SkandalfilmEmily Ratajkowski kritisiert den unverschämten Monroe-Film auf Netflix

Emily Ratajkowski unterwegs durch die Nacht
Emily Ratajkowski unterwegs durch die Nacht

IMAGO / MediaPunch

Paul VerhobenPaul Verhoben | 02.10.2022, 20:00 Uhr

Sie ist nicht die Einzige, die auf die Barrikaden geht: Emily Ratajkowski nimmt "Blonde" in die Mangel.

Seit das knapp dreistündige Marilyn Monroe-Biopic „Blonde“ auf Netflix erschienen ist, hagelt es von allen Seiten Kritik. Mit dem Start des Biopics gab es heftige Kritiken, weil die Filmikone so schonungslos entzaubert und geradezu hirnlos dargestellt werde.

Auch das US-Model Emily Ratajkowski hat sich nun in die Reihen der Kritiker eingereiht.



„Besessen von toten Mädchen und Serienmördern“

Der Grund dafür: Der 31-Jährigen gefällt es wie vielen anderen nicht, dass sich der Film ausschließlich um Monroes (gespielt von Ana de Armas) Schmerz- und Leidensgeschichte dreht. Selbst gesehen habe sie den Streifen allerdings noch nicht. „Ich bin nicht überrascht zu hören, dass es ein weiterer Film ist, der weiblichen Schmerz fetischisiert, selbst im Tod“, sagt die Schauspielerin in einem TikTok-Video.

Als weitere Beispiele nennt sie die kollektive Faszination für Britney Spears, Amy Winehouse und Prinzessin Diana. „Wir [als Gesellschaft] lieben es, weiblichen Schmerz zu fetischisieren… Wir sind besessen von toten Mädchen und Serienmördern“, kritisiert der „Gone Girl“-Star.

(„Regisseur) Andrew Dominik lässt in seinem Monroe-Film keine Chance aus,
die Hollywood-Ikone zum Hohlkopf zu degradieren.“
Der Spiegel

Emily Ratajkowski hat eine Idee

Sie selbst sei mit einer ähnlichen Sichtweise aufgewachsen. Ratajkowski erklärte, dass sich ihre Probleme „wie etwas anfühlen, das man behandeln kann“ und nannte es „irgendwie sexy“, ein „verkorkstes Mädchen“ zu sein. „Ich habe gelernt, meinen eigenen Schmerz in meinem Leben zu fetischisieren, so dass es sich wie etwas anfühlt, um das man sich kümmern kann und das irgendwie sexy ist. Ich denke, wir tun das auf viele verschiedene Arten“, berichtet sie. Genau das will Emily ändern. „Ich habe darüber nachgedacht und wisst ihr, was ziemlich schwer zu fetischisieren ist? Wut“, offenbart sie.

An ihre weiblichen Follower gerichtet appelliert die Amerikanerin: „Ich habe also einen Vorschlag: Ich denke, dass wir alle ein bisschen wütender sein müssen.“

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US-Social-Media-Star empört sich auch über Skandalisierung

Einen Tag vor Ratajkowskis Social-Media-Upload meldete sich Feministin Courtney Stodden öffentlich mit deutlicheren Worten, dass sie den Film boykottieren wolle

„Ich werde ihn mir nicht ansehen“, sagte der 28-jährige US-Social-Media-Star am Donnerstag gegenüber „Page Six“. „Als jemand, der versteht, wie es sich anfühlt, sexuell ausgebeutet zu werden und dann von Leuten in einen Witz verwandelt zu werden, obwohl man kein Witz ist, halte ich es für ein wenig respektlos, darauf einzugehen.“

„Blonde“ basiert auf Joyce Carol Oates‘ gleichnamiger halbfiktionaler Biografie. Die US-amerikanische Schriftstellerin veröffentlichte den Roman 1999.

(Bang/K&T)