04.03.2020 23:37 Uhr

Filmkritik „Emma“: Ein Klassiker neu aufgelegt und absolut umwerfend!

Universal Pictures

Jane Austen (1775-1817) hat auf der ganzen Welt Fans, Fans, Fans. Ihre Romane werden in schönster Regelmäßigkeit immer wieder verfilmt. Am 5. März ist es soweit, dann startet eine neue „Emma“-Verfilmung in den deutschen Kinos. Nachdem wir den Film gesehen haben steht fest: die Neuverfilmung ist umwerfend. Die Verjüngungskur von „Emma“ ist rundum gelungen.

Filmkritik "Emma": Ein Klassiker neu aufgelegt und absolut umwerfend!

Universal Pictures

Ein unkaputtbarer Romanstoff – der zieht immer

Ein weiteres Mal wurde „Emma“ verfilmt und das so charmant und originalgetreu, dass man sich sofort ins 19. Jahrhundert wünscht, um ein Leben auf dem Land zu führen. Nicht als Magd oder Diener – das versteht sich von selbst, oder? Emma Woodhouse (Anya Taylor-Joy, 23, „Split“) ist so ein sehr quirliges junges Ding vom Land, genauer gesagt aus Highbury. Sie hat alles, was frau zum Leben braucht. „Emma“ ist der einzige Austen-Roman, in dem es der Titelheldin an nichts mangelt. Sie ist nicht auf Gedeih und Verderb darauf angewiesen zu heiraten. Sie hat einfach schon alles. Ein schönes Heim, Hartfield, Geld in Hülle und Fülle und einen sehr exzentrischen Vater (Bill Nighy – es lohnt sich schon seinetwegen in den Film zu rennen), der seine Spleenigkeit mit einer Selbstverständlichkeit an den Tag legt, wie es nur Privilegierte können.

Er hat einen Windzug-Phobie, dauernd müssen spanische Wände in allen Größen aufgestellt werden, weil er Angst hat, sich zu verkühlen. Er spielt das mit sehr viel Understatement – very british.

Einer, der Emma Kontra gibt

Emma hat alles und sie mischt sich gern ein. Am allerliebsten verkuppelt sie Menschen, bis sie sich selbst ganz hübsch verheddert und sich verwundert die Augen reibt, wie sie das Offensichtliche so lang nicht wahrgenommen hat. Und hier kommt der männliche Part ins Spiel. Knightley – hört, hört – wohnt im Abbey nebenan. Das Abbey ist noch mal prachtvoller als der Stammsitz der Woodhouses. Mr. Knightley (Sänger und Schauspieler Johnny Flynn, 36) geht bei seinen Nachbarn ein und aus. Er ist der Einzige, der Emma Kontra gibt, wenn sie – wie meistens – sich in Angelegenheiten einmischt, die sie wirklich nichts angehen. Und selbstverständlich kommt es, wie es kommen muss. Emma hat alles, aber die Liebe sieht sie einfach nicht, oder?

Filmkritik "Emma": Ein Klassiker neu aufgelegt und absolut umwerfend!

Universal Pictures

Fazit: Ein Muss für Jane-Austen-Fans. Ihre Roman-Dialoge sind immer noch witzig, bissig und im besten Sinne unterhaltsam. Wem das als Grund nicht reicht, in den Film zu gehen, der kann eine kleine Zeitreise unternehmen. Ausstattung und Landschaft sind so exquisit in Szene gesetzt, dass es eine Englandreise ersetzen kann. Die Filmmusik hält sich sehr schön im Hintergrund.

Wenn nicht Emma selbst musiziert und singt, ist kräftig-klares A-Cappella-Liedgut zu hören – null schmonzettig, sehr schön. „Emma“ ist rundherum hinreißend geglückt. Eine fast unbekannte Besetzung verzaubert sofort.

Filmkritik "Emma": Ein Klassiker neu aufgelegt und absolut umwerfend!

Universal Pictures

Die Geschichte von Emma Woodhouse in ihrer kleinen Welt, in der sie wie eine Königin gebietet, ist es wert, von jeder Generation neu entdeckt zu werden.

Und für alle, die „Emma“ schon kennen und lieben ist der Film ein Wiedersehen mit vertrauten Charakteren in neuen Gesichtern. (Kinotante Katrin)