26.11.2020 10:01 Uhr

Einige der schönsten Advents- und Weihnachtsfilme im Netz

Was ist schöner als ein Filmabend mit Lebkuchen, Glühwein und weihnachtlicher Romantik (oder Action) auf dem Bildschirm? Die Auswahl an Festfilmen ist groß.

--/Disney+ /dpa

Vielleicht ist im entbehrungsreichen Corona-Jahr die Sehnsucht nach Besinnlich-Hoffnungsvollem, die Vorfreude auf schöne Adventstage besonders groß? So wie für viele ein Jahreswechsel ohne „Dinner For One“ undenkbar ist, gehören bestimmte Filme fest zum Ritual, das die Advents- und Weihnachtszeit einläutet.

Ob animiert oder Realfilm, ob mit oder ohne Klamauk, ruhig oder trubelig: Festfilme können unterschiedlicher Art sein, man denke an Streifen wie Tim Burtons „Nightmare Before Christmas“, an die süß-unheimlichen „Gremlins“ von 1984, an TV-Klassiker wie „Der kleine Lord“, die DEFA-Produktion „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“.

Die folgende Liste ist so subjektiv wie unvollständig (Streaminganbieter in Klammern):

Kevin allein zu Haus

„Be careful what you wish for“, heißt es im Englischen. Sei vorsichtig, was du dir wünschst! Gerade in der Vorweihnachtszeit, wo Wünsche gern in Erfüllung gehen. Das muss auch Kevin erfahren, nachdem er geflucht hatte: „Wenn ich groß bin, dann wohne ich allein“. Und: „Familie ist scheiße.“ Als der Zweitklässler mit den goldigen Segelöhrchen am Folgetag erwacht, ist er tatsächlich allein zu Haus: Die 14-köpfige Restfamilie sitzt im Flieger gen Paris, Kevin haben sie beim Packen einfach vergessen. Was folgt, gehört zum Kanon amerikanischer Weihnachtskomödien: wie Kevin allein einkauft, sich mit Eis vollstopft, Angst hat vorm mysteriösen Schaufelmörder, es mit Joe Pesci zu tun bekommt. Einmal läuft „Rockin‘ around the Christmas Tree“, wozu sich ein Papp-Michael-Jordan im Kreis dreht. Die Kirchenszene ist überraschend besinnlich. Kein Fest ohne „Kevin – Allein zu Haus“! (Maxdome;disney plus)

Schöne Bescherung

Noch so ein Film für die ganze Familie: Das Haus der Griswolds in „Schöne Bescherung“ ist schlichter als die Villa in „Kevin – Allein zu Haus“ und die Weihnachtsbeleuchtung lässt noch auf sich warten: Dafür hat Chevy Chase als Vater Griswold das Dach mit 25.000 Lichtern bestückt! Wenn sie nur leuchten würden… Es ist ein Kampf, den der arme Dad in diesem Film von 1989 zu bestehen hat, und ach ja, ein Weihnachtsbaum fehlt auch noch. Eine blutjunge Juliette Lewis spielt mit in der Komödie von Jeremiah S. Chechik. Wie bei jeder guten Weihnachtskomödie werden auch hier die Leiden ausgestellt, die der Besuch verhasster Verwandtschaft mit sich bringt. Hübsch auch die versnobten Yuppie-Nachbarn. Die Musik zum anarchischen Kultstück stammt von David Lynchs Hauskomponist Angelo Badalamenti. (Google Play)

Die Eiskönigin

Auch die ganz Kleinen wollen im Advent schwelgen, zumal wenn der erste Schnee, der erste Schneemann auf sich warten lassen: In „Die Eiskönigin – Völlig unverfroren“ diesem Animationshit (in Deutschland soll er fast fünf Millionen Mal im Kino gesehen worden sein) gibt es genug Eis und Schnee und auch einen famosen Schneemann (dem in der dt. Fassung Hape Kerkeling die Stimme schenkt): Olaf mit der Karottennase gehört genauso zum Personal des Disney-Blockbusters wie – natürlich! – Anna und Elsa, das von Millionen Mädchen (und heimlich wohl auch ein paar Jungs) zwischen zwei und 20 angehimmelte Schwesternpaar. Es geht um die Rettung des Königreichs Arendelle. Von der FSK gab’s eine Freigabe ab 0, bei den Oscars zwei Preise: Bester Filmsong und Bester Animationsfilm. (Sky)

Stirb langsam

„Stirb langsam“ („Die Hard“) soll ein Weihnachtsfilm sein? Klar! Schließlich hat der an Heiligabend in L.A. landende, von Bruce Willis gespielte Cop nicht nur als Geschenk einen Teddybär mit roter Schleife dabei, er wünscht sich auch auf dem Weg zur Weihnachtsfeier vom Fahrer festlichere Musik. Immerhin bekommt er einen Weihnachtsrap von Run-DMC. Dass das Geschehen dann schnell ruppig wird, John McClane es mit Terroristen zu tun bekommt, macht nichts: Auch Actionfans haben ein Anrecht auf Weihnachtsfilme. Herrlich: das Pseudodeutsch, mit dem sich in der Originalversion die Terroristen Hans und Karl verständigen. Ein Actionmärchen von 1988 für die nicht ganz so Adventsseligen. Am Ende laufen „Let it snow“ und „Freude schöne Götterfunken“. (Google Play)

Fargo

Während sich in „Die Hard“ der Wunsch nach Schnee nicht erfüllt, hat dieser Streifen davon mehr als genug: „Fargo“ ist zwar kein Adventsfilm im eigentlichen Sinn. Die in den letzten Jahren größer werdende Sehnsucht nach etwas weihnachtlichem Weiß aber wird hier mehr als befriedigt. Wenn sich auch in dem Geniestreich der Coen-Brüder im Schnee immer wieder Blutstropfen finden (weshalb der Film wie „Die Hard“ eine Freigabe ab 16 hat). 1996 kam der Kult-Klassiker um einen Autoverkäufer, der seine Frau entführen lässt, in die Kinos: Kaum jemand, der nach Fargo kein Fan war von William H. Macy und Frances McDormand. Letzterer ist ein moderner Sisyphos: Man denke an die legendäre Szene, in der er verzweifelt all das Eis, das es im einsamen Minnesota halt so gibt, vom Auto zu kratzen sucht. (Amazon)

Tatsächlich … Liebe

Warten auf Heiligabend – mit diesem Film lassen sich die Adventstage wunderbar herunterzählen. Vor allem aber: Es gibt keinen zweiten Streifen, der so hübsch ausbuchstabiert, um was es zu Weihnachten gehen sollte: LIEBE. An den britischen Humor muss man sich gewöhnen, dann macht „Tatsächlich… Liebe“ (2003) Spaß. Die vielen Hauptdarsteller im Episodenwerk sind sämtlich auf der Suche nach Zuneigung: Hugh Grant verguckt sich als englischer Premier in eine Assistentin; Liam Neeson steht seinem Filius beiseite, der erstmals Schmetterlinge im Bauch spürt; Keira Knightley erhält eine süße Liebeserklärung; getoppt nur durch diejenige, die Colin Firth als Schriftsteller seiner Haushälterin macht. Dass sich auch Deutsche gut machen in romantischen Festkomödien zeigen Heike Makatsch und Claudia Schiffer. Am Ende singen die Beach Boys „God Only Knows“, doch da sind eh schon alle Augen feucht. (iTunes)

Ist das Leben  nicht schön?

Kaum eine Weihnachtsfilm-Liste, in der „Ist das Leben nicht schön?“ nicht auftaucht: Bald 75 Jahre alt ist das Wunderwerk vom großen Frank Capra („Arsen und Spitzenhäubchen“), es geht um einen Engel, der seit 200 Jahren auf Flügel wartet, um eine US-Kleinstadt wie aus dem Bilderbuch, um einen vormodernen Forrest Gump namens George Bailey (toll: James Stewart): Der ist zu gut für diese Welt, hat stets zugunsten anderer verzichtet, will nun seinem Leben ein Ende setzen. Ob der Engel es verhindert? Es gibt eine herrlich fidele Tanzszene in diesem Schwarz-Weiß-Werk, die auf Post-Corona-Zeiten hoffen lässt, erstaunlich viel Kapitalismuskritik und eine aparte Donna Reed an Stewarts Seite. Stets wird man nach diesem Film beim Läuten einer Glocke dran denken: Nun hat wieder ein glücklicher Engel seine Flügel. (CHILI)

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