Sonntag, 5. August 2018 23:27 Uhr

Die wahre Story hinter „Slender Man“: Jetzt hat das Grauen ein Gesicht!

Am 23. August startet in den deutschen Kinos der Mystery-Thriller „Slender Man„. Die Geschichte dahinter sorgte für Schlagzeilen. Zwei Schülerinnen stachen 19 Mal auf ihre Schulkameradin ein – um sie einer fiktiven Horror-Figur aus dem Internet zu opfern!

Die wahre Story hinter „Slender Man“: Jetzt hat das Grauen ein Gesicht!

Foto: Sony Pictures Entertainment

2014 locken zwei amerikanische Mädchen, beide 12 Jahre alt, eine Klassenkameradin in einen Wald in Wisconsin und erstachen sie dort wie von Sinnen. Als Anissa Weier und Morgan Geyser später gefragt wurden, warum sie das getan haben, meinten sie: aus Angst vor Slender Man!

Kürzlich fiel das letzte Urteil: Die heute 15-jährige Morgan Geyser muss für 40 Jahre in die Psychiatrie, bereits im Dezember 2017 wurde das Urteil gegen die 16-jährige Mittäterin Anissa Weier verkündet: 25 Jahre Psychiatrie. Was führte zu diesem fatalen Mordversuch? Warum fühlten sich die Mädchen so bedroht, dass sie so bestialisch auf ihre Mitschülerin Payton Leutner einstachen, in dem Glauben sie sei tot? Payton überlebte den Angriff wie ein Wunder – ein Radfahrer hatte das blutüberströmte Mädchen gefunden.

Willkommen in der Welt rund um die Internet-Legende vom „Slender Man“, einer gesichtslosen Gestalt im Anzug, mit langen, dünnen, schlaksigen Gliedmaßen, die tentakelhaft agieren können.

Die Filmstory

Das Gruselige am gesichtslosen Slender Man ist, dass er seinen Opfern lautlos auflauert, dann hetzt – er kann teleportieren – und schließlich variantenreich umbringt. Der Horror beginnt mit einem geradezu klassischen Fehler: Vier Mädchen führen ein Ritual durch, um zu beweisen, dass die Legende vom „Slender Man“ nichts als Humbug ist – und, logisch, genau das Gegenteil passiert. Slender Man wird durch die Beschwörung zum Leben erweckt und beginnt das zu tun, wofür er da ist: schreckliche Dinge werden den Kindern passieren. Eine nach der anderen wird ein gruseliges Ende ereilen. Soweit der fiktive Teil zum Film „Slender Man“.

Aber es gibt eben auch die reale Geschichte hinter „Slender Man“ – eine, die in der realen Welt verortet ist. Es ist die wahre Geschichte, in der die zwei Mädchen schließlich zum Mord angespornt wurden, bzw. sich selbst hineingesteigert haben – in die angebliche Existenz einer nicht wirklich existierenden Gruselfigur. „Slender Man“, so die dämliche Mär, soll nachts im Wald, an einsamen Landstrassen oder sogar in größeren Parks umherstreifen und Kinder nachstellen.

Die wahre Story hinter „Slender Man“: Jetzt hat das Grauen ein Gesicht!

Foto: Sony Pictures Entertainment

Es fing mit einem Fotowettbewerb an

Jede Horrorgestalt hat auch ihre Fans, die sich ihrem Idol nützlich machen wollen, aus Geltungssucht, Wahnsinn oder was auch immer. Morgan Geyser und Anissa Weier haben genau so was gemacht. Sie versuchten, ihre Mitschülerin zu ermorden, um Slender Mans „Proxies“, quasi seine „Stellvertreterinnen“ zu werden. Dieser Wahn führte für die beiden Mädchen endgültig in die Katastrophe.

Hinter dieser Story steckt Absicht: Nachdem der „Slender Man“ 2009 für einen Netz-Photoshop-Wettbewerb auf der Spaß-Website „Something Awful“ erfunden war, wurde die Community aufgefordert, eigene paranormale Bildnisse von der Gruselgestalt hochzuladen und die Geschichten dazu als echt zu beschriften. Die Fans in den einschlägigen Foren waren bienenfleißig und setzten unzählige Gruselfälle glaubhaft in Szene.
Quelle: twitter.com

Grafiker Eric Knudsen aus Florida lud zwei Fotos unter dem Pseudonym Victor Surge hoch. Seine Bilder und Informationen dazu wirkten echt. Die Fotos zeigten Kinder, verfolgt von einem großen, schattenhaften Mann mit tentakelartigen Armen. Er verwendete Originalaufnahmen aus den 80ern, packte den Tall Man (Foto oben) aus dem Horrorfilm „Das Böse“ aus dem Jahr 1979 in den Hintergrund der Szenerie mit den Kindern und machte das Ganze schön unscharf.

Dann fügte er einen ominösen Text dazu, der nach einer echten Geschichte klang. Der erste: „Wir wollten nicht gehen, wir wollten sie nicht töten, aber ihr fortwährendes Schweigen und die ausgestreckten Arme entsetzten und trösteten uns gleichermaßen… 1983, Fotograf unbekannt, vermutlich tot.“

Seine Geschichte verbreitete sich am schnellsten, sie wurde zur Basis des Mythos. Somit kann man also sagen: Der Tall Man, damals in „Das Böse“ gespielt von Angis Scrimm, ist die optische Inspiration für Slender Man. (KW)

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