07.07.2020 23:46 Uhr

Filmkritik „Das Beste kommt noch“: Tragikomödie rund ums Sterben

Schwarzer Humor und kluge Dialoge: "Das Beste kommt zum Schluss" punktet mit viel Witz und einer extrem überraschenden Wendung. Auch wenn die Geschichte vom todkranken Krebspatienten, der es noch mal wissen will, schon oft erzählt wurde.

© 2020 Constantin Film Verleih GmbH

Die Leichtigkeit des Seins offenbart sich manchmal erst in einer Krise. Nicht selten ist es eine Sinnkrise, aktuell ist es die Corona-Krise und manchmal ist es eben auch eine tödliche Krankheit. In dem französischen Film „Das Beste kommt noch“ ist es ein unheilbarer Lungenkrebs. Doch zuerst kommt ein Missverständnis.

Filmkritik "Das Beste kommt noch": Tragikomödie rund ums Sterben

Darum geht’s

Die beiden Freunde Arthur (Fabrice Luchini) und Cesar (Patrick Bruel) sind fest davon überzeugt, dass der jeweils andere nur noch wenige Monate zu leben hat. Den tödlichen Krebs hat aber nur Cesar. Sein Freund Arthur bekommt die Diagnose, die eigentlich für seinen Freund bestimmt ist, durch ein Missverständnis. Ein Hin und Her beginnt.

Arthur soll seinem Freund die schlechte Nachricht überbringen – doch alle Anläufe scheitern. Um dem vermeintlich kranken Arthur beizustehen, krempelt Cesar sein Leben um und zieht bei seinem geschiedenen Freund ein.

Die beiden Männer könnten nicht unterschiedlicher sein. Cesar liebt schnelle Autos, schöne Frauen und ist ein echter Lebemann. Arthur dagegen ist der bodenständige Wissenschaftler, der lieber zu Hause liest statt auszugehen. Mit dem Besuch bei einer Selbsthilfegruppe für Schwerkranke kommt auch noch eine Frau dazu, die das Leben von Arthur ziemlich aufwirbelt.

Was noch tun, bevor es zu Ende geht?

Cesar beginnt eine Liste mit Dingen zu erstellen, die er und Arthur noch tun wollen, bevor es für den Freund zu Ende geht. Auf Arthurs Liste steht ein Mondspaziergang mit seiner Ex, der er noch nach Jahren hinterher hängt – und der Nobelpreis. Auf Cesars Liste sind in Fallschirmsprung und verschiedene sexuelle Abenteuer unter Wasserfällen.

Filmkritik "Das Beste kommt noch": Tragikomödie rund ums Sterben

Am Ende machen die beiden erst einen Trip ins Nachtleben – und später auch einen nach Indien. Dort erhofft sich Cesar Heilungschancen für den vermeintlich kranken Arthur. Dieser Ausflug hat eine überraschende Wendung zur Folge – vor allem für Arthur.

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Großartige Dialoge

„Das Beste kommt noch“ wird vor allem getragen von den amüsanten und klugen Dialogen der beiden Hauptdarsteller. Das in Deutschland eher unbekannte Regieduo Matthieu Delaporte und Alexandre de La Patellière („Der Vorname“) lässt den beiden Charakteren Raum. Dafür wird auf allzu viele Nebenschauplätze verzichtet. Das ist eine der größten Qualitäten des Films, der im französischen Original „Le meilleur reste à venir“ heißt.

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© 2020 Constantin Film Verleih GmbH

Die Geschichte hinter dem Film ist dagegen nicht besonders neu und wurde bereits so oder vergleichbar erzählt. Jack Nicholson und Morgan Freeman waren zum Beispiel in der ähnlich klingenden US-Produktion „Das Beste kommt zum Schluss“ schon 2007 in ähnlichen Rollen zu sehen. Auch sie spielten in der Tragikomödie zwei krebskranke Freunde, die das Leben noch mal richtig genießen wollten. (Aleksandra Bakmaz, dpa)

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