Donnerstag, 24. Oktober 2019 22:30 Uhr

Arnold Schwarzenegger über Terminator 6, die Chinesen und Multikulti

imago images / Future Image International

Wie ehrgeizig er ist, hat Arnold Schwarzenegger in seinem Leben schon mehrfach unter Beweis gestellt. Mit gerade einmal 15 Jahren stemmte er zum ersten Mal Gewichte, nur fünf Jahre später holte er sich den Titel „Mr. Universum“. Er ging nach Hollywood, wurde als Schauspieler mega erfolgreich und später sogar zum Gouverneur von Kalifornien gewählt.

Mit seinen 72 Jahren hat Schwarzenegger nichts von seiner imposanten Erscheinung verloren. Als wir ihn zum Interview in Los Angeles treffen, trägt er ein lockeres Poloshirt unter seinem hellen Anzug. Er ist braungebrannt und strahlt, als er klatsch-tratsch.de erklärt, warum er sich 35 Jahre nach seinem Debüt als „Terminator“ dazu entschieden hat, erneut in diese Rolle zu schlüpfen.

Arnold Schwarzenegger über Terminator 6, die Chinesen und Multikulti

© 2019 Twentieth Century Fox

Ist ER nicht in ,Terminator 2 – Tag der Abrechnung’ gestorben? Wie funktioniert das?
Aber wir wissen doch gar nicht, wer ‚ER‘ ist!

War es eine große Herausforderung für Sie, wieder in diese Rolle zu schlüpfen?
Es war sicherlich eine größere Herausforderung für Cameron und Tim Miller als für mich.

Wieso nicht für Sie?
Ich trainiere täglich, ob ich einen Film drehe oder nicht, und habe mein Training nur ein bisschen verändert, um mich auf die Action-Stunts mit Waffen vorzubereiten.

War das schwer?
Für mich ist es, als ob ich für die olympischen Spiele trainiere. Es gibt nur eine Option: Zu gewinnen. Wie ich es schaffe, dort hinzugelangen, ist mir egal. Ich trainiere bis es hundertprozentig passt. Vorher höre ich mit dem Training nicht auf.

Terminator 6 spielt in Mexico und gibt dem Film dadurch ein etwas anderes Gefühl. Sehen Sie dort die Zukunft für Terminator?
Na ja, wir haben ja schon genügend Österreicher und Deutsche im Film. Warum nicht die weite Welt miteinbeziehen? (lacht)

War das auch so gedacht?
Wir haben schon bewusst darauf geachtet, einen internationalen Cast zu haben. Früher wären nur amerikanische Schauspieler dabei gewesen, aber das wollten wir ändern. Das wäre nicht mehr die Realität von heute. Früher, im Wilden Westen, hatten wir vielleicht mal vereinzelt einen Deutschen oder einen Asiaten am Start, aber nicht mehr heute. Die Filmindustrie muss und soll multikulturell sein.

So wie die Realität von Amerika?
Klar. Allein in Kalifornien leben so viele Einwanderer, was toll ist. Das macht diesen speziellen Flair doch gerade aus. Im echten Leben sowie im Film.

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Sie sind seit knapp 50 Jahren in der Filmindustrie tätig und waren Gouverneur von Kalifornien. Wenn Sie zurückblicken, glauben Sie, dass es noch genügend Spielraum gibt, um die Filmindustrie zu finanzieren?
Ich bin sehr froh darüber, zu wissen, dass die Finanzierung jetzt aus der ganzen Welt kommt. Viel zu lange hat die amerikanische Filmindustrie Geld auf der ganzen Welt verdient, aber der Rest der Welt war nicht wirklich in den Finanzierungs- und Marketingteil der Herstellung mit einbezogen. Je mehr gemeinsame Filmproduktionen umgesetzt werden können, desto mehr Filme können gedreht werden. Bei Terminator 6 hat sich zum Beispiel die chinesische Firma „Tencent“ an den Kosten beteiligt.

Und welche Vorteile bringt das mit sich?
Wir konnten dadurch den Film größer und besser machen. Außerdem kann „Tencent“ den Film besser in Asien platzieren und promoten, sodass er in jedem Kino gesehen werden kann. Ich finde diese Art von Zusammenarbeit super. Das ist unsere Zukunft. Frankreich, Japan, Deutschland und Russland – alle sollten zusammen kommen, desto größer kann die weltweite Filmindustrie werden und desto mehr Geld kann jeder damit verdienen.

© 2019 Twentieth Century Fox

Wenn Sie die Chance hätten, zurück ins Jahr 1984 zu reisen, was würden Sie dem Arnold von damals sagen?
Du bist der glücklichste Mensch der Welt. Ganz egal in welchem Alter. Ich hatte immer Glück, auch wenn meine Kindheit ziemlich hart war. Aber nur weil meine Eltern so streng und hart mit mir waren, bin ich heute der Mann, der ich bin. Nur deshalb wollte ich so schnell wie möglich von zu Hause weg, wollte Österreich verlassen und nach Amerika, um dort erfolgreich zu werden. Also ganz egal zu welcher Zeit ich zurückblicke, kann ich nur sagen, dass ich der glücklichste Mensch auf der Welt bin. So ein erstaunliches Leben zu führen und so viele verschiedene Karrieren zu haben, ist einfach umwerfend.

Sie sind gerade 72 Jahre alt geworden, wie geht es weiter?
(lacht) Die meisten Leute sind mit 72 Jahren pensioniert und ich stehe am Set und drehe Action-Filme, was mir unheimlich viel Spaß macht. Was ich genauso liebe, ist, dass ich das Schwarzenegger-Institut in ganz Amerika leite und somit Millionen von Kindern spezielle Programme in Schulen ermögliche. Ich setze mich für unsere Umwelt ein und mit dem Arnold Sport und Fitness Festival promote ich Fitness. Wie viele Leute haben die Chance, all das zu machen? Unglaublich. Deshalb möchte ich meinem Leben auf jeden Fall 10 von 10 Punkten geben (grinst).

Lassen Sie uns mal über den berühmten Satz von Terminator sprechen: „Ich komme wieder“
(lacht) Da gibt es eine lustige Geschichte zu. Vor Jahren fragte ich Cameron, ob ich diesen Satz wirklich genau so sagen soll. Für mich klang er eigenartig, sogar lustig. Er fragte mich, wie es denn im Drehbuch steht. Ich erwiderte, im Drehbuch steht: Ich komme wieder. Daraufhin sagte er zu mir – und das werde ich nie vergessen: Ich kritisiere deine Schauspielerei nicht, wieso kritisierst du mein Schreiben? Ich fühlte mich wie ein Vollidiot. Nie hätte ich damals gedacht, dass ausgerechnet dieser Satz weltberühmt wird (lacht).

Gibt es in diesem Film auch wieder einen Satz, den die Zuschauer aufgreifen werden?
(überlegt) Das kann man vorher nie so wirklich sagen. Wir haben mehrere solcher Sätze auf Lager. Ich hätte zum Beispiel nie gedacht, als ich ‚Hasta la vista, Baby‘ gesagt habe, dass die Zuschauer diesen Satz aufschnappen werden (lacht).

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