Samstag, 30. Juni 2018 15:23 Uhr

Emma Thompson: „Meine Familie verbeugt sich vor mir“

Auf dem Filmfest in München hat Emma Thompson den Ehrenpreis CineMerit Award erhalten. Die Britin gilt als beherzte Schauspielerin. Das liegt auch daran, dass sie ihre Rollen gut aussucht.

Emma Thompson: "Meine Familie verbeugt sich vor mir"

Schauspielerin und Drehbuchautorin Emma Thompson freut sich über ihren CineMerit Award. Foto: Ursula Düren

Thompson genießt ihre Ernennung zur Dame durch die britische Königin Elisabeth in vollen Zügen. „Meine Familie verbeugt sich vor mir, wenn ich nach Hause komme. Endlich erweisen sie mir zu Hause Respekt“, scherzte die 59-Jährige auf dem Filmfest München. Am Freitag wurde sie mit dem Festival-Ehrenpreis CineMerit Award gewürdigt. „Ein großer Thron wurde für mich gebaut und bei Tisch sitze ich hier oben und alle anderen da unten.“

Thompson gilt als profilierte Charakterdarstellerin und Drehbuchautorin, bekannt aus Filmen wie „Sinn und Sinnlichkeit“, „Tatsächlich Liebe“, „The Meyerowitz Stories“ und der Fantasy-Reihe „Harry Potter“. Allerdings sucht sie sich ihre Rollen gut aus. „Ich mag keine Stereotype und ich habe es geschafft, nicht viele davon zu spielen“, erklärte Thompson.

Emma Thompson: "Meine Familie verbeugt sich vor mir"

Thompson in „Kindeswohl“. Foto: Concorde Filmverleih

Rollen auch abgelehnt

„Ich habe Rollen abgelehnt, weil sie nach meinem Gefühl ungeheuerlich und falsch waren und Frauen meiner Ansicht nach nicht ehrlich darstellten.“ Allerdings wolle sie nicht nur gute, starke Frauen spielen. Sie habe auch schon Serienkiller und Verrückte gespielt. „Aber ich hatte das Gefühl, dass sie ehrliche Figuren waren.“

Die Filmbranche dankte Thompson mit vielen Auszeichnungen, darunter auch dem Oscar. Auf dem Filmfest in München feierte ihr neuer Film „Kindeswohl“ nach einem Roman von Ian McEwan Deutschlandpremiere. Als Familienrichterin ist Thompson darin mit einem leukämiekranken Teenager konfrontiert, der wegen seines Glaubens eine notwendige Bluttransfusion verweigert.

„Kindeswohl“ startet am 30. August. (dpa/KT)

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