Sonntag, 18. August 2019 22:35 Uhr

Brad Pitt und Leonardo DiCaprio: Hollywoods neues Traumpaar

Foto: 2019 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Der neue Spielfilm von Meister Quentin Tarantino startet in den Kinos voll durch! Kinotante Katrin berichtet von ihren Eindrücken. Und die Scharfrichterin ist hin und weg! Das ist selten.

Es ist Mittwochabend und die erste Filmvorführung von „Once Upon A Time In Hollywood“ beginnt. Das Kino ist rappelvoll bis auf den letzten Platz besetzt und es ist klar: hier sitzen Hardcore-Tarantino-Fans, denen es niemals in den Sinn kommen würde, bis zum Wochenende zu warten. Der Film dauert 160 Minuten – die knapp drei Stunden sind bekanntlich die normale Spielfilmlänge für den Ausnahmeregisseur und Autor. Für einen lauschigen Kinoabend ist ebenfalls niemand im Saal, das Publikum nimmt geradezu eine Arbeitshaltung ein, als es endlich losgeht mit der Sause in die 60er Jahre nach L.A..

Brad Pitt und Leonardo DiCaprio: Hollywoods neues Traumpaar

Foto: 2019 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Zwei Freunde wie Latsch und Bommel

So einen guten Freund wie Cliff Booth (Brad Pitt, 55, „Troja“, „Fight Club“, „California“) möchte wohl jeder haben. Derjenige, der seine volle Loyalität hat, ist der Schauspieler Rick Dalton (Leonardo DiCaprio, 44, „Gilbert Grape – Irgendwo in Iowa“, „Departed“) und sein Hund. Auf den ersten Blick ist es ein Arbeitsgespann, der eine der Schauspieler, der andere sein Stuntdouble, aber der zweite Blick macht klar, dass das Paar eine echte Freundschaft lebt. Kein Gefälle, kein Boss-Angestellten-Getue, sondern eine aufrichtige, gleichberechtigte Freundschaft. Weder Cliff noch Rick sind mehr dick im Geschäft, aber Cliff nimmt es gelassener, während Rick ne richtige Heulsuse ist. Eine selbstmitleidige Sissy, der sich gern volllaufen lässt. Der Jammerlappen trinkt gern, aber kriegt immer irgendwie die Kurve, am Filmset nicht total auszufallen.

Ein neues Traumpaar

Ricks neue Nachbarn sind das Glamourpaar Roman Polanski (Rafal Zawierucha) und Sharon Tate (Margot Robbie, 29, „I, Tonya“. Rick hätte gern Kontakt, um seine mies laufende Karriere wieder anzukurbeln, hat er aber nicht. Polanski hat gerade in Hollywood seinen Erstling abgeliefert und mit „Rosemarys Baby“ gleich einen Kassenknüller (schönes Wort – nicht wahr?) gelandet und Sharon Tate hat mit Dean Martin gedreht – was auch ein sehr deutliches Zeichen war, den Durchbruch geschafft zu haben. Ein wunderbares Leben für ein erfrischend unverbrauchtes Paar in den Hollywoodbergen. Cliff und Rick sind da schon viel weiter – ein nettes, eingespieltes Team – eines, das mit den Jahren immer besser wird. Kurzum: sie sind Freunde fürs Leben.

Die Hippies sind nicht friedfertig

Es ist noch nicht die Hochzeit der Hippiebewegung und populär sind sie auch nicht. Rick kriegt Tobsuchtsanfälle, wenn es das Gesocks sieht und Verachtung in seinen Hasstiraden ist noch untertrieben, so tobt der versoffene Fernsehstar, wenn die Penner sich auf seiner Privatstraße tummeln. Er hat natürlich keine Ahnung, wie gefährlich dicht er am Abgrund steht, aber das ist natürlich ganz in Tarantinos Absicht.

Dieser Zusammenstoß von Hollywoodwelt und der Manson „Family“-Sekte ist ein Verbindungsszene in eine andere Welt, die immer wieder durchbricht. Die Manson „Family“ ist paramilitärisch durchorganisiert, lebt auf einem ehemaligen Western-Fim-Set und hat mit Hippiedasein nichts zu tun, außer dem Abhängen, aber an dem Abhängen ist gar nichts lässig – es ist horrormäßig. Tarantino hat vielleicht Cronenberg im Sinn gehabt, wenn er Brad Pitt einen dunklen, versifften Gang in einem runtergrockten Haus hinunterschickt. Brrr!

Brad Pitt und Leo DiCaprio: Hollywoods neues Traumpaar

Bei der Manson-Family weiß es Tarantino besser

Es wäre schon sehr gemein, den Twist in „Once Upon A Time In Hollywood“ zu verraten, der Meister selbst hat immer wieder händerringend darum gebeten, es bitte zu lassen. Soviel sei gesagt: der Plot ist okay, aber das WIE ist der Hammer. Die Erzählweise ist ein Potpourri aus Kindheitserinnerungen des Regisseurs, eine verführerische Optik von Allem: Kostüme, Maske, das Laissez-faire einer ganzen Stadt und on Top eine Schauspielergarde, die schlichtweg umwerfend ist: Allen voran natürlich Brad Pitt, Leo DiCaprio und Margot Robbie als Sharon Tate.

Viele von Tarantinos Leib- und Magen-Schauspielern sind wieder mit dabei: Michael Madsen, Kurt Russell, Dakota Fanning, Bruce Dern, Al Pacino u.v.m.. Aber den Vogel schießen die Manson „Family“ Schauspieler ab – allen voran die Tochter von Andie MacDowell, Margaret Qualley (24, „The Nice Guys“) als Kitty Kat – wow, dass nenn ich mal eine Vorstellung!

Brad Pitt und Leo DiCaprio: Hollywoods neues Traumpaar

Foto: 2019 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Unbedingt ansehen!

Fazit: Das Warten hat sich gelohnt. Margot Robbie, Brad Pitt und LeoDicaprio sind jeder für sich genommen schon den Kinogang wert. Nach der Vorstellung (bitte sitzen bleiben, Abspann genießen und sich dann noch einmal Leo DiCaprio erfreuen). Fetter Applaus im Publikum und große Unklarheit, was man da eigentlich gesehen hat – so mehrdeutig und vielschichtig war lange kein Film mehr, der so viel Spaß gemacht hat. Großartige Unterhaltungskunst vom Feinsten! Unbedingt hingehen!

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