Simpel und schmutzig„Ach du Scheiße“: Diesen Dixie-Klo-Thriller hätte wohl niemand aus Deutschland erwartet

"Ach du Scheiße"
"Ach du Scheiße"

©Daniel Dornhoefer

Paul VerhobenPaul Verhoben | 04.09.2022, 20:10 Uhr

Regisseur Lukas Rinker gelingt mit "Ach du Scheiße" ein schwarzhumoriger Escape-Room Horror der besonderen Art, wie man ihn aus Deutschland nicht erwartet hätte.

Vergesst „Buried“ mit Ryan Reynolds lebendig begraben in einem Sarg. Oder „Nicht auflegen!“ mit Colin Farrell, gefangen in einer Telefonzelle. Schlimmer geht’s immer: Gefangen in einem vollgeschissenen Dixie-Klo!

Die reichlich wahnwitzige Story, eine fesselnde Hauptdarsteller-Performance (Thomas Niehaus) und der stylische Look des Films garantieren 90 extrem unterhaltsame Minuten, fast ausschließlich in der Enge eines Dixi-Klos erzählt, „kultig wie das Dixi selbst“. Den Trailer gibt’s weiter unten!

"Ach du Scheiße"

©Daniel Dornhoefer

Darum geht’s in „Ach du Scheiße“

Die Geschichte des klaustrophobischen Thrillers ist kurz erzählt. Architekt Frank erwacht aus der Ohnmacht – blutig eingequetscht in einem Baustellen-Klo.

Um seine Haut vor der drohenden Abriss-Sprengung zu retten, muss sich Frank in 90 Minuten aus dem blauen Dixi Plastik-Grab puzzeln und ein mörderisches Verbrechen aufklären. Klingt wie eine Challenge von Joko und Klaas. Isses aber nicht.

Die Geschichte des Films kann man auch ausführlicher erzählen:

„AUTSCH, mein Kopf!“ Architekt Frank (Thomas Niehaus) erwacht in einer Dixi Toilette – welche in eine Baugrube gestürzt zu sein scheint. Sein Unterarm ist von einem Stahlbolzen blutig aufgespießt. Und auch die Tür ist von außen ver- schlossen. Zu allem Überfluss droht eine Sprengung oberhalb der Baugrube!
Mit allen Mitteln und Kräften, die ihm das Dixi und sein langsam verblutender Körper bieten, versucht sich Frank aus dem blauen Plastik-Sarg zu befreien. Seine Zeit läuft ab und das Dynamit ist schon scharf geschaltet.

"Ach du Scheiße"

©Daniel Dornhoefer

In seinem Todeskampf werden ein Hase und der immer-lachende Smiley-Klodeckel sei- ne besten Freunde. Zu allem Überfluss findet Frank heraus, wer ihn in diese Lage gebracht hat: Der korrupte Bürgermeister Horst (Gedeon Burkhard), der noch mehr Dreck am Stecken hat als zuvor geahnt, versucht sich auf dem nahegelegenen Richtfest an Franks schwangere Freundin Marie (Olga von Luckwald) ranzumachen. Das ist zu viel für Frank! Er wird alles daransetzen zu überleben, seine Marie zurückzugewinnen und die wahnhaften Verbrechen von Horst aufzudecken.

Als Architekt weiß Frank alle baulichen Vorteile des Dixis zu seiner Befreiung auszuschöpfen. Doch wird es ihm gelingen – in einem letzten blutigen Kraftakt – all sein Planungsgeschick zu bündeln, seinen aufgespießten Arm zu befreien, die Sprengung zu stoppen, dem kaltblütigen Patriarchen Horst das Handwerk legen und seiner schwangeren Marie das Ja-Wort zu geben? Das wird kein Zucker-Schlecken



Wissenwertes über Regisseur Lukas Rinker

Lukas Rinker (35) aus Frankfurt am Main, drehte seinen ersten Film mit 13 Jahren, einer Hi8-Kamera und einer Flasche Ketchup im Schnee – Slasher- Kost vom Feinsten. Nach dem Abitur folgten Praktika und Runner-Jobs an Werbefilm-Sets, schliesslich ein Studium der Medien im gemütlichen Mainz in 2009.
Hierbei entstanden etliche Kurzfilme und Drehbuch-Ideen, darunter auch ein lange schlummerndes Projekt – Codename Dixi.

Mit seiner Abschlussarbeit “Laserpope – Halb Papst, halb Maschine” , einem fiktiven Actionfilm-Trailer mit Ex-GZSZ-Star Raúl Richter, konnte er etwas Internet-Fame einheimsen und Kontakt zur Frankfurter Neopol-Film aufbauen.

Während er sich seit 2016 als freiberuflicher Regisseur für Werbe- und Imagefilme verdingt, schreibt und entwickelt Lukas diverse satirisch-bösartige Spielfilmstoffe.
Eine seiner Ideen – aus der Reihe “Gut & günstig” – zum Thema „Todesfalle Baustellenklo“ stieß jüngst bei Produzenten und Förderern auf großen Anklang…

… wie man hier im Trailer zu „Ach du Scheiße“ sieht:

Erste Pressestimmen:

„In Lukas Rinkers Debütfilm ist ein Bad in der Fäkaliensuppe noch das geringste Übel. ‚Ach du Scheiße!‘ ist bierseliges Gaudikino für nicht allzu zart Besaitete.“ (Michael Fleig, critic.de)

„Schaut euch ‚Ach du Scheiße“ unbedingt an – falls die Rettung des heimischen Genrekinos ausgerechnet in einem umgestürzten Dixiklo beginnen sollte, könnt ihr später sagen, ihr seid dabei gewesen!“ (Filmstarts.de)

„Der Horror ist großartig, mit Verletzungsszenen, bei denen man die Zähne zusammenbeißt. Bis einem die Augen rausfallen oder man in Gelächter ausbricht.“ (Screenanarchy)

„Simpel, schmutzig und ganz großer Spaß.“ (André Hecker)