Dienstag, 3. Dezember 2019 23:05 Uhr

„Die glitzernden Garnelen“: Homophober Trainer und schwules Wasserballteam

Edition Salzgeber

In „Die glitzernden Garnelen“ soll ausgerechnet ein heterosexueller und homophober Trainer ein schwules Wasserballteam wettbewerbsfähig machen. Ein Film mit Humor und Klischees.

Matthias Le Goff ist gefeierter Vize-Weltmeister im Schwimmen. Nach einer homophoben Beleidigung vor laufenden Fernsehkameras aber wird er abgestraft. Um ihn zu rehabilitieren, denkt sich der Verband eine besondere Maßnahme aus: Matthias soll die schwule Wasserballmannschaft „Die glitzernden Garnelen“ trainieren, um sie für die Gay Games in Kroatien zu qualifizieren, der wichtigsten Sportveranstaltung für Homosexuelle, die alle vier Jahre stattfindet.

"Die glitzernden Garnelen": Homophober Trainer und schwules Wasserballteam

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Wie zu erwarten, kommt es zu heftigen Konflikten, nicht nur wegen der Äußerungen von Matthias. Denn dem Team geht es nicht um Gewinnen und Leistung, sondern darum, Spaß zu haben und die heißesten Athleten der Welt zu treffen. „Die glitzernden Garnelen“ (im Original: Les Crevettes pailletées) der französischen Regisseure Cédric Le Gallo und Maxime Govare ist ein Film über das Anderssein, bei dem die Regisseure ungeniert mit Humor und Klischees spielen.

Ein Gute-Laune-Film

Mit der Komödie setzen sie ein klassisches Konzept um: die Begegnung von Menschen, die unterschiedlicher nicht sein können und deren anfängliches gegenseitiges Misstrauen sich zunehmend auflöst und in Freundschaft endet. So stellt Matthias nach den chaotischen Spielen in Kroatien denn auch sein Leben infrage, das bislang aus hartem Training und Entbehrungen bestand.

Die Idee zu dem Film hatte Le Gallo, der in einer gleichnamigen schwulen Wasserballmannschaft spielt. Das Wort „Garnele“ stehe für den Wasser-Aspekt, „glitzernd“ für die Party-Komponente, erklärte Le Gallo die Bedeutung des Team-Namens.

Herausgekommen ist mit „Die glitzernden Garnelen“ ein Gute-Laune-Film. Jedes Mitglied der Wasserballmannschaft ist schräger als das andere, sympathisch sind sie alle: der dunkelhäutige und beruflich erfolgreiche Alex, der junge Vincent, der noch nicht weiß, wie er mit seiner neu entdeckten Sexualität umgehen soll und der schwerkranke Jean, dessen Krankheit jedoch nicht thematisiert wird. Gezeigt wird eine homosexuelle Gemeinde, die vor allem Spaß an glamourösen Exzessen hat. Die Probleme, mit denen sie zu kämpfen hat, werden weitgehend ausgeblendet.

"Die glitzernden Garnelen": Homophober Trainer und schwules Wasserballteam

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Zu viele plumpe Witze

In dem Film wird viel mit Klischees gespielt. So hat man den Eindruck, dass Schwule nur eines im Sinn haben: Feiern und Sex. Eine Haltung, die Matthias verzweifeln lässt: „Aber warum müsst ihr eure Schwänze die ganze Zeit zeigen?“, fragt er ratlos in dem Film. Tatsächlich bringen Le Gallo und Govare ihr Publikum mit ihrer bunt zusammengewürfelten Mannschaft viel zum Lachen. Hin und wieder wird jedoch Humor mit Vulgarität verwechselt und manchen Umkleidekabinen-Witzen fehlt es etwas an Feingefühl. (Sabine Glaubitz, dpa)

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