Dienstag, 27. August 2019 23:52 Uhr

Filmkritik: Diane Kruger ist „Die Agentin“ im Auftrag des Mossad

Foto: Kolja Brandt

Agenten sind gemeinhin als total abgebrühte Menschen bekannt, deren Puls immer noch im Schlafmodus pocht, wenn die Situation schon äußerst brenzlig ist. Und wenn noch vom Mossad, also dem israelischen Geheimdienst die Rede ist, dann weiß man, dass Elite-Agenten mit einer Top-Motivation am Start sind.

So eine Extraklasse-Agentin ist das zarte Persönchen Rachel (Diane Kruger, 43, „Troja“, „Aus dem Nichts“) in dem deutsch-israelisch-französischem Thriller „Die Agentin“, der am 29. August in den Kinos anläuft. Wir haben den Streifen schon auf der diesjährigen Berlinale gesehen.

Filmkritik: Diane Kruger ist „Die Agentin“ im Auftrag des Mossad

Foto: Kolja Brandt

Rachel ist abgetaucht

Rachel ist für den Mossad im Iran unterwegs. Sie hat zur Tarnung und um an ihr Zielobjekt heranzukommen, eine Stelle als Lehrerin angenommen. Wer das eigentlich ist und welche Rolle ihr Kontaktmann Thomas Hirsch (Martin Freeman, 47, „Sherlock“, „Hot Fuzz“) spielt, wird schichtweise und in verwirrenden Rückblenden aufgedeckt. Klar, es wird gelogen, mit Codeworten operiert und knallhart gemordet – Agentenbusiness eben.

Aber „Die Agentin“ ist kein 007; sie ist in langen Zeitstrecken absolut auf sich gestellt und sie wurde auch nicht von Q ausgerüstet. Was da eigentlich in Teheran passiert ist, weiß der Mossad nicht, denn Rachel ist weg – sie ist abgetaucht.

Der Vater ist gestorben – zum zweiten Mal

Dann kommt Bewegung in eine schon verloren geglaubte Sache. Rachel meldet sich am Telefon und sagt, dass sie zur Beerdigung ihres Vaters nach London muss. Das Mossad-Backup-Team rund um den Ex-Agenten Thomas Hirsch kommt von Null auf Hundert in Bewegung, denn das war eine verschlüsselte Nachricht. Rachel traut niemandem mehr, schon gar nicht dem aggressiven Mossad-Team. Der ehemalige Weisungsberechtigte Thomas wird reaktiviert und muss kooperieren. Er soll Rachel greifbar machen, er allein kennt die Agentin gut genug, um sie zur Zusammenarbeit zu zwingen.

Filmkritik: Diane Kruger ist „Die Agentin“ im Auftrag des Mossad

Foto: Wolfgang Ennenbach

Rachels Zielperson war ein Geschäftsmann. Im Zuge des Auftrags, den Geschäftsmann Farhad (der kanadische Schauspieler Cas Anvar, „Argo“, „Raum) muss etwas passiert sein. Das Naheliegende natürlich – Rachel verknallt sich und will aussteigen. Da Rachel im aktiven Dienst war und somit Zugriff zu Informationen hatte, gilt sie als gefährlich. Für Thomas stellen sich gleich zwei schwere Aufgaben: was weiß Rachel und wie kann man ihr helfen? Ist sie immer noch in der verdeckten Ermittlung oder eine Bedrohung?

Miss Kruger überzeugt

Fazit: Zwiespältig. Die Szenen mit der Agentin im Einsatz sind sehenswert. Wie Diane Kruger als Rachel sich an die Zielperson ranmacht und mit den unvorhersehbaren Situationen umgeht, sind extrem nervenaufreibend.

Die Verschachtelung der Geschichte mit dem Kontaktmann sind eher lahm und wirken platt und überzeugen nicht. Aber: „Die Agentin“ hat eine literarische Vorlage. Basierend auf Yiftach Reichers Roman „The English Teacher“ entstand somit ein Thriller mit einer sehr überzeugenden Diane Kruger. (Kinotante Katrin)

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