy, wer sonst) kümmert sich um den Haushalt und die Kinder. Ihr jüngster Sohn macht dem Paar besonders große Sorgen, er ist ernsthaft krank und kann auch nicht gut laufen. Tiny Tim ist auf ein Gehstützen angewiesen. Den Alptraum von Chef noch dazu, da fällt es der Familie schon schwer, den Glauben an das Gute nicht zu verlieren.

Aber so ist Bob Cratchit nicht, er ist geduldig und gütig – auch im Umgang mit dem Geizhals von Chef. Das Weihnachten ist, hat der noch nicht mal mitbekommen. Scrooge macht, was er jeden Abend macht, bevor er sich in sein eiskaltes, viel zu großes Bett legt. Er isst ein ganz kleines bisschen und, um nicht zu viel Kerzenlicht zu verbrauchen, geht er sehr früh schlafen. Aber in dieser Nacht vor Weihnachten wird er sein blaues Wunder erleben. Der alte Mann wird nicht viel zum Schlafen kommen, denn er erhält drei mal Besuch vom Geist der Weihnacht, der sich auch wohltuend auf die ganze Familie Cratchit legen wird.

Das Muppet-Ensemble lockert die Geschichte ungemein auf. Michael Caine ist wie immer ein absoluter Könner. Wie selbstverständlich er mit den Puppen(spielern) und in den Kulissen agiert ist ganz große Schauspielkunst. Auch ein Solitär in seiner Klasse ist Rezzo, die Ratte, als allwissender Erzähler und immer für eine Überraschung gut sind die Pinguine, die alle zur Schlittschuhparty einladen!

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