Mittwoch, 23. Januar 2019 22:50 Uhr

„Berlin, I Love You“: Der Trailer sorgt für Kopfschütteln

Die Liebeserklärung an die „Muddastadt” scheint gründlich daneben gegangen. Nach „Paris je t’aime” und „New York I Love You” soll nun eine Fortsetzung der Kinofilm-Serie folgen, die zeigt, wie Liebe in Berlin ist.

"Berlin, I Love You": Der Trailer sorgt für Kopfschütteln

Foto: Tiko Aramya/Shutterstock

Trotz der 1-A-Besetzung durch Keira Knightley (33) und Helen Mirren (73) scheint dies den Machern nicht sonderlich gut gelungen. Letzte Woche kam der Trailer zum Film heraus und erhitzt seitdem die Gemüter.

Der Plan, dass verschiedene Regisseure in unterschiedlichen Episoden von der Liebe in unterschiedlichen Städten erzählen, ist ja eigentlich gut – nur in der Ausführung ist es angeblich eher á la „Kannste schon so machen, aber dann ist es halt Kacke”.

Hundescheiße und Rotkäppchen-Sekt?

Schon der Trailer lässt vermuten, dass sich der Film in den plattesten Stereotypen verliert. So bezeichnet beispielsweise ‚Die Welt‘ den Film als „Unverschämtheit”. Auch das Magazin ‚Vice‘ bezeichnet den Trailer als „Film gewordene Schuppenflechte“ und fragt sich zurecht: „Wie schafft man es, einen zweieinhalb minütigen Trailer über einen Berlin-Film zu veröffentlichen, in dem nicht mindestens einmal jemand in Hundescheiße tritt ODER Rotkäppchen-Sekt aus der Flasche trinkt?“.

Auch die ‚Berliner Zeitung‘ hat unter die Lupe genommen, was die Kritiker so aufgeregt. Allein die Stadtaufnahmen haben da scheinbar schon für Verständnis gesorgt: „Die perfekte Kulisse fürs nächste Instagram-Selfie. Fähnchen-Girlanden, Karaoke im Mauerpark, irgendjemand fährt ganz originell in einem Retro-Auto mit Engelsflügeln durch die Stadt.”

Weiter heißt es, Berlin wirke wie „weichgespült”.„Niemand kotzt auf die Warschauer Straße, Flaschen werden auch keine geworfen”, heißt es zudem. Diese Szenen sind alles, aber nicht das „wahre Berlin”. „Es ist, als hätte jemand das Wissen um den Berliner Hype und all seine Klischees von vor 10 Jahren nach Hollywood mitgenommen und etwas Groteskes daraus gemacht, das sich für jeden Berliner als eine Form von Beleidigung anfühlt“, heißt es im Blog ‚I heart Berlin‘.

Man kann nur mit den Augen rollen

Auch das Magazin ‚Noizz‘ meint, Berlin würde als „überzuckerte Wohlfühl-Kulisse” dargestellt. Vielen Kritikern fehlt vor allem der Charme, den beispielsweise im Film „Paris je t’aime” die Liebesgeschichten aus verschiedenen Stadtbezirken ausgemacht haben.

Im Trailer wirkt es so, als würde sich der Film hauptsächlich in den Szene-Bezirken Kreuzberg, Prenzlauer Berg und Mitte abspielen – eben diese, die man weltweit am besten kennt.

Zu Beginn des Clips sagt eine Stimme: „Menschen kommen nach Berlin, um zu träumen, zu tanzen und sich zu verlieben“ worauf ein Protagonist zustimmend: „Ich bin nach Berlin gekommen, um meinen Glauben ans Leben zurückzugewinnen“sagt. Nach Berlin klingt das so gar nicht. Das findet auch ‚Die Welt‘: „[Berlin,]wo die Matratzen am Gehweg vor sich hin schimmeln und wo mindestens jede*r Zweite eine Depression, Neurosen oder Geldprobleme hat“.

Licht aus – Klischees an!

Ein weiterer riesiger Störfaktor sei auch, dass Migration und andere sexuelle Orientierungen so gar keine Rolle spielen. Und gerade das ist doch Berlin: Ein Zuhause für all das bunte Leben! „Der einzig schwule Mann, der auftaucht, trägt Glitzer-Outfit und Perücke”, schreibt die ‚Berliner Zeitung‘. Zumindest der Trailer sieht diese Themen nicht vor, lediglich die Flüchtlingskrise wird aufgegriffen.

Auch die Auswahl der deutschen Schauspieler sorgt für Unmut. Neben Veronica Ferres (53) spielen Hannelore Elsner (76), Tatort-Kommissarin Sibel Kekilli (38) und Topmodel Toni Garrn (26) mit.

Wohl eher nicht das, was man sich gewünscht hätte. Schade, denn dabei hat unter anderem Berlin selbst ein so buntes Potpourri an jungen, talentierten Schauspielern zu bieten! Um den Erfolg bangen müssen die Macher wahrscheinlich nicht. Schließlich gab es in jüngerer Vergangenheit bereits überraschende Erfolge, trotz Verrissen in den Medien, wie bei beispielsweise „Dogs of Berlin”. Trotzdem wurde die Serie eine der vier erfolgreichsten im Dezember 2018.

OK

Hinweis: Durch Nutzung von klatsch-tratsch.de stimmen Sie der Verwendung von Cookies für Analysezwecke, personalisierte Inhalte und Werbung zu. Mehr erfahren