Filmkritik „Last Night in Soho“: Anya Taylor-Joy als betörende Sirene in Horrordrama

dpadpa | 07.11.2021, 20:15 Uhr
Filmkritik „Last Night in Soho“: Anya Taylor-Joy als betörende Sirene in Horrordrama
Filmkritik „Last Night in Soho“: Anya Taylor-Joy als betörende Sirene in Horrordrama

© Parisa Taghizadeh / Focus Features..

Als Schachgenie in der Netflix-Serie wurde die junge Schauspielerin einem weltweiten Publikum bekannt. Nun ist sie in einem neuen Kinofilm zu sehen - und zeigt darin eine ganz andere, sehr verführerische Seite.

Fürs Schachspiel interessieren sich normalerweise nicht wirklich viele Menschen. Dennoch wurde die Serie „Das Damengambit“ vor rund einem Jahr zu einem weltweiten Überraschungserfolg bei Netflix.

Nach „Damengambit“ zweite große Rolle für Anya Taylor-Joy

Die bis dahin noch eher unbekannte Anya Taylor-Joy spielt darin ein Schachgenie aus einem Waisenhaus und wurde mit der Rolle selbst zum Star. Nun übernimmt die 25-Jährige die Hauptrolle in einem Kinofilm – und zeigt darin eine ganz andere, sehr verführerische Seite.

Filmkritik „Last Night in Soho“: Anya Taylor-Joy als betörende Sirene in Horrordrama

© Focus Features..

„Last Night in Soho“ scheint zunächst von einer Außenseiterin zu erzählen: Eloise (Thomasin McKenzie) zieht aus ihrem gut behüteten Zuhause nach London, um dort ihr ersehntes Modestudium anzufangen. Sie wohnt zur Untermiete bei einer älteren Dame. Dann aber fängt der Alptraum an. Nachts landet Eloise immer wieder im London der 1960er Jahre und sieht die sexy Sandie (Taylor-Joy). Die ist eine Männer verführende Sirene mit blonden Haaren und Traumfigur. Doch schon bald wollen die Männer sie ausnutzen – und plötzlich findet sich auch Eloise in einem blutigen Rache-Thriller wieder.

Mit einigen Schockmomenten

Regisseur Edgar Wright, bekannt mit Filmen wie „Baby Driver“ und „Shaun of the Dead“, legt hiermit einen überraschend vielschichtigen Film vor. Denn „Last Night in Soho“ begeistert nicht nur visuell durch die nostalgische Ausstattung. Das Werk entwickelt sich schnell zu einem cleveren Kommentar über das Machtverhältnis zwischen Männern und Frauen.

Das inszeniert Wright durchaus blutig und mit so einigen Schockmomenten, wird so aber letztendlich auch zu einem ungewöhnlichen Plädoyer für Frauenpower.

Filmkritik „Last Night in Soho“: Anya Taylor-Joy als betörende Sirene in Horrordrama

© Parisa Taghizadeh / Focus Features..

Thomasin McKenzie mit gutem Einstand

Die neuseeländische Nachwuchsschauspielerin McKenzie macht als schüchternes Mauerblümchen durchaus eine gute Figur. Dennoch ist es vor allem Taylor-Joy, die diesen Film scheinbar mühelos trägt. Das liegt nicht nur an ihrem strahlenden Auftreten. Man nimmt ihr das Verführerische und den Vamp zwar sofort ab. Doch die 25-Jährige zeigt im Laufe der Geschichte auch andere Facetten, die mehr Verletzlichkeit und Traurigkeit ausstrahlen. Wahrscheinlich sind einige Fans von „Das Damengambit“ jetzt neugierig auf dieses neue Projekt von Taylor-Joy – sie können sich mit „Last Night in Soho“ auf jede Menge Retroflair und ein feministisches Horrordrama freuen.

Filmkritik „Last Night in Soho“: Anya Taylor-Joy als betörende Sirene in Horrordrama

© Parisa Taghizadeh / Focus Features..

Last Night in Soho, Großbritannien 2021, 117 Min., FSK ab 16, von Edgar Wright, mit Anya Taylor-Joy, Matt Smith, Diana Rigg