Mittwoch, 16. Oktober 2019 23:09 Uhr

Filmkritik „Ich war noch niemals in New York“: Ein grandioses Narrenschiff

Auf diesem Dampfer ist echt was los: „Ich war noch niemals in New York“ legt am 17. Oktober ab und wir haben das Filmmusical schon gesehen. Wir sind begeistert.

Die Geschichte: Maria Wartberg (Nationalheilige Katharina Thalbach, 65, „Alfons Zitterbacke“, „Du bist nicht allein“) hat eine sehr undankbare Tochter. Lisa (Heike Makatsch, 48, „Hilde“, „Tatsächlich Liebe“) hat nur Zeit für die Arbeit, bei ihrer Mutter meldet sie sich ungern. Lisa hat Geburtstag und selbst beim gesungenen Glückwunsch am Telefon ist ihr die Mutter peinlich. Als Maria bei sich einen hässlichen Haushaltsunfall hinlegt und sich nur noch daran erinnern kann, wenigstens noch einmal nach New York zu wollen, ändert sie nicht nur ihr eigenes Leben. Der Film nach dem gleichnamigen Musical von 2007 nimmt schnell Fahrt auf.

Filmkritik "Ich war noch niemals in New York": Ein grandioses Narrenschiff

Foto: Wolfgang Ennenbach

Die Alte schmuggelt sich jedenfalls an Bord der „Maximiliane“ (und bestimmt fällt auch dem Kenner gleich der Udo-Jürgens-Song ein, auf dem sich das reimt) und da ist sie in guter Gesellschaft. Gerade noch rechtzeitig schaffen es die arbeitswütige Fernsehmoderatorin Lisa mit ihrem Maskenbildner Fred (Michael Ostrowski) ebenfalls an Bord. Da sie keine Boardingpässe haben, werden die zwei kurzerhand beim Personal einquartiert – und diese Massenunterkunft ist eine der schönsten Einfälle überhaupt! Denn wer nicht bezahlt hat und trotzdem mitfährt, muss arbeiten.

Filmkritik "Ich war noch niemals in New York": Ein grandioses Narrenschiff

Foto: Wolfgang Ennenbach

Ein köstliches Narrenschiff

Die Crew, die Gäste – die nehmen sich alle nichts in Sachen Durchgeknalltheit. Allen voran der Kapitän (Theaterstar Stefan Kurt, 59, „Die Dreigroschenoper“, „Lovely Louis“), der gleich mal klarmacht, auf was für einen Spaßdampfer alle gelandet sind. Lisa muss in die Putzkolonne und trifft beim Kabinen reinigen auf den unsympathischen Witwer Axel (ganz rührend und wunderbar: Moritz Bleibtreu, 48 „Stereo“, „Im Juli“), der mit seinem Sohn und der Asche der Verstorbenen nach Ne York City reist.

Filmkritik "Ich war noch niemals in New York": Ein grandioses Narrenschiff

Foto: Wolfgang Ennenbach

Es ist ’ne Menge los an Bord: da sind die Eintänzer Otto (Uwe Ochsenknecht, 63, „Das Boot“, „Männer“) und James (Entertainer Mat Schuh), die einen auf Schwerenöter machen und damit auch gut ankommen. In Sachen Lebenslügen hat Otto aber langsam den Kanal dicht und als er Maria an Deck sieht, traut er seinen Augen nicht – die Vergangenheit hat ihn eingeholt (Das Duo Thalbach und Ochsenknecht läuft verlässlich chaotisch hervorragend). Selbst der Bordmagier Costa (Pasquale Aleardi), der sogleich ein Auge auf Maskenbildner Fred geworfen hat, stellt sich bald die Frage, wie man bitte schön richtig leben soll.

Beste Unterhaltung, kurzweilig und mit Tiefgang

Die Verwirrungen und Irrungen an und unter Deck spulen sich hübsch verquirlt ab und am Ende ist dann doch alles goldrichtig.

Fazit: „Ich war noch niemals in New York“ ist ein herrlich schräges Filmmusical mit den unverwüstlichen Liedern von Udo Jürgens (1934 – 2014). Die gut zwei Stunden sind äußerst kurzweilig. Die Balance zwischen bunter Unterhaltung und Tiefgang ist hervorragend gelungen – so wie die Songs von Udo Jürgens eben sind. (Kinotante Katrin)

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Foto: Wolfgang Ennenbach

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