Montag, 22. Oktober 2018 23:25 Uhr

„Deutschland 86“: Jonas Nay über seine Rolle als Spion

In der Spionageserie „Deutschland 86“, die seit Freitag (19.10.) per Stream auf „Amazon Prime“ zur Verfügung steht, spielt Jonas Nay die Hauptfigur Martin Rauch. Im Gespräch verriet er Details zur Rolle und zum Hintergrund der Serie.

"Deutschland 86": Jonas Nay über seine Rolle als Spion

Foto: Amazon 2018 and its affiliates

Darsteller Jonas Nay (Jahrgang 1990) hat schon ein beachtliches TV-Portfolio aufgebaut. Neben Auftritten in klassischen deutschen Fernseh-Reihen wie „Tatort“ oder „Letzte Spur Berlin“ steht auch ein Grimme-Preis für den Spielfilm „Homevideo“ zu Buche.

Auch mit „Deutschland 83“ gewann er als Teil des Ensembles die begehrte Trophäe und sogar einen „Emmy“ – wenngleich die Quoten der Spionageserie auf RTL eher ernüchternd ausfielen. Für „Deutschland 86“ kehrt Nay in der Rolle des Martin Rauch zurück.

"Deutschland 86": Jonas Nay über seine Rolle als Spion

Foto: Amazon 2018 and its affiliates

Jonas Nay als Ost-Spion

Martin Rauch ist ein Ex-DDR-Grenzsoldat, der 1983 als Ost-Spion – Codename „Kolibri“ – die Bundeswehr unterwandert hat. Er wurde aufgrund schwerer Fehler von der Stasi nach Angola in ein von Ostdeutschland unterstütztes Waisenhaus verbannt. Getrennt von Sohn, Freundin, Mutter und Heimat, fristet er scheinbar von allen vergessen ein einsames Dasein – bis seine Tante Lenora dort auftaucht und Martin für ihre neuen Pläne rekrutiert.

Hier das Interview mit Amazon Prime.

Sie spielen Martin Rauch. Wie entwickelt sich seine Geschichte und was prägt ihn?
Am Ende von Deutschland83 sehen wir Martin, wie er nach einer wahnsinnig langen Reise am Lagerfeuer steht. Er hat als ein Grenzsoldat in Ost-Deutschland angefangen, wurde erpresst und ist als Spion für die Stasi in den Westen gegangen, um in den höchsten Kreisen der NATO zu spionieren. Bis 1986 hatte Martin viel Zeit zum Nachdenken und verspürte sehr starkes Heimweh.

Auch hat er einen dreijährigen Sohn, den er noch nie gesehen hat. Die Sehnsucht nach ihm ist auch das Hauptmotiv in der zweiten Staffel. Deshalb nimmt er die große Herausforderung auf sich, aus Angola nach Ost-Berlin zu kommen. Auf der Reise trifft er natürlich auf viele Hürden, die ihn prägen. Auch die Begegnungen mit seinem Vater, seiner Mutter, seiner ExFreundin und vielen anderen Gesichtern, sind Herausforderungen für ihn. Nicht nur dadurch hat er sich seit der ersten Staffel sehr verändert – das liegt wohl in der Natur der Sache.

"Deutschland 86": Jonas Nay über seine Rolle als Spion

Warum ist das Jahr 1986 so interessant für die deutsche Geschichte?
Perestroika und Tschernobyl haben für die beiden deutschen Staaten 1986 eine große Rolle gespielt und die zum Teil versteckten Geschäfte zwischen Ost- und Westdeutschland – das findet sich auch in der Serie wieder. Die zweite Staffel gibt aber auch den Blick frei auf globale Dimensionen des Kalten Krieges, wie Stellvertreterkriege, Waffenschmuggel und den internationalen Terrorismus in dieser Zeit.

Diese Geschehnisse bieten jedoch nur den Rahmen für unsere fiktionalen Figuren und das ist auch richtig so, denn in einer fiktionalen Serie sollte man immer emotional an den Charakteren bleiben.

In „Deutschland 86“ haben Sie neue Kolleginnen und neue Regisseure. Wie war die Zusammenarbeit?
In der Serie haben wir überdurchschnittlich viele tolle, sehr vielschichtige Frauenfiguren. Ich glaube, wir haben jetzt mindestens vier neue Hauptrollen, die weiblich sind, gespielt von tollen Schauspielerinnen. Leider treffe ich manche in der ganzen Serie nicht.

Wir hatten zwei Regisseure, die separat voneinander gedreht haben, dadurch war es sehr energetisch. Auch durch die räumliche Trennung – also teilweise in Deutschland, teilweise in Südafrika – gab es praktisch eine Spaltung zwischen zwei Teams, aber nicht im negativen Sinne. Beide Teams haben eine Vision geteilt, es geht um die Vision „Deutschland86“. Also einmal, um 83 weiterzuführen, aber auch, um etwas Neues zu kreieren und ich finde, da wurde ein wahnsinnig toller Job gemacht.

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