Er muss schweigenEthan Hawke befeuert Diskussion über Marvel-Universum

dpadpa | 20.07.2022, 12:47 Uhr
Schauspieler Ethan Hawke beim Filmfestival in Cannes.
Schauspieler Ethan Hawke beim Filmfestival in Cannes.

Daniel Cole/AP/dpa

Die Comic-Verfilmungen aus dem Marvel-Reich sind sicherlich nicht durchweg cineastische Meisterwerke. Aber für Ethan Hawke haben die Filme durchaus ihre Berechtigung.

Nach Ansicht des Hollywoodstars Ethan Hawke sind die Entscheider im Marvel-Universum „extrem schauspielerfreundlich“, aber womöglich nicht „regisseurfreundlich“.

Das könne das sein, was die Starregisseure Martin Scorsese und Francis Ford Coppola mit ihrer Kritik an Marvel-Werken meinten, sagte der 51-Jährige in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit dem Branchenportal „Indiewire“. Scorsese hatte vor Jahren die Superhelden-Filme mit Vergnügungsparks verglichen – für ihn sei das jedoch kein Kino. Coppola hatte daraufhin noch nachgelegt und die Streifen als „verabscheuungswürdig“ bezeichnet.

Ethan Hawke über seine Rolle in „Moon Knight“

An der Seite von Hauptdarsteller Oscar Isaac war Hawke in diesem Jahr in „Moon Knight“ zu sehen. Im Zentrum der neuen sechsteiligen Marvel-Serie, die Ende März auf dem Streamingdienst Disney+ Premiere feierte, steht eine Hauptfigur mit einer dissoziativen Identitätsstörung. Hawke spielt darin eine Art Sektenführer. „Das Beste an ‚Moon Knight‘ war für mich Oscars Leistung. Es ist eine verrückte Nummer, die zufällig ein riesiges Budget hat – eine ziemlich ausgefallene Darbietung“, meinte Hawke.

Der auch als Drehbuchautor und Regisseur bekannte Schauspieler machte schon als Teenager in „Der Club der toten Dichter“ auf sich aufmerksam. Später feierte er weltweit Erfolge unter anderem mit dem Science-Fiction-Film „Gattaca“ (1997) und dem Drama „Boyhood“ (2014).

Hawke plaudert nix aus

Zur Frage, ob er bei „Moon Knight“ weiter mitspielen wolle, sagte Hawke: „Ich darf nicht darüber sprechen.“ Er habe eine Vertraulichkeitsvereinbarung unterschreiben müssen, aber er sei „nicht an langfristigen Verpflichtungen interessiert“.

Ihm sei es darum gegangen, sich zu schützen, weil er nicht gewusst habe, was aus dem Projekt werden würde. „Ich wollte einfach nur wissen, wie es in diesem Sandkasten aussieht“, sagte der 51-Jährige weiter. „Und das ist es, was die jungen Leute schauen. Warum sollten wir also dasitzen und ihnen sagen, dass es nicht gut ist?“