31.08.2020 11:16 Uhr

«Corpus Christi»: Gefeierter Film aus Polen

«Corpus Christi» basiert auf wahren Begebenheiten. Der Protagonist landet in der Jugendstrafanstalt und findet dort seine spirituelle Berufung.

-/Arsenal Filmverleih/dpa

Mit dem in schwarz-weiß gedrehten Drama „Ida“ feierte der Pole Pawel Pawlikowski vor einigen Jahren international Erfolge. Selbst einen Auslandsoscar für den besten Film gewann er.

Auch für das folgende Werk „Cold War“ über eine komplizierte Liebe gab es zahlreiche Auszeichnungen, darunter gleich mehrere Europäische Filmpreise. Nun gibt es einen jüngeren polnischen Regisseur, der bereits in einem Atemzug mit Pawlikowski genannt wurde: Jan Komasa.

Von dem 38-Jährigen kommt jetzt ein Werk in die Kinos, das in seiner Heimat bereits für einigen Wirbel sorgte. „Corpus Christi“ basiert auf wahren Begebenheiten und erzählt von Daniel, der in einer Jugendstrafanstalt landet. Dort findet er seine spirituelle Berufung und entscheidet sich zu einem ungewöhnlichen Schritt: Er will Priester werden.

Doch das ist wegen seiner Vergangenheit nicht möglich. Daniel aber gibt seinen Traum nicht auf und ergreift seine Chance, als in einem kleinen Dorf eine Stelle frei wird – er verkleidet sich als Priester und hilft den Gemeindemitgliedern. Wie lange wird das allerdings gut gehen? Und wie viel Empathie darf man eigentlich einem Mann entgegenbringen, der zuletzt vor Gewalt nicht zurückgeschreckt ist?

Nach dem Drama „Warschau ’44“ über den Warschauer Aufstand im Jahr 1944 legt Regisseur Komasa damit ein Werk vor, das von Kritik und Publikum übereinstimmend in höchsten Tönen gelobt wurde: Thrillerelemente sorgen für Spannung, die vielschichtige Geschichte überrascht einen immer wieder. „Corpus Christi“ wurde sogar für einen Auslandsoscar nominiert und Anfang März mit sensationellen elf Polnischen Filmpreisen ausgezeichnet. Ende des Jahres könnte dann noch ein Europäischer Filmpreis dazukommen.

Corpus Christi, Polen, Frankreich 2019, 116 Min., FSK o.A., von Jan Komasa, mit Bartosz Bielenia, Aleksandra Konieczna, Eliza Rycembel

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