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Montag, 15. Juli 2019 23:00 Uhr

Filmkritik „Child’s Play“: Ein „Chucky“-Film für die Generation Alexa

„Chucky, die Mörderpuppe“: Wieder kommt ein Horrorfilm über ein mordendes Kinderspielzeug in die Kinos. In Zeiten der universellen Verknüpfung mit dem Internet gewinnt der Schrecken eine andere Qualität.

Filmkritik "Child's Play": Ein "Chucky"-Film für die Generation Alexa

Foto: Capelight Pictures

Es ist bemerkenswert, wie sich in den vergangenen Jahren das Horror-Genre ausdifferenziert hat: Da gibt es die smarten gesellschaftlichen Kommentare wie „Get Out“, Düster-Verstörendes wie „Hereditary“ und die Nostalgie-Neuauflagen wie „Es“ und „Friedhof der Kuscheltiere“.

Wer noch länger zurückdenkt, erinnert sich, wie die „Saw“-Reihe den blutigen Splatter belebt hat, während die selbstironischen Teeniereihen wie „Scream“ etwas aus der Mode sind. Jetzt kommt mit „Child’s Play“ ein Film in die Kinos, der gleich mehrere dieser Subgenres verknüpft. Er erzählt die 1988 erstmals erzählte Geschichte von „Chucky, die Mörderpuppe“ ein weiteres Mal und versucht, ihr sowohl Splatter als auch Satire mitzugeben.

Darum geht’s

Es geht um den Jungen Andy (Gabriel Bateman) und seine Mutter Karen Barclay (Aubrey Plaza, „Parks and Recreation“), seitdem der Vater die beiden verlassen hat, alleinerziehend, aber inzwischen mit neuem Freund. Sie arbeitet in einem großen Supermarkt mit Elektro- und Spielzeugabteilung, in der eines Tages ein „Buddi“ zurückgegeben wird, eine Puppe, die zum besten Freund ihrer jungen Besitzer werden soll.

Filmkritik "Child's Play": Ein "Chucky"-Film für die Generation Alexa

Foto: Capelight Pictures

Sie kann ihren Kollegen überzeugen, dieses eine Exemplar nicht zu verschrotten und nimmt ihn stattdessen mit heim. Was sie nicht wissen: Ein kurz zuvor entlassener Fabrikarbeiter hat die Puppe umprogrammiert und sämtliche Sicherheitssoftware entfernt – dieser „Buddi“ nimmt es wörtlich, als Andy sich wünscht, dass Karens neuer Freund doch bitte verschwinden soll.

Filmkritik "Child's Play": Ein "Chucky"-Film für die Generation Alexa

Foto: Capelight Pictures

Mit einem klugen Trick ins Heute katapultiert

Nicht immer geraten die 90 Minuten Horror flott, zu unentschieden schwingt „Child’s Play“ zwischen hartem Splatter und leichter Satire hin und her.

Für wirklich Verstörendes sind die Charaktere nicht spannend genug, für eine pointierte Gesellschaftskritik fehlt es an der knackigen Botschaft.

Filmkritik "Child's Play": Ein "Chucky"-Film für die Generation Alexa

Foto: Capelight Pictures

Trotzdem landet der Film am Ende wegen eines klugen Kunstgriffs knapp über dem Genre-Durchschnitt: Autor Tyler Burton Smith und Regisseur Lars Klevberg in seinem Big-Budget-Debüt denken die jahrzehntealte Story der gruseligen Puppe klug weiter: Wie gefährlich könnte Chucky sein, wenn er all das über uns weiß, was wir täglich Alexa, Siri und Co. anvertrauen? (Christian Fahrenbach, dpa)

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Foto: Capelight Pictures

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