Mittwoch, 15. Januar 2020 23:36 Uhr

Filmkritik „Bad Boys for Life“: Smith und Lawrence sind zurück

© 2019 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Ein Vierteljahrhundert nach dem ersten Teil sind die „Bad Boys“ wieder da: Die beiden Cops aus Miami gehen nochmal auf Verbrecherjagd. Während der eine weiter auf harte Methoden setzt, zieht der andere erstmal den Rentner-Morgenmantel an.

Mitte der 1990er Jahre kennt man Will Smith schon aus der Fernsehserie „Prinz von Bel-Air„, als ihm eine Actionkomödie auch im Kino den Durchbruch bringt: In „Bad Boys – Harte Jungs“ ermittelt er an der Seite von Martin Lawrence als Drogenfahnder in Miami. Der Film wird schnell Kult. Nach 25 Jahren und einer ersten Fortsetzung kehren die beiden nun zurück. Und zwar mit Karacho.

Filmkritik "Bad Boys for Life": Smith und Lawrence sind zurück

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Darum geht’s

„Scheiße, Mike!“, schreit Polizist Marcus Burnett (Lawrence) seinen Kollegen an. Beide sitzen in einem Sportwagen. „Lass‘ mich einfach fahren“, ruft ihm Mike Lowrey (Smith) zu. Der dritte Film „Bad Boys for Life“ beginnt mit Hip-Hop-Beats und einer Verfolgungsjagd. Zwischen beiden Ermittlern herrscht Krisenstimmung, denn Burnett will sich zur Ruhe setzen – und Lowrey nimmt ihm das ziemlich übel.

Nicht viele Filme schaffen es, viele Witze und so viel Blut nebeneinander unterzubringen. Auf der Leinwand funktioniert die Chemie zwischen Smith (51) und Lawrence (54) noch immer. Man sieht beiden an, dass sie älter geworden sind. Aber das wird nett in die Geschichte eingebaut: Während sich Lowrey mit Sport und grünem Spargel fit hält, hört Burnett beruhigende Meditationen im Fernsehsessel.

„Mike, wir haben mehr Zeit hinter uns als vor uns“, sagt Burnett an einer Stelle etwas melancholisch. „Mann, bitte. Ich werd‘ noch Kriminelle jagen bis ich 100 bin“, entgegnet sein Kollege Lowrey. Kurze Zeit später wird er angeschossen – und das Cop-Duo von der Vergangenheit eingeholt. Nun gehen beide doch noch einmal zusammen auf recht brutale Mission, die bis nach Mexiko führt.

Klar, im Film gibt es viele Klischees. Lowrey ist nach Meinung seines Kollegen auch deswegen so versessen auf die Arbeit, weil er keine Frau und keine Kinder hat. Der Kollege, der zum Therapeuten geht, wird ein wenig belächelt. Und Burnett ist der vermeintliche Softie, der Angst beim Autofahren hat – und noch mehr Schiss vor seiner Frau. Wer über solche Dinge hinwegsehen kann und Action mag, der wird mit dem neuen „Bad Boys“-Film gut etwas anfangen können.

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Ein bisschen Buddy-Komödie

Die Regie hat diesmal ein Duo übernommen. Die belgischen Filmemacher Adil El Arbi und Bilall Fallah kennen sich noch vom Studium. Beide wollten einen Film als Hommage an die 1990er-Actionfilme machen – und an Regisseur Michael Bay, der die ersten „Bad Boys“-Teile gedreht hat. Im neuen Film bekommt Bay (auch verantwortlich für „Armageddon“ und „Transformers“) sogar eine kleine Rolle in einer Hochzeitsszene.

Gleich mehrere Kinohelden kommen 2020 zurück auf die Kinoleinwand: Produzent Jerry Bruckheimer bringt nicht nur die „Bad Boys“ zurück, sondern auch eine Neuauflage von „Top Gun„. Dass Fortsetzungen eine heikle Angelegenheit sein können, weiß auch Hollywoodstar Will Smith. In Berlin erzählte er kürzlich, dass er nur selten damit zufrieden sei. Anders sei es für ihn aber beim neuen „Bad Boys“-Film.

„Bad boys, bad boys, whatcha gonna do, whatcha gonna do, when they come for you…“, sang Bob Marley einst. Im neuen Film sind die beiden Buddy-Cops nicht zimperlich mit denen, die ihnen in die Quere kommen. Ein bisschen erzählt der Film natürlich auch über Freundschaft – und Ehrlichkeit. So hält Burnett seine Meinung nicht zurück, sondern sagt zu seinem Kollegen: „Enge Hosen und schnelle Autos machen aus dir nicht Batman, Mike“. (Julia Kilian, dpa)

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