„Eternals“: So homophob sind die Marvel-Fans

Fabia SoellnerFabia Soellner | 04.11.2021, 20:50 Uhr
„Eternals“: So homophob sind die Marvel-Fans
„Eternals“: So homophob sind die Marvel-Fans

IMAGO / Prod.DB

Dabei sollte der Film doch so gut sein! Wer in den letzten Tagen einen Blick auf IMDb geworfen hat, wird erstaunt gewesen sein, wie schlecht die Bewertungen vom neuen Marvel-Blockbuster ausfallen. Steckt vielleicht eine Fan-Verschwörung dahinter?

Auf „Eternals“ wurde lange gewartet. Endlich sollte die Marvel-Geschichte neu erzählt werden, um einen neuen Blick auf die „Endgame“ -Ereignisse zu erhaschen. Dass jetzt viele Fans versuchen, den Film zu sabotieren, kann nur einen Grund haben – der diverse Cast, der endlich etwas Abwechslung auf die Leinwand bringt.

LGBTQ-Repräsentation? Scheint den Marvel-Fanatikern so gar nicht zu passen. Tausende schlechte Bewertungen überschwemmten das Filmportal IMDb – obwohl der Film noch gar nicht in den Kinos lief.

„Eternals“: So homophob sind die Marvel-Fans
Der Eternals-Cast bei der Premiere.

IMAGO / Future Image

Das hat es mit der Fan-Verschwörung um „Eternals“ auf sich

Wenn man die öffentliche Meinung zu einem Film sehen möchte, schaut man auf das Filmportal IMDb. Und wenn dort tausende schlechte Bewertungen zu finden sind, spricht das nicht gerade für den Erfolg des Films. Das sehen natürlich die Produzenten gar nicht gerne, und auch die Marvel-Community hat sich sehr gewundert, da doch hohe Erwartungen an den legendären Cast gestellt wurden.

Vielen scheint die Herangehensweise der Regisseurin Chloe Zhao etwas aufzustoßen. Es ist das erste Mal, dass man einen homosexuellen Charakter mit ins Team nimmt und sogar einen homosexuellen Kuss auf der Leinwand zeigt. Eine der Bewertungen fiel so aus: „Wenn eine Medaille für woke und mittelmäßig verteilt würde, dann hätte dieser Film gewonnen. Komm schon Marvel, das ist billig, sogar für euch. So ein schlechter Film konnte nur mit Angelina Jolie gedreht werden… kann man sich überhaupt nicht ansehen.“

So äußert sich Kumail Nanjiani zur „Eternals“ -Kritik

Es ist erschreckend zu sehen, welche Ansichten ein Teil der Marvel-Community vertritt. Kumail Nanjiani, der das Teammitglied Kingo speilt,  hat sich zu diesen unberechtigten Bewertungen geäußert: „Sieht aus, als würden wir die richtigen Leute ärgern. Eternals kommt erst am 5. November ins Kino.“ Später hat er den Post wieder gelöscht.

Natürlich kann man sich auch fragen, wieso IMDb den Usern überhaupt ermöglicht, Bewertungen vor dem eigentlichen Kinostart des Films zu veröffentlichen. Die schlechten Bewertungen wurden mittlerweile beseitigt, sodass ein satter IMDb-Score von 6,5 erreicht werden konnte. Das ist immer noch nicht besonders viel, denn auch die offiziellen Kritiker sind nicht mit allen Elementen des Films einverstanden. Bleibt abzuwarten, wie die breite Öffentlichkeit auf den Film reagieren wird.

„Eternals“: So homophob sind die Marvel-Fans
Kumail Nanjiani spielt den Charakter Kingo.

IMAGO / MediaPunch

„Review-Bombing“: Diese Filmbewertungen wurden manipuliert

Tatsächlich ist die Manipulation von Bewertungen kein Einzelfall – „Review-Bombing“ findet häufig statt, wie zum Beispiel bei der TV-Serie „Star Trek: Discovery“ und der achten Episode von Star Wars. Dabei geht es den Schreibern nicht um die eigentliche Qualität des Films, sondern um eine bestimmte Ansicht, die sie vertreten. Bewertungsplattformen werden mit tausenden negativen Bewertungen geflutet, und das mit nur einem Ziel – den Film so schlecht wie möglich zu machen, um weitere Entwicklungen dieser Art zu unterbinden.

Viele Videospielplattformen, die auch mit „Review-Bombing“ zu kämpfen haben, konnten sich bereits Methoden gegen diese Art von Manipulation überlegen. Es bleibt also zu hoffen, dass IMDb entsprechend reagiert und solche Hatewellen demnächst im Vorhinein unterbindet. (FS)