Mittwoch, 11. Juli 2018 19:57 Uhr

Filmkritik „Die Farbe des Horizonts“: Schiffbruch mit Shailene Woodley

In „Die Farbe des Horizonts“ geraten Shailene Woodley, Star aus der Triologie „Die Bestimmung“ und „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ wie Sam Claflin wegen eines Hurricans in Seenot und kämpfen ums nackte Überleben. Das Drama basiert auf einer wahren Geschichte und startet am 12. Juli in den Kinos.

Filmkritik "Die Farbe des Horizonts": Schiffbruch mit Shailene Woodley

Foto: STXfilms/Tobis

1983: Jung und abenteuerlustig, ja, dass ist sie, Tami Oldham (Shailene Woodley, 26) aus Kalifornien. Als sie bei der Einreise nach Tahiti nach ihrem Reisezweck gefragt wird, zuckt sie lediglich mit der Schultern und grient. Hauptsache weg von zu Hause, dann ist alles easy und die Sonne noch dazu, herrlich! Sie jobbt im Hafen, wo Unmengen von Boote trocken liegen, die lackiert und gestrichen werden müssen. Braucht jemand beim Anlegen eine helfende Hand, klar, okay, macht Tami.

Als der Engländer Richard Sharp (Sam Claflin, 32, schmachtfetzenerprobt durch „Ein ganzes halbes Jahr“) angeschippert kommt, ist ziemlich schnell klar, wer hier wen attraktiv findet und zack-bumm sind die beiden ein Paar. Nein, nicht so auf Sommerliebe-Art, sondern so richtig, krawumm, fürs ganze Leben.

Drama auf hoher See

Richard besitzt ein eigenes Segelboot; sein Plan ist, der Pazifik zu überqueren. Und für so einen „kleinen Törn“ ist Tami natürlich die richtige Begleitung. Um die Reisekasse aufzufüllen, nehmen die zwei einen kleinen Überführungs-Job an. Ein Segelboot soll von Tahiti nach Kalifornien gebracht werden, die Besitzer sind aus zeitlichen Gründen nicht in der Lage, das Boot selbst zu bringen. Gesagt, getan. Einen Hurrikan später schreit Tami sich nach Richard die Lunge aus dem Leib. Der Mast ist gebrochen, das Boot leicht leck geschlagen, alles hebt und senkt sich mit den Wellen in der Mitte vom Nirgendwo. Oh Mann …

Filmkritik "Die Farbe des Horizonts": Schiffbruch mit Shailene Woodley

Foto: STXfilms/Tobis

Tami hat einiges als Chrashkurs übers Segeln gelernt, aber z.B. ihre Position zu berechnen, dass gehörte eher nicht dazu. Was für ein Glück, als sie kurz nach der Havarie, Richard an den Rand des Beibootes geklammert sichtet und an Bord hieven kann. Er ist verletzt, aber durchaus ansprechbar. Das ist der Kern der Geschichte „Die Farbe des Horizonts“ (Originaltitel: „Adrift“, dt.“Abgetrieben“).

Die beiden Honeymooners sind verloren auf hoher See. Der kompetente Segler ist verletzt und die junge Frau mit den Nerven am Ende. Aber sie muss handeln, egal wie sie es anstellt.

Filmkritik "Die Farbe des Horizonts": Schiffbruch mit Shailene Woodley

Viele Rückblenden

„Die Farbe des Horizonts“ lebt von den Rückblenden. Die Liebesgeschichte von der unkomplizierten Tami und dem gebildeten Richard wird Stück für Stück mit Sprüngen in die Vergangenheit gezeigt. Kennenlernen, Liebesgeständnis, planen der gemeinsamen Zukunft und dann sitzt man als Zuschauer wieder mit den Schiffbrüchigen unter dem provisorischen Sonnenschutz und schaukelt übers gigantische Meer. Die See bietet eine Herausforderung nach der anderen und kein rettendes Ufer ist in Sicht – nichts als Wellen, soweit das Auge reicht.

Filmkritik "Die Farbe des Horizonts": Schiffbruch mit Shailene Woodley

Foto: STXfilms/Tobis

Tami beginnt zu halluzinieren, versucht aber die Stimmung hoch zu halten, obwohl Richard immer schwächer wird. Seine Wunden beginnen sich zu entzünden und die sowieso schon wenigen Optionen, wie z.B. die Einteilung von Proviant, schwinden schneller als angenommen. Die beiden haben eine Art Spiel. Sie sehen auf den Horizont und versuchen dessen Farbe zu beschreiben. Richard, der ältere und anspruchsvolle Brite, hat tolle und differenzierte Farben im Angebot wie „granatapfelrot“.

Aber egal, was da noch so schönes, spleeniges an Farbtönen aus ihm herauspurzelt, die bodenständige Tami antwortet immer mit „Das ist rot.“ Wird Tami auch mal was anderes, als nur ganz platt die Farbe Rot sehen? Hat der Nuancenreichtum an Farbtönen vielleicht was mit der Sichtweise auf Überlebenschanche zu tun? „Die Farbe des Horizonts“ zeigt einen brutalen Kampf gegen das Meer und gegen sich selbst.

Filmkritik "Die Farbe des Horizonts": Schiffbruch mit Shailene Woodley

Foto: STXfilms/Tobis

Fazit: „Die Farbe des Horizonts“ beruht auf den wahren Erlebnissen von Tami Ashcraft. Shailene Woodley überzeugt in ihrer Rolle als Tami. Sam Claflin als Richard bleibt leider hinter ihr zurück. Wer die Herausforderung mit Naturgewalten ohne Liebesgeschichte mag, dem sei unbedingt „All is lost“ mit Robert Redford als Ein-Mann-Show ans Herz gelegt. (Kinotante Katrin)

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